Max Schmeling (Foto: imago)Max Schmeling war einer der größten Sportler, die Deutschland je hervorgebracht hatte. Für den Boxer schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Abgesehen von ein paar wenigen Falten, die sich in sein freundliches Gesicht gegraben hatten, hatte sich Schmeling, bis zu seinem Tod am 2. Februar 2005, äußerlich kaum verändert. Auch im hohen Alter (er starb mit 99 Jahren) wirkte seine kräftige Gestalt immer noch genauso imposant wie bei seinen legendären Boxkämpfen Anfang der 30er Jahre.
1930 und 1931 schaffte er das Unvorstellbare: Er wurde Weltmeister im Schwergewicht und begeisterte die Massen. Die Radioübertragungen seiner Kämpfe aus Amerika waren hierzulande Großereignisse. Die Leute blieben nachts wach, um den "Ulan vom Rhein" boxen zu hören. Aus einfachen Verhältnissen schaffte Schmeling es bis nach ganz oben - blieb aber immer auf dem Boden. Wahrscheinlich der Grund, warum sich Schmeling stets einer ungebrochenen Beliebtheit erfreuen konnte.
Foto-Show Der Ulan vom Rhein
Foto-SerieAbschied von Max Schmeling
Max Schmeling | "Ulan vom Rhein" |
Geburtstag | 28. September 1905 |
Geburtsort | Klein-Luckow/Mecklenburg |
Nationalität | deutsch |
Aktive Zeit | 1924-1948 |
Kämpfe | 70 |
Siege | 56 |
K.o.s | 39 |
Unentschieden | 4 |
Niederlagen | 10 |
Titel / Erfolge | 1924 holte er sich den Deutschen Vizemeistertitel im Halbschwergewicht. Nur kurze Zeit später bestritt er seinen ersten Kampf als Profi gegen Jean Czapp in Düsseldorf. 1926 wurde er Deutscher Meister im Halbschwergewicht. 1927 kam er nach einem K.-o.-Sieg in der 14. Runde gegen den Belgier Fernard Delarge zu Europameisterschaftsehren im Halbschwergewicht. Anschließend wechselte er in die Schwergewichtsklasse und wurde auf Anhieb Titelträger des Landes. Im Mai 1928 wagte er den Sprung nach Amerika, um neue Herausforderungen zu finden. Er nahm an Ausscheidungskämpfen um die Weltmeisterschaft im Schwergewicht teil, da der WM-Titel vakant geworden war (Gene Tunney hatte seine Karriere beendet). Der "Ulan vom Rhein", wie er in den USA genannt wurde, traf im Finale in New York auf den 27-jährigen Jack Sharkley. Allerdings traf der US-Amerikaner Schmeling in der vierten Runde so unglücklich, dass der Deutsche nicht weiter kämpfen konnte. Sharkley wurde wegen dieses Treffers disqualifiziert und Max Schmeling war mit 24 Jahren am Ziel seiner Träume: der erste europäische Weltmeister aller Klassen im Schwergewicht. Die erste Titelverteidigung glückte gegen Young Stribling, den er in der 15. Runde ausknockte. 1932 der Rückkampf gegen Jack Sharkley: Hier verlor der Deutsche durch eine fragwürdige Beurteilung der Punktrichter. Es folgten weitere Niederlagen, doch Schmeling erholte sich und erhielt 1936 eine weitere WM-Chance. Am 19. Juni 1936 boxte er gegen den bis dahin ungeschlagenen US-Amerikaner Joe Louis einen WM-Ausscheidungskampf - der größte Kampf seiner Karriere. In der zwölften Runde schickte der Deutsche mit drei aufeinander folgenden Rechten den "braunen Bomber" zu Boden. Die einzige Niederlage in der Karriere von Joe Louis. Der amtierende Weltmeister Braddock zog es aber vor, gegen Joe Louis zu boxen. Doch Braddock verlor und so wurde die Revanche Louis gegen Schmeling 1938 der verdiente Titelkampf für den Deutschen. Aber der US-Amerikaner ließ keinen Zweifel aufkommen, wer der bessere Boxer war. In nur 124 Sekunden, damals der kürzeste Kampf der Geschichte, beendete Louis den Fight, nachdem Schmeling bis zu diesem Zeitpunkt schon drei Mal zu Boden gegangen war. 1940 unterbrach die Einziehung zum Zweiten Weltkrieg die Boxerkarriere Schmelings. Er wurde im Krieg als Fallschirmspringer eingesetzt. 1943 wurde er verwundet aus der Wehrmacht entlassen. Seinen letzten Fight verlor er als Dreiundvierzigjähriger gegen den Hamburger Richard Vogt (am 31. Oktober 1948). |
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