01.08.2009, 10:20 Uhr
Arturo Gatti mit seinem Trainer in Gattis letztem Kampf als Profiboxer am 14. Juli 2007 in Atlantic City. (Foto: imago)Selbstmord oder doch Mord? Die Umstände des Todes von Ex-Weltmeister Arturo Gatti bleiben mysteriös. Erst hatten die brasilianischen Behörden die 23-jährige Witwe des 37-Jährigen wegen Mordverdachts verhaftet. Dann ließen sie sie wieder frei, da sie glauben, Gatti habe sich selbst erhängt. Nun haben aber die kanadischen Behörden eine Exhumierung des Leichnams und eine erneute Autopsie veranlasst.
Gatti war am 11. Juli im brasilianischen Küsten-Nobelort Porto de Galinhas tot auf dem Boden eines Appartements gefunden worden. Neun Tage später wurde er im kanadischen Montreal beerdigt.
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Die brasilianischen Behörden waren nach wochenlangen Ermittlungen zu dem Ergebnis gekommen, Gatti habe sich mit dem Trageriemen einer Handtasche erhängt. Dieser lag blutverschmiert neben der Leiche des Boxers. Seine Frau Amanda Rodrigues hatte ausgesagt, dass sie um 6 Uhr morgens aus den Schlafräumen im Obergeschoss nach unten gekommen sei und ihren Mann auf dem Boden habe liegen sehen. Allerdings habe sie geglaubt, dieser würde betrunken schlafen. Um 9 Uhr hätte sie dann bemerkt, dass Gatti tot sei. Am Abend zuvor hatte sich das Ehepaar heftig in der Öffentlichkeit gestritten.
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Der ehemalige WBC-Weltmeister und Rodrigues waren seit zwei Jahren verheiratet und haben einen zehn Monate alten Sohn. Die Ehe soll von ständigem Streit geprägt gewesen sein. "Sie hat ihn ständig angebrüllt und hat gesagt 'Ich bringe dich um'", hatte Gattis Mutter Ida in einem Interview kurz nach dem Tode ihres Sohnes gesagt.
Arturo Gatti war im April im kanadischen Bundesstaat Quebec angeklagt worden, eine richterliche Anordnung missachtet zu haben, sich einer bestimmten Person zu nähern. Aus den Gerichtsdokumenten geht zwar nicht hervor, wer diese Anordnung erwirkt hatte. Doch Gattis Mutter bestätigte, dass es Rodrigues war.
Gatti war von 1995 bis 1997 IBF-Weltmeister im Superfedergewicht. 2004 sicherte er sich den WM-Gürtel des WBC im Halbweltergewicht, verlor diesen aber anderthalb Jahre später gegen Floyd Mayweather Jr. aus den USA. Nach zwei aufeinanderfolgenden Niederlagen beendete er vor zwei Jahren seine Karriere. Gatti bestritt als Profi 49 Kämpfe, von denen er 40 gewann.
Video: Vom Cut bis zum Tod
Quelle: t-online.de , sid
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