15.03.2009, 15:49 Uhr
Uli Hoeneß ist seit 1979 Manager des FC Bayern München. (Foto: imago)Ungewöhnlicher Vorschlag von Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß: Mit einer Art GEZ-Gebühr für den Fußball sollen die deutschen TV-Haushalte die Bundesliga darin unterstützen, im internationalen Geschäft wieder wettbewerbsfähig zu sein. "Meine große Hoffnung ist, dass die Leute irgendwann bereit sind, zwei Euro im Monat für Fußball zu bezahlen", sagte er in einem Interview der "Wirtschaftswoche".
Die Bundesliga hinkt im Vergleich mit den großen Klubs aus England, Spanien und Italien sowohl sportlich als auch wirtschaftlich seit einigen Jahren klar hinterher. Diesen Zustand würde Hoeneß vor seinem geplanten Rücktritt als Manager des Deutschen Meisters zum Jahresende noch gerne verbessert wissen.
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"Das ist nicht mal eine halbe Schachtel Zigaretten oder ein kleines Bier in der Kneipe", rechnet Hoeneß vor. Nach Wunsch des Münchner Machers kommen in diesem Fall von den 37 Millionen TV-Haushalten dann "im Monat rund 75 Millionen Euro, im Jahr gut 900 Millionen" zusammen: "Damit kämen wir den 1,2 Milliarden Euro in England und den 1,1 Milliarden in Italien sehr nahe. Das wäre mal was, das wäre dreimal so viel wie die erste und die zweite Liga derzeit pro Saison bekommen."
Die momentan herrschende Differenz zu den führenden Ligen werde auf Dauer dazu führen, dass "der deutsche Fußball enorme Schwierigkeiten bekommt, international mitzuhalten und irgendwann noch einmal die Champions League zu gewinnen", warnt Hoeneß. "Hätten wir 100 Millionen Euro mehr zu Verfügung, würde ich unseren Fans glatt den Champions-League-Sieg in Aussicht stellen."
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Die Bayern-Führung beklagt seit Jahren die geringeren TV-Einnahmen im Vergleich zur internationalen Konkurrenz, und auch deren Ausgaben-Politik wird kritisch gesehen. "Mich ärgert, dass viele unserer Gegner über ihre Verhältnisse leben. In Spanien, Italien und England sind 30 bis 40 Prozent der Vereine nach unseren Maßstäben pleite, das heißt, sie können nicht nur den Spielbetrieb aus eigenen Mitteln nicht mehr finanzieren, sondern wenn ihr Mäzen nicht mitmacht, dann können sie den Laden zusperren", betonte Hoeneß.
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Zukünftig droht aber auch dort ein Sparkurs, denn die Wirtschaftskrise geht auch am Fußball nicht spurlos vorbei. "Ich fürchte, dass wir im Sport erst den Anfang der Krise erleben. Warten Sie die nächste Transferperiode ab, also den Zeitraum, wenn die Spieler die Vereine wechseln dürfen. Ab 1. Juli geht es wieder los. Dann werden bei den Klubs die Jahresabschlüsse vorliegen, dann werden sich einige von Spielern trennen müssen", sagte der Manager.
Weiter ist er sich sicher, "dass in der kommenden Transferperiode im Schnitt wesentlich weniger Geld fließen wird als in den vergangenen Jahren." Top-Wechsel werde es immer geben, aber die Masse an "Zig-Millionen-Transfers" werde weniger. "Deshalb gilt es für Vereine wie uns, das Pulver trocken zu halten in ein, zwei Jahren werden wir Spieler bekommen können, von denen du heute nur träumst."
Hoeneß übte in dem Interview auch Kritik an "größenwahnsinnigen Bankern" und stellte im Zuge der Finanzkrise gesunkene Ticketpreise in Aussicht. "Wenn es wirklich schlimmer wird und die Arbeitslosigkeit extrem zunimmt, werden wir über die Eintrittspreise nachdenken und sie der jeweiligen Situation anpassen", versprach der Manager.
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Quelle: dpa
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