20.12.2009, 11:09 Uhr
Gezeichnet, aber glücklich: Jürgen Brähmer jubelt nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung (Foto: ddp)Die erste Titelverteidigung endete für Jürgen Brähmer zwar im Krankenhaus. Ein tiefer Cut über dem rechten Auge musste mit acht Stichen genäht werden. Doch den Weltmeister-Gürtel des Boxverbandes WBO hatte der Halbschwergewichtler zuvor gegen den Russen Dmitri Suchotski erfolgreich verteidigt.
"Es war nicht der Kampf, den ich mir vorgestellt habe", sagte der alte und neue Champion. Doch am Ende zählte das Ergebnis. Und das besagt, dass Brähmer seinen 35. Sieg im 37. Profikampf eingefahren und den Weltmeistergürtel, den er nach dem Wechsel von seinem Stallgefährten Zsolt Erdei ins Cruisergewicht kampflos erhalten hatte, erstmals erfolgreich verteidigt hat.
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Zwei Punktrichter sahen Brähmer mit 116:112 Punkten vorne, einer mit 118:110. Und das, obwohl der Lokalmatador vor den 7000 Zuschauern in Schwerin am Rande einer Niederlage gestanden hatte. Eine Schlagsalve seines bisher in 14 Kämpfen unbesiegten Herausforderers hatte ihn in der zehnten Runde eingedeckt. Brähmer war im Stehen fast K.o. Doch Suchotski schaffte es nicht, den gewinnbringenden Schlag zu landen.
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Zudem kam Brähmer der Ringrichter zur Hilfe. Mike Ortega brach nicht etwa den Kampf ab, was bei der nicht mehr vorhandenen Gegenwehr des Weltmeisters sicherlich vertretbar gewesen wäre. Er schickte ihn, nachdem Suchotski seine Serie für kurze Zeit unterbrochen hatte, zur Begutachtung in die Ecke. Ringarzt Walter Wagner entschied, dass Brähmer trotz eines tiefen Cuts über dem rechten Auge weiterboxen könne. "Als der Ringrichter unterbrochen hat, dachte ich, dass es aus war", beschwerte sich Suchotski dann auch nach dem Kampf.
Brähmer verteidigte hingegen das Vorgehen des Ringrichters. "Wenn ich in der zehnten Runde komplett weg gewesen wäre, hätte ich ja nicht in Runde elf und zwölf zurückschlagen können. Es ist normal, dass der Ringrichter eine stark blutende Verletzung kontrollieren lassen muss." Und Promoter Klaus-Peter Kohl lobte: "Wie Jürgen diese 10. Runde überstanden hat, das können nicht so viele Boxer in der Welt."
Die ersten Runden hatte Brähmer den Kampf bestimmt, sich da den Vorsprung herausgeboxt, der am Ende für den Sieg entscheidend war. Doch in der achten Runde drehte der Russe noch einmal auf, attackierte den Weltmeister und hatte ihn dann kurze Zeit später am Rande einer Niederlage. Um so erstaunlicher war es, dass Brähmer in den letzten beiden Durchgängen wieder die Oberhand zurückerkämpfen konnte und verdient den Ring als Sieger verließ.
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