10.01.2010, 12:03 Uhr
Togos Premierminister Gilbert Houngbo (Foto: AFP)Die togoische Regierung besteht nach dem Anschlag auf ihre Fußball-Nationalmannschaft darauf, dass sich das Team vom Africa Cup in Angola zurückzieht. Ministerpräsident Gilbert Houngbo betonte in der Hauptstadt Lomé: "Die Entscheidung der Regierung ist unabänderlich. Die Mannschaft muss heute zurückkehren." Es wäre unverantwortlich, wenn die Regierung dem Verbleib ihrer Spieler in Angola zustimmen würde.
Die Spieler hatten in der Nacht zum Sonntag beschlossen, dass sie "nicht wie Feiglinge" fliehen wollen und trotz der Aufforderung der Regierung, aus Angola abzureisen, beim Africa Cup spielen wollen. Damit droht nun ein Bruch mit der Regierung. Houngbo sagte, wenn sich bei der Eröffnung des Afrika Cups eine Mannschaft oder auch einzelne Spieler unter der Flagge Togos aufstellten, sei das eine "falsche Mannschaft".
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Derin Grenoble spielende Alaisys Romao sagte der französischen Sportzeitung "L'Equipe": "Menschen sind für den Africa Cup gestorben, andere wurden verletzt. Wir werden sie nicht im Stich lassen und uns wie Feiglinge zurückziehen."
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Premierminister Houngbo hat eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. "Die Regierung hat sich zu einer drei Tage andauernden landesweiten Trauerphase entschieden, die am Montag beginnen wird", erklärte Houngbo im Staatsfernsehen.
Bei einem Terroranschlag auf den Bus der Togolesen waren in der angolanischen Exklave Cabinda Assistenztrainer Abolo Amelete und Pressesprecher Stanislas Ocloo sowie der Busfahrer getötet worden. Nach dem tragischen Zwischenfall hatte der togolesische Minister und Regierungssprecher Pascal Bodjona den Rückzug des Teams bekanntgegeben. Superstar Emmanuel Adebayor hatte umgehend die Rückreise gen England angetreten. Dort stürmt der 25-Jährige für Manchester City.
Auch Ghana berät über einen Verzicht auf das Turnier. Sportminister Rashid Pelpuo traf mit der Nationalmannschaft zusammen, um über eine mögliche Abreise aus Angola zu beraten. In Ghana wurden nach Bekanntwerden des Anschlags einer separatistischen Rebellengruppe Sorgen um die Sicherheit der Mannschaft geäußert. Wie das togoische Team sind auch die Ghanaer in der ölreichen Enklave Cabinda untergebracht. Die Separatisten hatten nach dem Anschlag mit weiteren Angriffen gedroht. Auch andere Afrika-Cup-Teilnehmer reagierten inzwischen mit Bestürzung auf die Vorfälle. "Wir haben eine Gänsehaut. Wer weiß, was mit uns noch passiert", sagte Amade Chababe, der Assistenz-Trainer von Mosambik.
Unterdessen hat die togoische Regierung von Angola und den Organisatoren des Africa Cups eine Erklärung dafür verlangt, warum Cabinda als Austragungsort für die Spiele ausgewählt worden sei. Regierungssprecher Bodjona sagte, niemand habe Togos Mannschaft darüber informiert, dass die Anreise nach Cabinda per Bus riskant sei.
Quelle: dpa , sid
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