10.04.2009, 11:45 Uhr
Der Streit um Markus Babbel ist geklärt. (Foto: imago)Die Hängepartie ist beendet: Teamchef Markus Babbel drückt die Schulbank, um die Trainerlizenz zu erwerben, und bleibt mindestens bis 2010 beim VfB Stuttgart. Der Deutsche Fußball- Bund (DFB) und der schwäbische Bundesligist haben den Monate lang schwelenden Streitfall gütlich gelöst. "Das ist eine freudige Nachricht", sagte Babbel zu der Einigung zwei Tage vor dem Spitzenspiel gegen den Hamburger SV. "Das werden stressige zehn Monate, vor allem für meine Familie. Aber es ist machbar. Es freut mich, dass es vom Verein keine Bedenken gibt."
Der später telefonisch zugeschaltete VfB-Sportdirektor Horst Heldt lobte die DFB-Verantwortlichen, die mit einer Reform des Fußballlehrer-Lehrgangs die Weichen für die Lösung gestellt hätten: "Ich bin darüber sehr glücklich."
VfB StuttgartBabbel bleibt Trainer
Babbel besucht vom 2. Juni an zehn Monate lang die Hennes-Weisweiler-Akademie in Köln, um den fehlenden Trainerschein zu erwerben. Der Europameister von 1996 coacht den VfB seit dem 22. November als Nachfolger des entlassenen Meister-Machers Armin Veh. Allerdings begrenzte der DFB diese Sonderregelung - wie in allen vergleichbaren Fällen seit dem 25. Januar 2008 - auf das Saisonende. Die Funktionäre um DFB-Sportdirektor Matthias Sammer hatten immer wieder betont, dass es für Babbel trotz prominenter Fürsprache keine Ausnahme wie einst für Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus, Ex- Bundestrainer Jürgen Klinsmann oder Sammer selbst geben werde.
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Babbel und der VfB hatten sich längst in ihr Schicksal gefügt, in langwierigen Gesprächen mit Sammer, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach und Lehrgangsleiter Frank Wormuth nun aber eine für sie akzeptable Lösung gefunden. Die für alle Trainerkandidaten verbindliche neue Regelung sieht unter anderem eine Verkürzung der Ausbildung von elf auf zehn Monate vor. Zudem findet der Unterricht künftig von Montagvormittag bis Mittwochabend statt, um den Lehrgangsteilnehmer die Möglichkeit zu geben, sich um ihre Teams einigermaßen adäquat kümmern zu können. "Der DFB hat sich große Gedanken gemacht. Es sind bis zu 20 Prozent Fehlzeiten möglich, die dann beispielsweise in Länderspiel-Pausen nachgeholt werden können", wies Babbel auf die Möglichkeit hin, im Fall von englischen Wochen auch schon früher zur Mannschaft stoßen zu können.
Heldt bezeichnete es als "ganz, ganz wichtig, dass nur 80 Prozent Teilnahme die Voraussetzung" seien. Zudem könne das Praktikum im eigenen Verein absolviert werden. "Das sind ganz innovative Schritte", sagte der Sportdirektor. Babbel ergänzte, dass Praktika so beispielsweise während möglicher Europapokal-Einsätze möglich seien, er da also direkt mit seinen Schützlingen arbeiten könne. Der DFB versicherte jedoch, dass es für Babbel «keine zusätzlichen Sonderregelungen» gebe.
Obwohl der ehemalige Verteidiger des FC Bayern München und FC Liverpool mit 51 Einsätzen in der Nationalmannschaft und zahlreichen Titeln zu den erfahrensten und erfolgreichsten deutschen Profis zählt, nahm er für sich nicht in Anspruch, auf die Ausbildung verzichten zu können. "Ich bin mit Sicherheit nicht der Schlaumichschlumpf", sagte Babbel, räumte aber lachend ein: "Am liebsten wäre mir gewesen, wenn ich den Schein geschenkt bekommen hätte."
Als vorzeitiges Ostergeschenk gab es für den vierfachen Familienvater aber die Vertragsverlängerung. "Über die genaue Laufzeit führen wir in den nächsten Tagen Gespräche", deutete Heldt an, dass eine längerfristige Zusammenarbeit mit Babbel und seinem Assistenten Rainer Widmayer wahrscheinlich ist. "Das Trainerteam mit Markus als Verantwortlichem funktioniert sehr, sehr gut. Nicht nur wegen der Ergebnisse, sondern auch wegen der Art und Weise der Arbeit. Es passt perfekt zum VfB." Chef-Coach Babbel kündigte an, dass Alexander Zorniger, derzeit Trainer des baden-württembergischen Oberligisten Normannia Gmünd, sein "Wunschkandidat" als weiterer Assistent sei. Die Einigung dürfte eine Frage weniger Tage sein.
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Quelle: dpa
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