31.10.2010, 08:30 Uhr | t-online.de, sid
Das Heimspiel vor 4000 begeisterten Zuschauern in der Rostocker Ostseehalle geriet für Sebastian Sylvester zum großen Triumphmarsch. Der 30-jährige IBF-Weltmeister im Mittelgewicht besiegte seinen tapferen Herausforderer Mahir Oral nach zwölf Runden klar nach Punkten. Die italienischen Punktrichter Francesco Rega und Franco Ciminale sahen den unumstrittenen Sieger jeweils mit 117:107 vorne. Der Däne Berit Andreasen wertete das intensive Gefecht sogar mit 119:106 für den alten und neuen Champion.
Sylvester verbesserte seinen Profirekord auf 34 Siege in 38 Kämpfen. Drei Mal hat er bislang verloren und ein Mal unentschieden geboxt. Oral unterlag auch bei seiner zweiten WM-Chance. Am 27. Juni 2009 hatte der 30-Jährige in Berlin durch technischen K.o. gegen Arthur Abraham in der zehnten Runde verloren.
Lokalmatador Sylvester wurde von den Zuschauern wie zuvor bei seinen Kämpfen in Neubrandenburg mit anhaltenden "Hurrikan"-Rufen ebenso lautstark wie frenetisch angefeuert. Aber auch Oral hatte eine kleine Anhängerschaft mitgebracht und wurde von seinem Freund, dem bekannten und mehrfach ausgezeichneten Regisseur Fatih Akin, in der Ecke unterstützt.
Auch boxerisch lagen die Vorteile klar beim Lokalmatador, der mit zunehmender Kampfdauer immer überlegener wurde. Sylvester blutete zwar ab der zweiten Runde nach einem unabsichtlichen Kopfstoß stark über dem rechten Auge an der Nasenwurzel, setzte mit seiner größeren Dynamik aber die klareren Wirkungstreffer. Später ignorierte Sylvester nach einem weiteren Zusammentreffen mit Orals Kopf auch noch einen Cut am linken Auge.
In der vierten Runde hatte der Titelverteidiger Oral mit einem rechten Kopfhaken an die Schläfe schon nach etwas mehr als einer Minute wirkungsvoll getroffen, konnte ihn aber trotz allen Bemühens nicht niederschlagen. Orals Wille, stehenzubleiben und das Schlaggewitter auszuhalten, war stärker als Sylvesters Verlangen nach dem frühen Ende. Der Champion gestand anschließend ein, sich erst zur sechsten Runde selbst wieder erholt zu haben. So sehr hatte er sich - für alle ersichtlich - in dieser aufregenden vierten Runde verausgabt.
Nach jeweils 1:25 Minuten der achten und der neunten Runde musste Oral dann aber doch in die Knie und sich anzählen lassen. Der variable Stil Sylvesters, zu dem konsequente Treffer zum Körper und schnelle Haken gehörten, hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst durchgesetzt. Der lange Oral wirkte oft zu statisch und unbeweglich, wich den Fäusten seines Kontrahenten zu selten aus. Sylvester wiederum kassierte für diese Gabe, Orals Schläge ins Leere laufen zu lassen, von seinem Coach Karsten Röwer anschließend ein Extralob.
In der elften Runde ging Oral erneut in die Knie. Nach 2:30 Minuten musste sich der Deutsch-Türke nach schweren und zahlreich angebrachten Körpertreffern Sylvesters vom kanadischen Ringrichter Marlon Wright bis acht anzählen lassen. Wright erkundigte sich explizit, ob Oral sicher sei, weitermachen zu können. Er war sich sicher. Mit großem Kampfgeist schaffte es der Hamburger Löwe in der Höhle des Löwen über die volle Distanz. Sein Sieg hätte ohnehin nur noch über einen K.o. geführt. Dass Oral nachher traurig war, erneut gescheitert zu sein, verhehlte er in der ARD nicht. Er könne die Niederlage aber akzeptieren, da Sylvester der bessere Boxer gewesen sei.
Zuvor hatte die Norwegerin Cecilia Braekhus ihre drei WM-Titel der Verbände WBC, WBA und WBO erfolgreich verteidigt. Die für den Berliner Sauerland-Stall kämpfende Weltergewichtlerin bezwang Herausforderin Mikaela Lauren aus Schweden durch K.o. in der siebten Runde.
Quelle: t-online.de , sid
Elli Meier schrieb:
am 31. Oktober 2010 um 16:29:35
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Basti Silvester
ist eine Zumutung. Das ist kein Boxen was der abliefert, dass ist Kirmesbudenboxen. Keine Technik nur wildes Gehaue und
Gespringe wie in der Fleischerei. Kaum Zuschauer, warum überträgt die ARD solchen Müll ? Dieser Boxspargeltarzan bekommt auch immer Fallobst und ausgebrannte Blendgranaten. Welchen Wert hat eigentlich sein Gürtel ? Ist der Gürtel selbstgebastelt ? Ich bin von diesen Leistungen sehr enttäuscht und werde den nie wieder gucken, der ist ja nur am bluten durch schlechten Stil .
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max100 schrieb:
am 31. Oktober 2010 um 16:19:36
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Hanswurst
Hanswurst Sie sind der Beste !
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Toni M. schrieb:
am 31. Oktober 2010 um 15:59:38
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@Nörgler: verwelkte Tulpe u.a.
Was wollt Ihr noch? Es war ein Superkampf mit einem eindeutigen hochverdienten Sieger. Selbst ein blinder,
bestochener Ringrichter hätte nicht anders urteilen können. Es war eineindeutig und fair! Kauft euch einen anderern Fernseher, wenn ihr Tiefschläge gesehen habt.
Natürlich war der tapfere Oral vorn - auf dem Weg ins Krankenhaus!
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