06.02.2012, 12:49 Uhr
Alberto Contador bekommt seinen Tour-Sieg 2010 aberkannt. (Foto: imago)
Schlimmer hätte es für Alberto Contador nicht kommen können: Zwei Jahre Sperre, Tour- und Giro-Sieg weg, und nun droht dem Radprofi auch noch eine Geldstrafe von mindestens 2,4 Millionen Euro. Erst vom 5. August 2012 an darf der 29-Jährige wieder fahren. 18 Monate nach der Kontrolle, die bei dem Spanier positive Clenbuterol-Befunde erbrachte, sprach der Internationale Sportgerichtshof CAS endlich sein Urteil. In seiner Heimatstadt in Pinto erfuhr Contador im Beisein seiner Familie und der Anwälte von dem vernichtenden Urteil.
Contador werden sämtliche Erfolge seit dem 21. Juli 2010 aberkannt. Dazu zählen vor allem dessen dritter Sieg bei der Tour de France 2010 und sein zweiter Erfolg beim Giro d'Italia ein Jahr später. Als erstem Tour-Sieger war dem US-Profi Floyd Landis 2006 das Gelbe Trikot wieder abgenommen worden. Contador droht zudem eine hohe Geldbuße. Das bestätigte der CAS in seiner Urteilsbegründung.
Doch allem Anschein nach muss Contador noch tiefer in die Tasche greifen. Durch die Aberkennung seiner Siege wäre auch die Rückzahlung der erhaltenen Preisgelder fällig. Diese Meinung vertritt UCI-Sprecher Enrico Carpani. "Das ist nicht unser Problem. Aber ich vermute, der Tour-Veranstalter ASO muss zum Beispiel das Preisgeld für den Toursieg 2010 an Andy Schleck zahlen. Und das werden sie sich wohl von Contador zurückholen", sagte er. Allein der Toursieg wird mit über 450.000 Euro dotiert.
Das dreiköpfige Richter-Gremium des CAS, der das Urteil mehrmals verschob, entsprach dem Einspruch des Weltverbandes UCI und der Welt-Anti-Doping-Behörde WADA. Die höchste sportgerichtliche Instanz hob den Freispruch des Königlich Spanischen Verbandes RFEC vom Februar 2011, der Contadors Version vom "verunreinigten Steak" gefolgt war, wieder auf. Es hätte keinen Beweis für eine Fleisch-Kontamination gegeben, hieß es in der Urteilsbegründung.
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Contador bliebe jetzt noch die Chance, vor ein ordentliches Gericht zu ziehen. Nach Angaben des CAS-Generalsekretärs Matthieu Reeb hat er dafür eine Frist von 30 Tagen. "Ein solcher Einspruch hätte für die Sperre aber keine aufschiebende Wirkung, sofern das Schweizer Gericht keine andere Entscheidung trifft", sagte Reeb nach spanischen Medienberichten.
Auch die Olympischen Spiele kommen für Contador, der bereits 2006 mit dem mutmaßlichen Dopingarzt Eufemiano Fuentes in Verbindung gebracht worden war, zu früh: Das Straßenrennen in London beginnt am 28. Juli, das Zeitfahren am 1. August. Erst die Vuelta ab dem 18. August könnte das nächste größere Ziel für den Kapitän des dänischen Saxo-Bank-Team sein. Die CAS-Entscheidung ist auch für die Formation des ehemaligen Telekom-Stars und Teamchefs Bjarne Riis eine Katastrophe: Saxo-Bank war komplett auf Contador ausgerichtet. Sogar eine Tour-Startzulassung könnte jetzt auf dem Spiel stehen. Äußern wollte sich das dänische Radteam zum Urteil bislang allerdings nicht. Teamsprecher Anders Damgaard sagte der Nachrichtenagentur Ritzau in Kopenhagen: "Wir brauchen Zeit für ein genaueres Studium, ehe wir das kommentieren."
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"Das ist ein trauriger Tag für unseren Sport. Manche werden von einem Sieg reden, aber das ist nicht der Fall. Es gibt beim Thema Doping keine Gewinner. Jeder Fall ist ein Fall zu viel", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid. Der Ire hatte noch nach der überraschenden Einstellung des juristischen Verfahrens gegen Lance Armstrong am Wochenende von einer besseren Zukunft für den Radsport gesprochen. Jetzt erhielt das Image seines leidgeprüften Verbandes einen weiteren schweren Kratzer - der weltbeste Rundfahrer wurde als Doper entlarvt.
Der Ex-Radprofi und Tour-de-France-Sieger von 1988, Pedro Delgado war mit dem Strafmaß ebenso nicht einverstanden: "Im Kampf gegen das Doping verlieren die Verantwortlichen die Orientierung. Das Strafmaß ist völlig übertrieben, zumal wenn man bedenkt, dass das Gericht selbst einräumt, dass Contador das Doping nicht nachgewiesen werden konnte."
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Ambivalent war die Reaktion von Katusha-Teamchef Hans-Michael Holczer, der 2008 mit Stefan Schumacher und Co. Doping-Erfahrungen machen musste. "Ich kann nicht jubeln, weil wieder Negativschlagzeilen produziert wurden. Aber es ist auch als gutes Zeichen zu werten, dass unabhängig von Person und Reputation ein solches Urteil gefällt wurde. Erfolg schützt vor Strafe nicht - diese Message ist im Anti-Doping-Kampf wichtig", sagte Holczer.
Durch die Streichung der großen Contador-Erfolge nach dem 21. Juli 2010 können jetzt der Luxemburger Andy Schleck (Tourzweiter 2010) und der Italiener Michele Scarponi (Giro-Zweiter 2011) auf ein Aufrücken hoffen. Das muss vom Radsport-Weltverband UCI aber noch abgesegnet werden.
"Ich akzeptiere die Entscheidung des CAS. Tut mir sehr leid für Alberto. Diese Entscheidung ändert nichts an meinen Ergebnissen und meinen kommenden Zielen", sagte der designierte Giro-Sieger von 2011, Michele Scarponi. Auch Andy Schleck konnte sich nicht freuen: "Es gibt keinen Grund, glücklich zu sein. Alberto tut mir leid. Das einzig Positive: 566 Tage der Ungewissheit sind vorbei."
Quelle: dpa
Semmelrogge schrieb:
am 6. Februar 2012 um 19:34:57
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Tour
Die Regel ist einfach: Der Sieger ist gedopt! Also sollte man in Zukunft Zweiter werden wollen. Da kriegt man später das Geld
zugeschoben. Natürlich freut sich Herr schleck nicht. Wer weiß, was er alles geschleckt hat. Sicher gibt er dem armen Alberto etwas ab für ein gutes Bio-Steak ohne belastende Inhaltstoffe. Auf welche blödsinnige Ausrede sich Herr Schleck wohl insgeheim vorbereitet hat?
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Freigeber schrieb:
am 6. Februar 2012 um 19:28:47
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Doping für alle Profis
Lösung: Bei Jugendlichen und Amatueren strengste Kontrollen. Doping für Profis vollkommen freigeben. Profis müssen
sich selbst Kranken- und Rentenversichern. Am Trikot muß eine Fläche von mind. 20 x 20 cm freibleiben für die Nennung der Pharmafirma und der Substanzen. Die "Medikation" muß offengelegt werden. Patente auf neue Dopingverfahren dürfen nur zwei Jahre gelten, dann Freigabe, bzw. Ratiopharm.
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M schrieb:
am 6. Februar 2012 um 19:17:38
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Doping
Bin zwar auch absolut gegen Doping, aber das Einzige was helfen würde, wäre das Herausnehmen des Kapitals. Da das jedoch nie
passieren wird (genauso wenig wie sich die allg. Geldpolitik ändern wird, weil die, die sie ändern könnten, ja davon profitieren), sollen die Sportler doch machen was sie wollen. Wenn alle gleich dopen (wovon im Radsport fast auszugehen ist) gewinnt ja trotzdem der beste Fahrer. Für mich sind es halt keine richtigen Sportler mehr. Deshalb tu ich mir den Mist nicht mehr an.
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