23.03.2011, 12:15 Uhr
Von Jens Bistritschan
Eigentlich schien alles klar zu sein: Wladimir Klitschko wird im Sommer versuchen, den Traum der Box-Brüder wahr werden zu lassen. Der IBF- und WBO-Champion soll den letzten noch in fremden Besitz befindlichen WM-Gürtel eines großen Verbandes zu erobern. Doch weder der Ort noch das genaue Datum stehen fest. Und nun gibt es auch noch ein Fragezeichen, ob es Wladimir ist, der gegen den WBA-Titelträger David Haye antritt. Eventuell muss sein älterer Bruder Vitali einspringen.
Denn Wladimir hat den Muskelfaserriss in der Bauchmuskulatur immer noch nicht auskuriert. Deshalb war auch sein für den 30. April in Mannheim geplanter Kampf gegen David Chisora zum zweiten Mal abgesagt worden. "Ich bin noch nicht soweit, dass ich wieder trainieren kann", erklärte Dr. Steelhammer am Rande des Kampfes seines Bruders Vitali gegen Odlanier Solis. "Hoffentlich kann ich in zwei, drei Wochen damit voll anfangen."
Dr. Eisenfaust schickt seinen kubanischen Herausforderer bereits in der ersten Runde auf die Bretter und verteidigt seinen WM-Titel. zum Video
Sollte dies nicht möglich sein, "wird Vitali gegen Haye boxen", bestätigte Manager Bernd Bönte. Im Vertrag mit dem Briten sei die Option offen gelassen worden, welcher Bruder zum Vereinigungskampf am 25. Juni oder 2. Juli in den Ring steigt. "Die Entscheidung liegt bei uns." Sollte Wladimir fit sein sein – und davon geht Bönte fest aus – wird der jüngere Klitschko Hayes Gegner sein. "Das haben die beiden auch klar so ausgemacht." Ansonsten käme Vitali zum Zug.
Gar nicht glücklich über eine zeitnahe Rückkehr seines Schützlings in den Ring wäre dessen Trainer Fritz Sdunek. Zwar hat der Kampf gegen Odlanier Solis nur 179 Sekunden gedauert. "Doch Vitali ist nicht mehr der Jüngste. Er sollte erst einmal eine Pause einlegen", sagte Sdunek.
Das einzig Spektakuläre beim Kampf von Vitali Klitschko gegen Odlanier Solis war die Pressekonferenz. zum Video
Sollte sein jüngerer Bruder nicht in der Lage sein, in den Ring zu steigen, wäre es für Vitali keine Frage, was er machen wird. "Ich bin bereit gegen Haye zu boxen", erklärte Dr. Eisenfaust. Seinen Worten nach habe es "den größten Streit der letzten Jahre" zwischen ihm und Wladimir wegen der Frage gegeben, wer denn gegen den WBA-Champion in den Ring steigen darf. Doch Haye wollte gegen den jüngeren Bruder boxen. Damit sei die Entscheidung gefallen gewesen.
Sollte er aber doch zum Zuge kommen, würde sich der Kampf nach Meinung des älteren Klitschkos grundlegend ändern- nicht vom Ergebnis, aber vom Verlauf her. "Wladimir würde ihn zwölf Runden bearbeiten und dann in der zwölften Runde ausknocken." Bei ihm würde der finale Schlag "viel schneller" kommen.
Quelle: t-online.de
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