24.11.2009, 09:25 Uhr
Bei einem Bob-Unfall in Königssee gab es vier Verletzte. (Foto: dpa)Auf der Bobbahn am Königssee gab es während des Europacup-Trainings am Montag einen schweren Unfall: Bei der Kollision eines russischen Frauen- und Männerbobs sind vier Personen zum Teil schwer verletzt worden.
So erlitt die 20-jährige Bremserin einen offenen Oberschenkelbruch und mehrere Frakturen im Nieren- und Bauch-Bereich. Das berichtet Bahnarzt Andreas Leidinger, der sofort am Unfallort war und Erste Hilfe leistete, ehe die Schwerverletzte mit einem Rettungshubschrauber ins Traunsteiner Klinikum geflogen wurde. Die drei weiteren Beteiligten wurden leicht verletzt.
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Nach ersten Ermittlungen der Polizei und der Bahnverantwortlichen haben die Frauen eine rote Ampel übersehen. Der Zweierbob sei ohne Freigabe in den Eiskanal gestartet, während zur gleichen Zeit am oberen Start der russische Zweierbob der Männer bei Grün losfuhr. Der Frauenbob war hinter der Kurve namens "Echowand" gestürzt und in Richtung Ziel gerutscht. Der 390 Kilo schwere Männerschlitten raste dann ungebremst in den umgekippten Bob und schob ihn noch rund 50 Meter vor sich her.
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Die Polizeiinspektion Berchtesgaden will nun klären, warum die 25 Jahre alte Pilotin der russischen B-Nationalmannschaft ohne Freigabe gestartet war. Auch die Traunsteiner Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Laut Margit Dengler-Paar, Pressesprecherin des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD), sei es technisch unmöglich, dass auf der Bahnanlage zwei Ampeln gleichzeitig auf Grün geschaltet werden. "Es war sicherlich eine Verkettung unglücklicher Umstände", meinte Dengler-Paar und verwies darauf, dass das Frauen-Team nicht rechtzeitig mit den Startvorbereitungen fertig und daher verspätet losgefahren war.
Der Unfall auf der ältesten Bob-Bahn der Welt, die pro Jahr weltweit die meisten Fahrten verbuchen kann, löste bei allen Beteiligten und Verantwortlichen großes Entsetzen aus. Zugleich wurden Erinnerungen an den tödlichen Unfall am 12. März 2004 wach, als Yvonne Cernota bei ihrer erst dritten Fahrt als Pilotin mit ihrem Zweierbob in der Ausfahrt "Echowand" nach einem Fahrfehler verunglückte. Durch die Fliehkräfte wurde das Gefährt plötzlich an die obere Kurvenbegrenzung gedrückt und prallte steil an die untere Bande. Dadurch wurde Bob aus der Bahn katapultiert. Für die eingeklemmte Yvonne Cernota kam jede Hilfe zu spät.
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Schockiert war auch Raimund Bethge, der am Montag beim Training an der Bahn war. Der deutsche Bob-Cheftrainer wurde am 30. November 2005 auf der Olympia-Bahn in Cesana in Kurve 10 von einem australischen Bob mit voller Wucht erfasst und erlitt einen offenen Unterschenkelbruch, eine dreifache Sprunggelenksfraktur und eine Gehirnerschütterung. Bis heute leidet er gesundheitlich an den Folgen des Horror-Unfalls. Im deutschen Verband war es damals bereits der zweite schwere Unfall eines Bundestrainers. In Winterberg war 1993 der damalige Rodel- Bundestrainer Sepp Lenz beim Schneefegen auf der Bahn von einer Rodlerin erfasst worden. Infolgedessen musste ihm sein linker Unterschenkel amputiert werden.
Quelle: dpa , sid
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