31.01.2012, 18:35 Uhr
Als Richterin Christiane Thiemann das Urteil verlas, war in Adrian Sutils Gesicht keine Regung zu erkennen. Der frühere Formel-1-Fahrer nahm die Strafe beinahe stoisch zur Kenntnis: Ein Jahr und sechs Monate Haft auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung sowie eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Euro für gemeinnützige Einrichtungen.
"Der Angeklagte wusste, dass er dieses Glas in der Hand hält. Das Glas wurde gezielt geführt", begründete Thiemann vor dem Amtsgericht München das Urteil. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich sogar ein Jahr und neun Monate Haft auf Bewährung gefordert.
Bei einer Party in einem Shanghaier Edelklub nach dem Großen Preis von China am 17. April 2011 hatte Sutil den Geschäftsmann und Lotus-Mitbesitzer Eric Lux nach einem Streit mit einem Champagner-Glas am Hals verletzt. Der 29-Jährige beteuerte im Laufe des zweitägigen Prozesses aber immer wieder, die Tat sei keine Absicht gewesen und entschuldigte sich erneut bei Lux. "Es tut mir wahnsinnig leid. Ich habe nie gewollt, was da passiert ist", sagte er.
Nach dem Urteil war Sutil sichtlich erleichtert. "Wenigstens ist es vorbei. Das einzig Positive ist, dass ich mit Eric Lux im Reinen bin", sagte der Rennfahrer. Ob man in Berufung gehen werde, ließ Sutils Rechtsvertreter noch offen. Man solle den Rennfahrer erstmal seinen Frust verarbeiten lassen, "dann entscheiden wir, wie es weitergeht".
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Am Dienstagmorgen war nach einem 30-minütigen Gespräch zwischen Sutils Anwalt Jürgen Wessing, der Richterin und der Staatsanwältin eine außergerichtliche Einigung erneut gescheitert. Wessing hatte in seinem Schlussplädoyer einen Vorsatz bei der Tat zurückgewiesen und erklärt, Sutils Stoß gegen Lux sei eine Reflexbewegung mit dem Glas gewesen, das er wohl schon eine halbe Stunde in der Hand gehalten habe.
Sutil sei "ein ausgewogener und friedfertiger Mensch. Man kann ihm keine Absicht unterstellen, in so einem Moment eine lebensgefährdende Handlung zu unternehmen", sagte Wessing. Die Staatsanwältin Nicole Selzam sah das anders und bezeichnete dies als eine "lächerlich anmutende Reflexbehauptung", die Sutil gut einstudiert und vorbereitet habe.
Das Schlusswort gehörte traditionell dem Angeklagten. Sutil nutzte die Gelegenheit und entschuldigte sich nochmals bei Lux, mit dem er am Montag persönlich telefoniert hatte. Er habe nicht daran gedacht, dass er bei dem Stoß das Glas noch in der Hand gehabt habe. "Ich bedauere den Vorfall sehr, er ist mir eine Lehre", sagte der 29-Jährige, der auch seinen Verdienst offenlegen musste, um das Strafmaß festzulegen. Dieses wurde daraufhin um 100.000 Euro zu der ursprünglichen Forderung reduziert. Nachdem Sutil im Dezember bei Force India kein neues Cockpit erhielt, ist der gebürtige Gräfelfinger zur Zeit arbeitslos.
Wie es sportlich mit dem 29-Jährigen weitergeht, ist nach dem Urteil völlig offen. Manager Manfred Zimmermann erklärte, man sehe die Zukunft nur in der Formel 1 und hoffe, dass Sutil in den nächsten Wochen möglicherweise als Testfahrer bei einem Team unterkommt. Etwas anderes als die Motorsport-Königsklasse komme für den WM-Neunten des vergangenen Jahres nicht in Frage. Sutil selbst sprach von "einem Jahr Auszeit. Vielleicht mache ich auch etwas ganz anderes. Mal sehen."
Quelle: sid
sigi schrieb:
am 31. Januar 2012 um 13:38:52
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(11)
strafen
Was erwartet ihr wenn Ihr beim Streit jemand ohne Absicht verletzt und Ihr Euch entschuldigt? Na bestimmt das die Entschuldigung
nicht angenommen wird und Ihr solch eine Richterin bekommt wie Sutil! Macht Euch erst mal schlau!!!
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Jürgen schrieb:
am 31. Januar 2012 um 13:18:52
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Sutil
Da hat der Promi-Bonus mal wieder voll zugeschlagen. Jeder Normalbürger wäre im Knast gelandet und das für lange Zeit. Armes Deutschland!!!
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GvW schrieb:
am 31. Januar 2012 um 13:13:04
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Sutil
Man muss sich in der Gewalt haben. Geht manchmal nicht, o.k., dann die Konsequenzen tragen. Allerdings hatte er natürlich schlechte
Karten - bei dem Gegner. Ich wünsche AS, dass er trotzdem noch ein Cockpit bekommt, wenn es auch äusserst schwierig ist. Vielleicht läuft ja Herr L. mal in der Boxengasse vor ein Auto?
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