07.11.2009, 22:15 Uhr
David Haye besiegt Nikolai Walujew. (Foto: dpa)David Haye hat seinen markigen Worten Taten folgen lassen. Der 29-jährige Schwergewichtler konnte den Russischen Riesen und WBA-Weltmeister Nikolai Walujew zwar nicht wie versprochen als erster Boxer zu Boden schicken. An dem Punktsieg des Briten gab es nach zwölf Runden in Nürnberg für die Zuschauer jedoch keine Zweifel. Die Ringrichter werteten allerdings nur knapp mit 114:114, 116:112, 116:112 für Haye.
Für Walujew war es im 53. Kampf die zweite Niederlage als Profi-Boxer. Vor zweieinhalb Jahren hatte er den WBA-Gürtel schon einmal verloren - damals gegen Ruslan Chagaev. Da der Usbeke verletzungsbedingt den Titel aber nicht verteidigen konnte, durfte sich Walujew nach einem Erfolg gegen John Ruiz erneut Weltmeister nennen. Haye, der vor seinem Wechsel in die Königsklasse Champion im Cruisergewicht nach Version der Verbände WBC, WBA und WBO war, feierte seinen 23. Sieg im 24. Kampf.
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Schon vor dem Fight versuchte Haye seinen Gegner mit Psycho-Spielchen zu verunsichern. Der Brite verzögerte seinen Einmarsch in den Ring, sperrte sich sogar kurzzeitig in seiner Kabine ein. Während des Duells ließ er dann zumeist die Fäuste tief hängen. Walujew konnte dies aber nicht ausnutzen.
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Nach dem ersten Gong hielten sich beide Kämpfer erst einmal mit Offensiv-Aktionen zurück. Walujew hatte seine Schwierigkeiten, den Herausforderer zu stellen. Haye seinerseits versuchte nur ganz sporadisch, mit schnellen Attacken bei den Kampfrichtern zu punkten, um sich dann gleich wieder zurück zu ziehen. Doch je länger der Kampf andauerte, um so mehr nutze der 22 Zentimeter kleinere und rund 45 Kilogramm leichtere Brite seine Schnelligkeit. Immer wieder traf er den Champion, ohne diesen allerdings auch nur annähernd in seinen Grundfesten zu erschüttern. Walujew wirkte zu langsam, konnte nie die für ihn richtige Entfernung zu seinem Kontrahenten etablieren und schlug zahlreiche Luftlöcher.
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Video: Vom Cut bis zum Tod
Walujews Ecke merkte mit zunehmender Dauer, dass ihr Schützling auf die Verliererstraße kam. "Du musst arbeiten, du musst arbeiten", forderte sein Trainer Alexander Zimin nach der sechsten Runde. Doch Walujew konnte nicht die entscheidenden Aktionen zeigen. Im Gegenteil, gut eine Minute vor Schluss wackelte der Champion nach einem linken Aufwärtshaken des Herausforderers bedenklich, doch er fiel nicht. Warum Kampfrichter Juan Manuel Garcia Reyes aus Spanien den Kampf allerdings als Unentschieden wertete, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Die 8000 Zuschauer in Nürnberg quittierten das Teilurteil mit Pfiffen und jubelten dann um so lauter, als die Ergebnisse auf den Punktzetteln von Stefano Carozza und Tom Miller verlesen wurden.
Quelle: t-online.de
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