23.07.2011, 09:57 Uhr
Mit all ihrer Erfahrung hat Freiwasserschwimmerin Angela Maurer den extrem harten Bedingungen getrotzt und bei der Schwimm-WM in Shanghai die siebte deutsche Medaille gewonnen. Einen Tag nach dem Gold von Thomas Lurz über fünf Kilometer belegte die 35-Jährige über die Marathondistanz von 25 Kilometern nach knapp 5:30 Stunden den zweiten Platz. "Platz zwei ist super, ich freue mich riesig. Bin froh, dass es so gut gelaufen ist, ich bin ja auch schon krank hier angereist", sagte die Weltmeisterin von 2009.
Das Rennen im über 32 Grad heißen ostchinesischen Meeresbecken gewann Ana Marcela Cunha aus Brasilien. Bronze ging an die Italienerin Alice Franco. Antje Mahn musste das Rennen bei extremen Bedingungen abbrechen und kollabierte nach ihrer Rückkehr an Land. "Ich war zwischendurch sehr besorgt. Ein Schock ist ein lebensbedrohlicher Zustand", sagte Mannschaftsarzt Volker Dotzel. Nach Infusionen stabilisierte sich der Zustand der 22-jährigen Rostockerin. Sie sollte das Medical Center am Jinshan Beach verlassen und sich unter Aufsicht in ihrem Hotelzimmer weiter erholen.
Benjamin Konschak beendete den Herren-Wettkampf ebenfalls vorzeitig. Hier gewann der in Würzburg lebende Bulgare Petar Stoitschew vor dem Russen Wladimir Djatschin und dem Ungarn Csaba Gercsak. Damit konnte sich Bundestrainer Stefan Lurz über eine Goldmedaille seines Bruders Thomas und zwei Titel ausländischer Sportler aus seiner Gruppe freuen. Fünf-Kilometer-Weltmeisterin Swann Oberson trainiert ebenfalls unter seiner Regie.
Die Freiwasserschwimmer haben damit in China viermal Edelmetall gewonnen: Einmal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze waren sogar noch einen Tick besser als die hohe Zielvorgabe des Deutschen Schwimm-Verbandes (1-1-2). "Ich bin super happy. Wir haben unser Soll übererfüllt", sagte Stefan Lurz und lobte das Rennen von Maurer. "Auf Angie ist Verlass. Ich bin stolz, solche Sportler in meinen Reihen zu haben."
Die schwüle Hitze und das überhitzte Meeresbecken forderten den Sportlern alles ab. Zwar war das Rennen um letztlich zwei Stunden auf 6.00 Uhr Ortszeit vorverlegt worden, doch einige Sportler mussten entkräftet aufgeben. Ein Rettungsschwimmer zog Antje Mahn aus dem Wasser. Als sie vom Boot an Land kam, war sie noch ansprechbar, dann aber verschlechterte sich ihr Zustand. "Die letzte halbe Stunde des Rennens weiß sie gar nichts mehr. Ihre Erinnerung endet am vorletzten Ponton", berichtete Teamarzt Dotzel.
Quelle: dpa
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