19.02.2011, 19:21 Uhr | t-online.de, sid
Auch während der Partie in Bochum zündeten einige Fortuna-Fans Pyrotechnik. (Foto: imago)
Zahlreiche Festnahmen rund um das West-Derby in Bochum und ein umstrittener Polizeieinsatz in Paderborn: Der 23. Spieltag in der 2. Bundesliga lieferte einiges an Zündstoff. Wie die Bochumer Polizei mitteilte, zündeten Fans aus Düsseldorf gleich nach ihrer Ankunft im Bochumer Hauptbahnhof Bengalos und Feuerwerkskörper. Ein Unbeteiligter wurde dabei leicht verletzt. Auch auf dem Fußmarsch von etwa 1000 Düsseldorfer Anhänger zum Stadion wurden Knallkörper von einigen Unbelehrbaren geworfen.
Eine halbe Stunde vor Spielbeginn gab es eine Prügelei am Bahnhof Ehrenfeld zwischen Fortuna- und VfL-Fans. Beim Eintreffen der Polizei floh der größte Teil der Täter. Dennoch konnten 30 Personen festgenommen werden. Nach dem Spiel kam es in der Innenstadt zu einzelnen Schlägereien und Sachbeschädigungen, dabei wurden 25 Krawallmacher festgenommen. Während der Partie wurde im Fortuna-Block Pyrotechnik gezündet. Es wurden unter anderem Strafverfahren wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzung sowie Verstößen gegen das Waffengesetz eingeleitet.
Auch bei der Partie SC Paderborn gegen Alemannia Aachen gab es Ärger. Am Ende der ersten Halbzeit war es zu einem massiven Polizeieinsatz im Aachener Fanblock gekommen. Anlass waren angeblich zwei Fahnen, die aus Sicht der Polizei an einer nicht zulässigen Stelle aufgehängt waren. Dabei seien Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt worden. Mehrere Aachener Fans mussten wegen Augenreizungen anschließend im Krankenhaus behandelt werden. Zu den Verletzten zählen laut Aachener Angaben auch Kinder und Jugendliche.
"Die Aachener Fans hatten an Wellenbrechern Banner aufgehängt, dadurch war unsere Videoüberwachung erschwert. Wir haben mehrfach auf die Fans eingewirkt, die Banner einzurollen. Auch über einen Fanbeauftragten. Das hat alles nicht gefruchtet", sagte Einsatzleiter Jürgen Siebel. Nach den vergeblichen Aufforderungen sei die Polizei dann in den Fanblock eingedrungen und habe auch Pfefferspray eingesetzt.
"13 Fans sind verletzt worden, vier mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Dass sich darunter Kinder und Jugendliche befinden, kann ich nicht bestätigen", sagte Siebel, der aber erklärte, dass ein Aachener Fan nach einem Angriff auf einen Polizisten festgenommen worden sei. Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet.
"Von Seiten des Vereins halte ich einen Einsatz mit solch drastischen Mitteln gegen unsere friedlichen Fans für völlig unverständlich. Es lag keine Straftat vor, sowohl unsere Fanbeauftragten als auch das Fanprojekt hätten zur Deeskalation beitragen können", sagte Alemannia-Geschäftsführer Frithjof Kraemer, der Augenzeuge der Vorkommnisse war.
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Quelle: sid , t-online.de
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