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Bolt sprintet um den Stolz, umstrittene Regel bleibt

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Bolt sprintet um den Stolz, umstrittene Regel bleibt

29.08.2011, 10:43 Uhr

Usain Bolt will seine Fans über die 200 Meter stolz machen. (Quelle: imago)

Usain Bolt will seine Fans über die 200 Meter stolz machen. (Quelle: imago)

Nach seinem Fehlstart über 100 Meter will sich Superstar Usain Bolt rehabilitieren und seinen WM-Titel in Daegu über 200 Meter erfolgreich verteidigen. Der Weltrekordler über beide Distanzen erklärte in einer Pressemitteilung, dass er "extrem enttäuscht" sei, nun aber nach vorne schaue. Er werde sich auf die Rennen am Wochenende über die halbe Stadionrunde und in der Staffel vorbereiten. (Live-Ticker: Alles zum dritten Wettkampftag)

"Ich weiß, dass ich in jetzt guter Form bin und werde mich darauf fokussieren, über die 200 Meter gut auszusehen", ließ der Jamaikaner wissen, dessen Ausschluss die Kritik an der Startregel angeheizt hatte.

Stars der Szene wettern gegen die Startregel

Nach dem spektakulärsten Fehlstart der Leichtathletik-Geschichte war der Weltverband IAAF um das Ende der Diskussionen über die umstrittene Regel 162.7 bemüht. "Wir haben keine Regeln für Stars, sie gelten für alle und sind keine Spielmasse", sagte Councilmitglied Helmut Digel. Auch Digels Amtsbruder Frankie Fredericks, der frühere 200-Meter-Weltmeister aus Namibia, sah für eine Ad-hoc-Entscheidung weder Anlass noch Möglichkeiten: "Wer die Regeln bricht, muss sanktioniert werden. Ich mag die Regel. Wir können sie auch nicht einfach ändern."



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Noch am Abend des von Bolts Trainingskollegen Yohan Blake gewonnenen 100-Meter-Finals hatten sich aktuelle und frühere Sprinter für eine Lockerung des umstrittenen Paragrafen stark gemacht. Bronzemedaillengewinner Jim Collins nannte die Vorschrift "Unsinn", weil die Zuschauer Bolt sehen wollten. Sydney-Olympiasieger Maurice Greene war schon immer gegen sie und wiederholte seine Kritik ("grausam"), der derzeit verletzte Tyson Gay hatte sie auch stets abgelehnt. Jamaikas Sportministerin Olivia Grange bezeichnete die Regel als "verrückt".

Regeländerung könnte erst 2013 beschlossen werden

Digel verwies Meldungen in das Reich der Fabel, wonach das 27-köpfige Spitzengremium über eine Reform der erst seit Januar 2010 geltenden Vorschrift beraten oder gar abstimmen werde. "Eine Regeländerung kann nur der Kongress mit Stimmenmehrheit beschließen", erklärte der Funktionär. Die Vertreter der 210 Mitgliedsländer treffen sich erst wieder unmittelbar vor der Weltmeisterschaft 2013 in Moskau. Auch bei Olympia 2012 wird sich also Usain Bolt keinen Fehlstart erlauben dürfen, wenn er seine Titel erfolgreich verteidigen will.

Regel 162.7 besagt, dass frühzeitiges Zucken oder gar Verlassen der Startblöcke zum Ausschluss des Läufers führt. Die Änderung zum 1. Januar 2010 wurde auf dem Kongress 2009 in Berlin mit 97:55 Stimmen beschlossen. Bis dahin war sieben Jahre lang eine Bestimmung gültig, wonach pro Rennen ein Fehlstart insgesamt erlaubt war. Der Athlet, der dann den zweiten verursachte, erhielt die Rote Karte. So geschehen bei der Leichtathletik-WM 2003 in Paris, als US-Sprinter Jon Drummond für einen Eklat sorgte. Weil er die Disqualifikation nicht akzeptieren wollte, legte er sich auf die Bahn und blockierte minutenlang den Ablauf.

Bolt verließ den Startblock schon vor dem Schuss

Dabei war gerade die schnelle Abwicklung von Läufen das Argument für die IAAF gewesen, die althergebrachte Regel zu kippen, nach der sich jeder Athlet einen Fehlstart leisten konnte. Das hatte dazu geführt, dass durch Zocker in den Startblöcken die Zeitpläne und damit die Fernsehübertragungszeiten durcheinandergerieten. So wie durch 9,9-Sekunden-Sprinter Drummond, der 1993 in Monaco das Limit von 0,100 Sekunden - eine noch kürzere Reaktionszeit wird als Fehlstart gewertet - auf die Tausendstel ausgereizt hatte. Bei Bolt betrug die Reaktionszeit -0,104 Sekunden. Er verließ den Startblock also schon vor dem Schuss.

Der schnellste Mann der Welt, der sich selbst besiegt hatte, dankte dennoch "allen Leuten, die mir gute Wünsche geschickt haben. Ich werde mein Bestes geben, um euch über die 200 Meter stolz zu machen." Und sich auch.


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Quelle: dapd

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Kommentare (6)

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Thema: "Bolt sprintet um den Stolz, umstrittene Regel bleibt"

Ted schrieb: am 29. August 2011 um 17:56:45
(1) (0) Unsinn
Wir sind (fast) alle einer Meinung das dieses Regelung Unsinn ist. Gerade die Tatsache dass Bolt nicht unbedingt beliebt ist zeigt
umso mehr das dieses Wünsch einer neutrale ist. Ich hoffe die Funktionären haben das mitgekriegt. Wahrscheinlich sind das dieselben die auch das Golden oder Silber oder Kupfer Goal eingeführt haben
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mätzchen schrieb: am 29. August 2011 um 16:57:04
(0) (2) wieso
das wissen wir eben nicht---sind es gewollte mätzchen oder überdrehtes verhalten-"substanzverschuldet"?läuferisch nötig
gegenüber anderen läufern hat er sowieso nichts. nur wie geht er damit um--mit respekt und angemessen oder kindisch? oder künstliches marketing? rennen kann er derzeit eh nur gegen eine uhr.
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kohor schrieb: am 29. August 2011 um 16:23:50
(3) (0) Bolts Fehlstart
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass die Regel Unsinn ist und finde, dass man bis zu zwei Fehlstarts erlauben sollte. Und
dennoch muss ich sagen, dass ein Mann, der den ganzen Sport mit seinen Gesten und arroganten Läufen verarscht es auch einmal verdient hat vom Sport verarscht zu werden. Er ist unfair und wurde genauso bestraft. Nun bleibt zu hoffen, dass er endlich mit den Mätzchen aufhört. Er hat es eh nicht nötig und könnte den WR wahrscheinlich pulverisieren.
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