25.12.2008, 10:36 Uhr
Wird als Favorit gehandelt: Martin Schmitt (Foto: dpa)Wenn das mal kein gutes Omen ist: Tournee-Idol Sven Hannawald glaubt an einen Höhenflug seines alten Weggefährten Martin Schmitt beim anstehenden Skisprung-Grand-Slam. "Martin kann bei der Tournee gewinnen. Er hat sich am längsten von allen durchgeboxt. Es ist genial, was er leistet. Hut ab", sagte Hannawald vor der 57. Vierschanzentournee.
Der Startschuss fällt am Sonntag mit der Qualifikation für das Auftaktspringen in Oberstdorf. Hannawald wird voraussichtlich selbst vor Ort sein, wenn der zwischen 1998 und 2000 dreimal am Schattenberg erfolgreiche Schmitt das Favoritenduo Simon Ammann (Schweiz) und Gregor Schlierenzauer (Österreich) herausfordert.
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"Ammann und Schlierenzauer werden sich aneinander aufreiben. Davon könnten die anderen profitieren wie die Norweger oder Martin", sagt Hannawald. "Martin hat ja noch nie die Tournee-Gesamtwertung gewonnen. Ansonsten hat er alles in der Tasche - Gesamtweltcup-Sieg, Olympiasieg, WM-Gold. Ich hoffe, jetzt kriegt er es auch bei der Tournee hin."
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Ein Grund für Schmitts Aufwärtstrend könnte der Trainerwechsel vom glücklosen Peter Rohwein zu Werner Schuster gewesen sein. Hannawald räumte ein, dass er von der Verpflichtung des Österreichers im ersten Moment überrascht wurde. Jetzt hält er den Strategen Schuster jedoch für einen würdigen Nachfolger von Goldschmied Reinhard Heß, der Hannawald zu Olympia-, WM-Gold und dem Grand-Slam-Triumph bei der Vierschanzentournee geführt hatte.
In diesem Jahr nimmt Schmitt bereits zum 14. Mal an der Tournee teil. An seine Premiere 1996 kann er sich noch gut erinnern, wenn auch ungern. "Bei meiner ersten Tournee bin ich gleich ausgeschieden", erzählt Schmitt, der sich in diesem Jahr einiges ausrechnet. "Ich bin auf den Punkt vorbereitet. Man muss schon lange zurückgehen, wann ich vor der Tournee in solch einer guten Verfassung war. Eigentlich bis 2001."
Sich selbst unter Druck setzen will Schmitt nicht: "Siege sind nicht realistisch. Der nächste Schritt wäre, mal auf das Podest zu kommen. Wenn ich das geschafft habe, kann ich mir auch wieder mal einen Sieg vornehmen." Dass ihm einige der Konkurrenten vordere Platzierungen zutrauen, ehrt ihn. "In den letzten Jahren war es ja nicht so, dass ich zu den Favoriten gezählt wurde."
Schmitt selbst kennt seine Stärken - und auch seine Schwächen. Es fehle ihm noch an der technischen Qualität, so der 30-Jährige. "Da bin ich noch nicht auf dem Niveau von Simon Ammann und Gregor Schlierenzauer. Auch in der Anfahrtsgeschwindigkeit habe ich Reserven. Ich hoffe, dass ich das bis zur Tournee in den Griff bekomme."
Quelle: dpa , sid
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