24.01.2010, 10:42 Uhr
Die Turiner Mohamed Lamine Sissoko (li.) und Giorgio Chiellini (re.) nehmen Romas Luca Toni in die Zange. (Foto: dpa)Freud und Leid lagen für den AS Rom am Abend des Spitzenspiels im Stadio Delle Alpi in Turin dicht beisammen: Als der 2:1-Erfolg bei Juventus feststand, musste sich der neue römische Mittelstürmer Luca Toni längst mit seiner gezerrten linken Wade beschäftigen.
Bereits nach drei Minuten humpelte der ehemalige Torjäger des FC Bayern München vom Platz. Ihm drohen vier Wochen Pause. Für den 32-Jährigen kam in Francesco Totti ein weiterer Weltmeister, der so überrascht war, dass er sich erst in Ruhe die Schuhe anziehen musste. Später sollte er sogar noch treffen.
Luca ToniDoppelpack gegen Genua
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Tonis vierter Einsatz für die Roma also war schnell beendet. Während seines dritten hatte er seine neuen Fans noch mit einem Doppelpack beim beim 3:0 gegen den FC Genua restlos begeistert. Und nicht ur die Fans: Der Vorstand des Tabellen-Dritten signalisierte danach Bereitschaft, Toni fest zu verpflichten.
Schon vor Tonis weiteren Untersuchungen hatte Trainer Claudio Ranieri kaum noch Hoffnung auf ein schnelle Rückkehr seines so hoch gelobten Neuzugangs. "Toni hat eine schwere Verletzung", berichtete Ranieri, der ansonsten in Turin allen Grund zur Freude hatte. Vor zehn Monaten hatten sie ihn in Turin gefeuert und durch Ciro Ferrara ersetzt, nun rächte sich Ranieri: "Das war mein erster Sieg gegen Juve und Roms erster seit neun Jahren", rechnete der Coach genüsslich vor.
Trotz des frühen Ausfalls des Torjägers gewann Rom beim Rekordmeister und festigte am 21. Spieltag mit 38 Punkten den dritten Platz. Juve (33) ist Fünfter. Nach der Führung der Turiner durch Alessandro del Piero (51.) gelang Totti per Strafstoß der Ausgleich (68.), ehe John Arne Riise der Roma in letzter Sekunde den Sieg sicherte. Juventus spielte zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl, da Nationaltorhüter Gianluigi Buffon in der 83. Minute die Rote Karte gesehen hatte.
"Ranieri versenkt Ferrara", titelte der "Corriere dello Sport". Ausgerechnet eine Heimpleite gegen seinen Vorgänger besiegelt Ferraras Schicksal. Nach sechs Niederlagen in den vergangenen acht Spielen, scheint der ehemalige Juve-Star zu resignieren: "Was auch immer kommen mag, es wird kein Drama sein. Ich akzeptiere die Entscheidung," sagte Ferrara.
Kapitän Alessandro Del Piero stellte sich zwar vor den Trainer, seinen Rauswurf aber wird auch er nicht mehr verhindern. "Wir sind alle Schuld", sagte Del Piero. "Jetzt reicht es, Juve. Was für eine Schande!", schimpfte die Turiner Sporttageszeitung "Tuttosport".
Quelle: sid , t-online.de
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