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Boxen: Marco Huck bleibt WBO-Weltmeister im Cruisergewicht

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Marco Hucks nächste Reifeprüfung ist geglückt

06.12.2009, 08:41 Uhr

WBO-Pflichtherausforderer Ola Afolabi (li.) wird von WBO-Weltmeister Marco Huck schwer getroffen. (Foto: AP) WBO-Pflichtherausforderer Ola Afolabi (li.) wird von WBO-Weltmeister Marco Huck schwer getroffen. (Foto: AP)Sein Trainer Ulli Wegner sprach von einer "hervorragenden" Leistung, Box-Legende und ARD-Experte Henry Maske sah WBO-Cruisergewichts-Weltmeister Marco Huck in seinem 28. Kampf als Profi "überzeugend" und als verdienten Punktsieger: Mit 3:0-Richterstimmen verteidigte der 25-Jährige in Ludwigsburg gegen den jederzeit gefährlichen und unangenehmen Pflichtherausforderer Ola Afolabi nach zwölf intensiven Runden seinen Gürtel.

In der fünften Runde stand Huck nach einem schweren Aufwärtshaken seines provokant auftretenden und unsauber "amerikanisch" boxenden Kontrahenten kurz vor dem Aus. Über diese schweren Sekunden rettete sich der um ein Haar einknickende "Käpt'n" erfolgreich, um nachher seinem Trainer für die Anleitung zum Erfolg zu danken.

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Huck sieht allzu oft nur Afolabis Rückseite

Der gewohnt engagiert in der Ecke auf seinen Schützling einredende Wegner bezeichnete sich anschließend als "sehr zufriedenen Menschen" ob des Sieges Hucks. Immer wieder hatte der routinierte Coach den früheren Kickbox-Weltmeister lautstark angehalten, zum Körper des ungeheuer beweglichen, aber ebenso ungeheuer zur Schau neigenden Afolabi zu gehen, um anschließend das Ziel Kopf anzuvisieren. Diesen entzog Afolabi Huck immer wieder durch unsportliches Abdrehen. Die Folge: Schon nach der ersten Runde kam US-Star-Ringrichter Joe Cortez, dessen Leitung an Konsequenz zu wünschen übrig ließ, in die Ecke Hucks, um diesen daran zu erinnern, nicht in den Nacken zu schlagen. Wegner reagierte erbost darauf, indem er richtigerweise darauf verwies, Afolabi drehe sich doch permanent weg.

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Nach Punkten recht komfortabel vorne

Dass der in London geborene und in den USA lebende Sohn nigerianischer Auswanderer zudem Gegner und Publikum unablässig mit seinen Gesten veralberte und jeden Anflug mannhaft-fairen Boxens vermied, kam dazu. Das Auditorium quittierte es mit entsprechenden Pfiffen und Buhrufen. Dabei hätte Afolabi, wie er bei einigen Attacken aufblitzen ließ, solcherlei gar nicht nötig. Huck indes störte es nicht. Er erholte sich von der schwierigen fünften Runde und wäre in der zwölften von Afolabi nur noch durch K.o. zu besiegen gewesen. Das Gefecht war für Huck ein weiterer wichtiger Reifeprozess auf dem Weg zu einem ausgezeichneten Boxer, dem immerhin der große Hintergrund als Amateur fehlt.

Huck bleibt gelassen

Voller Respekt fielen sich beide Protagonisten gleich nach dem letzten Gong in die Arme. Huck meinte, als Boxer müsse man mit alldem leben, was Afolabi abgezogen habe, das gehöre dazu. Gleichwohl sei er "sehr müde" und froh, einen "sehr guten" Gegner nach einem sehr schweren Gang besiegt zu haben.

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Afolabis eigenwillige Kampfbilanz

Dessen zweite Niederlage im 19. Kampf als Profi fiel letzten Endes knapper aus als erwartet: Die Punktrichter John Stewart aus den USA und der Belgier Andre van Grootenbuel sahen Huck lediglich mit 115:113 Punkten vorn. Die Beurteilung des Spaniers Manuel Maritxalar kam der Wahrheit mit 116:112 Punkten deutlich näher. Trotzdem beschwerte sich Afolabi hinterher, Huck habe doch fast nur in die Luft geschlagen und er selbst die wichtigen Treffer gesetzt. Die Krönung jedoch stellte die Bemerkung des 29-Jährigen dar, Huck habe "schmutzig geboxt, gerungen" und ständig "das Knie angezogen". Die Zuschauer bekamen diese Interview-Worte über das Hallenmikrofon mit und erhöhten den Lärmpegel entsprechend.

Wegners fruchtende Ansprache

Tatsache war, dass Huck oft nicht klug boxte, was auch Ex-Champion Sven Ottke - selbst Wegner-Schüler - anmahnte. Deshalb sah Ottke auch keinen schönen Kampf, aber einen, der ihn jederzeit mitnahm. Weil er spannend und bis zum Schluss offen war. Denn immer lag in der Luft - nochmals vor allem in der zehnten Runde - Huck könne einem weiteren Aufwärtshaken seines eigenwilligen Widersachers zum Opfer fallen. Als "unangenehmen Gegner" beschrieb Promoter Wilfried Sauerland Afolabi. Dessen "Lucky punch" wollte Wegner verhindern, weshalb er Huck eindringlich daran erinnerte, sich für seine Schufterei vor Millionen von Fernsehzuschauern zu belohnen, ein Mann zu sein, konzentriert und auf der Hut vor der Hinterlist Afolabis: "Lass' Dich nicht reizen!"

Weiterhin nur eine Niederlage

Es klappte, und so unterschrieb Huck seinen am 29. August gegen den Argentinier Victor Emilio Ramirez errungenen Titel dick. Seine bislang einzige Niederlage erlitt der in Serbien als Muamer Hukic geborene Huck am 29. Dezember 2007 in der IBF-WM gegen den US-Amerikaner Steve Cunningham.

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Povetkin bereitet sich auf Klitschko-Herausforderung vor

Vor Hucks Hauptkampf hatte der russische Schwergewichtler Alexander Povetkin sich gegen einen überforderten Gast aus den USA im 18. Profikampf den 18. Sieg geholt. Leo Nolan war nach 2:33 Minuten der dritten Runde sehr zeitig am Boden, buchstäblich. Povetkin hatte dem zuvor in 28 Fights nie niedergeschlagenen 37-jährigen mit konzentrierten und exakten Treffer zugesetzt. Schon in der zweiten Runde zeichnete sich das vorzeitige Kampfende deutlich ab. Povetkin holte sich Selbstsicherheit und Bestätigung der Arbeit mit dem neuen Trainer Teddy Atlas auf dem Weg zur Herausforderung des WBO/IBF/IBO-Titelträgers Wladimir Klitschko. "Wenn es so weit ist, werden wir bereit sein", sagte Atlas in der ARD. Povetkins neuer Ausbilder, der früher auch mal drei Monate mit Maske gearbeitet hatte, stammt aus den USA und verständigt sich mit Povetkin per Dolmetscher.

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Quelle: t-online.de

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