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1860 München ist zu "99 Prozent" gerettet

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1860 München hat den Kopf aus der Schlinge gezogen

03.04.2011, 17:36 Uhr

Die Fahnen der Löwen-Fans wehen wohl auch in Zukunft im Profi-Fußball. (Foto: imago)

Die Fahnen der Löwen-Fans wehen wohl auch in Zukunft im Profi-Fußball. (Foto: imago)

Der TSV 1860 München ist vorerst gerettet. Eine Gesamtlösung der weiterhin bedrohlichen finanziellen Schieflage steht aber noch aus. "Wir können jetzt zügig, aber ohne Zeitdruck die Alternativen fertig verhandeln", kündigte Löwen-Präsident Dieter Schneider beim Pay-TV-Sender Sky bis spätestens Ende April die große Lösung an. Fristgerecht zum 1. April hat der hoch verschuldete Zweitligist die von der Deutschen Fußball Liga (DFL) verlangten Auflagen in Millionenhöhe erfüllt und damit zumindest den Spielbetrieb bis zum Ende dieser Saison gesichert.

1860 hatte den Liquiditätsnachweis in Höhe von 1,5 Millionen Euro erbracht und die Spielergehälter für den Monat März angewiesen. "Die Nachricht, dass es bis zum Sommer weitergeht, war natürlich für alle eine Erleichterung. Jetzt hoffen wir, dass der Rest über die Saison hinaus auch noch klappt. Dann wird bei uns wieder Ruhe herrschen", sagte Torjäger Benjamin Lauth.

Verschiedenen Alternativen sei nun Tür und Tor geöffnet

Nach der Erfüllung der DFL-Forderungen haben die Sechziger nun etwa fünf Wochen Zeit, die drohende Insolvenz endgültig abzuwenden und die Lizenz für die neue Spielzeit zu erhalten. "Wir haben jetzt die Möglichkeit, die begonnenen Gespräche in Ruhe fortzuführen", erklärte Geschäftsführer Robert Schäfer. "Dadurch werden verschiedenen Alternativen Tür und Tor geöffnet. Robert Schäfer und ich sind uns zu 99 Prozent sicher, dass es mit Sechzig weitergeht", sagte Präsident Schneider.

Ursprünglich war geplant, die große Lösung bis zum 1. April zum Abschluss zu bringen. "Wir haben aber festgestellt, dass wir unter Zeitdruck nicht das beste Ergebnis erzielen können", sagte Schneider. Deswegen sei man von dem Plan abgekommen. Bis Freitagmorgen habe man die Möglichkeit einer Zwischenfinanzierung nicht in Betracht gezogen, gestand der 63 Jahre alte Unternehmer.

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Arabischer Investor als Geldgeber im Gespräch

"Mit Hilfe der Hausbank und dem Umfeld von Sechzig" sei diese erreicht worden, berichtete Schneider. An der vorläufigen Lösung war Medienberichten zufolge auch der Berliner Immobilienhändler und Spielervermittler Nicolai Schwarzer beteiligt. Für die große Lösung werden acht Millionen Euro benötigt.

Dabei soll der in Gibraltar ansässige Wettanbieter "bet3000" als Nachfolger für den scheidenden Haupt- und Trikotsponsor "Comarch" helfen. Der noch zu unterzeichnende Dreijahresvertrag soll mit 1,5 Millionen Euro jährlich dotiert sein. Auch ein arabischer Investor aus Abu Dhabi ist als Geldgeber der Löwen noch im Gespräch.

Hoeneß ist sehr an der Rettung der Löwen gelegen

Parallel zur Rettungsaktion will Geschäftsführer Schäfer in den kommenden zwei, drei Wochen mit den personellen Planungen für die kommende Saison beginnen. Löwen-Boss Schneider betonte, dass Lokalrivale Bayern München bei der angestrebten Lösung keine Rolle spiele. Er räumte aber ein, dass Bayern-Präsident Uli Hoeneß "unserer Bank angeboten hat, acht Millionen Euro nicht haftend zu hinterlegen, damit wir einen niedrigeren Zins bekommen". Dem Rekordmeister ist allerdings sehr daran gelegen, dass 1860 als Mieter in der Allianz Arena erhalten bleibt. Der Mietvertrag läuft noch bis 2025 und soll den Bayern bis dahin an die 50 Millionen Euro einbringen.


Quelle: dpa

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