02.05.2010, 10:57 Uhr | dpa
WBO-Weltmeister Marco Huck (re.) platziert eine krachende Rechte am Kopf seines Herausforderers Brian Minto. Der 35-Jährige wird vor der zehnten Runde von seiner Ecke aus dem Kampf genommen. (Foto: dpa) (Quelle: dpa)
Dass Marco Huck gerade seinen WM-Titel der WBO im Cruisergewicht gegen den zehn Jahre älteren Brian Minto aus den USA erfolgreich verteidigt hatte, war seinem Trainer nicht anzumerken. Das aus der Ecke Mintos zum Zeichen der Aufgabe vor der zehnten Runde geflogene Handtuch sprach eigentlich Bände, wer hier von wem vermöbelt worden war. Doch Hucks Kampfführung gegen den standhaften Gast aus den Staaten offenbarte, dass der 25-jährige Sieger in puncto Cleverness und Effektivität noch viel Luft nach oben besitzt. "Ich weiß, was noch alles mit Marco zu tun ist", sagte der um die richtigen Worte ringende Wegner in der ARD. Der 68-Jährige biss sich auf die Zunge und fügte an: "Er muss sich auch an Taktik halten."
An der Rechtmäßigkeit des Sieges gab es jedoch keinen Zweifel. Huck hatte seinen Herausforderer in der dritten, fünften und neunten Runde auf die Bretter geschickt. Doch der bullige US-Amerikaner, der vor knapp vier Jahren Publikumsliebling Axel Schulz bei dessen Comeback-Versuch böse vertrimmt hatte, kehrte stets wie ein Stehaufmännchen zurück. Wankend zwar, aber immer noch in der Lage, zurückzuprügeln. Zwischendurch verlor der 35-Jährige die Orientierung und setzte sich in der Rundenpause nach der fünften Runde zum verblüfften Wegner in die Ecke. Erst vor der zehnten Runde hatte die Minto-Ecke mit ihrem torkelnden Mann ein Einsehen und ließ das Gefecht abbrechen.
Der Kampf erinnerte mitunter an eine wilde Straßenkeilerei. Vom feinen Boxen, das Wegner als hehres Ideal seit Erwerb seines DDR-Sportlehrerdiploms in den 60er Jahren predigt und lehrt, war Huck erneut meilenweit entfernt. Seine Brachialattacken, die die 3500 Zuschauer in der Oldenburger Weser-Ems-Halle mit Begeisterung quittierten, verpufften häufig. Huck schlug gewaltige Luftlöcher, die für ausreichend Ventilation in der Halle sorgten, jedoch immens Kraft kosteten. Mit seinen kompletten 90 Kilo warf sich der gebürtige Serbe (alias Muamer Hukic) in die Schläge, als wollte er einen voll besetzten Reisebus von der Straße schubsen.
Immer wieder forderte Wegner, den linken Jab zu bringen. "Mach doch, was ich dir sage", fuhr er seinen schnaufenden Schützling an. "Hör mal zu: Du bist Weltmeister. Du musst schlauer boxen. Ist doch klar, dass du dumm boxt", belehrte Wegner vor der siebten Runde. Auch das half nicht. Huck boxte, wie Huck immer boxt: nicht schlau, aber gewaltig. "Lass' das weg! Meine Fresse!", rief Wegner wütend. Huck ignorierte seinen Trainer. "Im Moment machst du 'ne sinnlose Schlägerei." Doch egal, ob er Huck anblaffte oder es mit Engelszungen versuchte (vor der neunten Runde: "Du bist der Mercedes und er ist der Lanz-Bulldog!"): Huck boxte in seiner ungestümen Art, bis der andere aufgab.
Um das Arbeitspensum, das Wegner mit dem früheren Kickboxer noch vor sich hat, beneidete keiner der anwesenden Experten den Trainer. Axel Schulz befand, Huck habe sich zu sehr auf seine Schlagkraft verlassen und die Linke schleifen lassen. Auch Luan Krasniqi, einst Punktsieger über Minto, hielt sich mit Lob zurück. Einiges sei "teilweise gelungen", sagte er. "Marco vergisst nach Niederschlägen, konzentriert weiterzuboxen", haderte Promoter Wilfried Sauerland. Nach dem Kampf fiel Huck wieder ein, was Wegner eigentlich wollte: "Man muss locker boxen", meinte der Weltmeister. "Von Kampf zu Kampf steigere ich mich."
Quelle: dpa
Berny O. schrieb:
am 2. Mai 2010 um 18:03:17
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Mehr Kopf anstatt Fäuste
Wenn Marco nicht lernt mehr auf seinen Trainer zu hören, wird ihm über kurz oder lang die Kraft ausgehen. Boxen ist vor allem Kopfsache...
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Manne schrieb:
am 2. Mai 2010 um 15:46:07
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Huck
Hucks Aggressivität finde ich gut. Aber er sollte dennoch mehr auf seinen Trainer hören. Es muß doch nicht sein, das Huck bei solch
einer unkontrollierten Art, selbst einen Hammer zu spüren bekommt und K.O. geht. Dann ist der Titel weg.
Also, ein wenig mehr auf den Trainer hören. Der hat nun mal mehr Erfahrung.
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Mick49 schrieb:
am 2. Mai 2010 um 15:40:18
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Kapitän Huck
Er boxt nicht elegant,aber effektiv.Ich seh seine Kämpfe immer wieder gerne,langweilige Kämpfe gibt es nicht bei Kapitän Huck.
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