12.10.2008, 14:41 Uhr
Aus Berlin berichtet Jens Bistritschan
Erfolgreiche Brüder: Vitali (links) und Wladimir Klitschko (Foto: ddp)
Das Ende kam ein wenig überraschend. Doch trotzdem kannte die Freude bei den Brüdern Klitschko nach Vitalis Sieg gegen den WBC-Titelverteidiger Samuel Peter keine Grenzen. Kaum hatte der Nigerianische Albtraum kurz vor Beginn der neunten Runde aufgegeben, stürmte Wladimir in den Ring und umarmte Vitali.
Endlich war es soweit. Sie sind als erstes Bruderpaar gleichzeitig Weltmeister im Schwergewichtsboxen. "Ich habe es geschafft, den Traum zu realisieren“, jubelte Vitali.
Vitali Klitschko vs. Samuel Peter
Vitali Klitschko vs. Samuel Peter
Der Kampf Samuel Peter gibt auf
1400 Tage nach seinem letzten Kampf und rund drei Jahre nachdem der heute 37-jährige Ukrainer wegen mehrerer Verletzungen den WBC-Gürtel zurückgegeben hatte - auf diese Feststellung legt er großen Wert - hat Dr. Eisenfaust das gute Stück wieder. Beeindruckend bei dem Comeback war nicht nur, dass der Ukrainer gegen seinen zehn Jahre jüngeren Kontrahenten erfolgreich war, sondern wie dominant er gegen den WBC-Weltmeister auftrat.
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Von der ersten Sekunde an hatte der ältere Klitschko-Bruder den Kampf bestimmt. Seinen Reichweitenvorteil nutzte der 20 Zentimeter größere Herausforderer gnadenlos aus. Mit seiner linken Führhand - mal als Jab, mal als Aufwärtshaken geschlagen - hielt er Peter fast spielend auf Distanz. Nur einmal kam es zum Clinch, ein Armutszeugnis für den kleineren Boxer, der den Infight hätte suchen müssen, aber niemals fand.
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"Dass es so optimal läuft, hätte ich nicht gedacht", lobte Klitschkos Trainer Fritz Sdunek, "Vitali hat ihm ganz schön was auf den Schädel gehauen." Deshalb sei auch Peters Entscheidung richtig gewesen, in der Pause zwischen der achten und der neunten Runde aufzugeben. Zwar versuchte dessen Manager Ivalyo Gotsev auf der Pressekonferenz, die ohne Peter stattfand, dies als eine Entscheidung der Ringecke seines Schützlings darzustellen. Aber die Fernsehbilder zeigen ganz eindeutig, dass es der Boxer selbst war war, der eine Ende des Spuks wollte.
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Inwieweit in Peters Entscheidung der Zwischenstand eine Rolle gespielt hatte, ist reine Spekulation. Fakt ist aber, dass Klitschko auf den Stimmzetteln der drei Punktrichter - bei der WBC werden nach der vierten und der achten Runde die bisherigen Wertungen bekannt gegeben - uneinholbar in Führung lag: 79:73, 80:72, 80:72. Peter hätte also nur noch durch K.o. und somit nur mit dem dann immer wieder gerne ins Spiel gebrachten „Lucky Punch“ gewinnen können. Doch daran glaubte er wohl selbst nicht mehr.
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Klitschko war dann auch wegen des unerwarteten Kampfendes etwas überrascht. "Denn ich hatte versprochen, dass ICH den Kampf beende und nicht er." Aber das Duell hätte seiner Meinung nach sowieso nicht mehr lange gedauert: „In der nächsten oder übernächsten Runde hätte ich ihn ausgeknockt."
Quelle: t-online.de
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