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Anzahl der Siege entscheidet die Formel-1-WM

Erschienen am 17. März 2009
In dieser Saison braucht Hamilton (li.) mehr Siege, um sich gegen Massa (re.) durchzusetzen. (Foto: imago)
In dieser Saison braucht Hamilton (li.) mehr Siege, um sich gegen Massa (re.) durchzusetzen. (Foto: imago) Vergrößern
Nur Sieger werden Weltmeister: Auf diese einfache Formel hat der Automobil-Weltverband FIA die Zukunft der Formel 1 gebracht. Ab der am 29. März in Melbourne beginnenden Saison 2009 geht der WM-Titel an den Fahrer mit den meisten Siegen, unabhängig von der Zahl der WM-Punkte.

Das Punktesystem (10-8-6-5-4-3-2-1) bleibt unverändert, entscheidet aber nur noch, wenn zwei oder mehrere Fahrer am Ende des Jahres die gleiche Anzahl an Siegen geholt haben. Zudem bestimmen die Punkte über die Reihenfolge von Platz zwei abwärts sowie die Konstrukteurs-Wertung.

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FOTA-Vorschlag abgelehnt

Mit dieser Änderung entschied sich das World Council der FIA, das auch die Übernahme des ehemaligen Honda-Platzes durch den neuen Brawn-Rennstall offziell absegnete, gegen einen von der Teamvereinigung FOTA einstimmig vorgelegten Vorschlag. Die FOTA wollte das Punktesystem ändern (auf 12-9-7-5-4-3-2-1) und dadurch den GP-Siegen mehr Gewicht verleihen.

Budget-Obergrenze nach Team-Wunsch

Darüber hinaus führt die FIA ab der Saison 2010 eine Budget-Obergrenze ein, allerdings nur als Wahlmöglichkeit. Ein Rennstall, der sich vorab verpflichtet, nicht mehr als 33 Millionen Euro für eine Saison auszugeben, darf einen aerodynamisch effizienteren Unterboden, verstellbare Flügel und einen nicht eingefrorenen und drehzahlbegrenzten Motor verwenden. Dadurch sollen diese Teams aber keinen Vorteil gegenüber den finanziell unbegrenzten Konkurrenten erhalten. Um das sicherzustellen, behält sich die FIA das Recht vor, die zusätzlichen Freiheiten verändern zu können.

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FOTA treibt Kostensenkung voran

Vor einer generellen Obergrenze für alle Teams schreckte die FIA zurück, möglicherweise auch deshalb, weil die FOTA bereits selbst Vorschläge zu drastischen Kostenreduzierungen gemacht hatte. Nach den bereits für die Saison 2009 beschlossenen Einsparungen will die FOTA mit weiteren Vorschlägen für 2010 die Gesamtkosten für einen Rennstall im Vergleich zum vorigen Jahr um 50 Prozent senken. Motoren sollen für fünf anstatt wie in diesem Jahr noch für acht Millionen Euro, Getriebe für 1,5 Millionen Euro angeboten werden. Das neue Energierückgewinnungssystem KERS soll standardisiert werden, was die Kosten um 80 Prozent reduziert.

Hamiltons Freude ist Massas Leid

Auf Basis des neuen Reglements wäre im vorigen Jahr Ferrari-Pilot Felipe Massa (Brasilien) mit sechs Siegen anstelle des britischen McLaren-Mercedes-Fahrers Lewis Hamilton (fünf Siege) Weltmeister geworden. Die FIA hatte vor einiger Zeit bereits eine eigene Untersuchung vorgestellt, nach der es bei einer WM-Vergabe über ein Medaillensystem außer Massa noch zwei andere "neue" Champions gegeben hätte: 1958 den "ewigen Zweiten" Sir Stirling Moss aus Großbritannien, 1982 den Franzosen Didier Pironi. Den Brasilianer Nelson Piquet hätte ein solches System dagegen seine drei WM-Titel gekostet. Insgesamt hätte es bei einem Medaillensystem insgesamt 13-mal andere Weltmeister gegeben, in nur 22 der 59 Weltmeisterschaften wären die drei Erstplatzierten unverändert.

Fahrer zu Autogrammstunden verpflichtet

Zuletzt hatte die FIA 2003 das Punktesystem verändert. Statt zuvor die besten sechs erhalten seitdem die besten acht Fahrer WM-Punkte. Der Abstand zwischen dem Sieger (10) und dem Zweiten (8 statt zuvor 6) wurde halbiert. Damals steckte die Absicht dahinter, Seriensieger Michael Schumacher etwas einzubremsen. Für mehr Transparenz und Fannähe sollen einige weitere Beschlüsse der FIA sorgen. So werden künftig nach dem Qualifying alle Fahrzeuggewichte veröffentlicht. Alle Fahrer müssen am ersten Trainingstag für Autogrammstunden sowie unmittelbar nach Qualifying und Rennen für Medien-Interviews zur Verfügung stehen.

Neulinge genießen Sonderrechte für Testfahrten

Das Testverbot während der gesamten Saison wurde für zwei kleine Ausnahmen gelockert. Zum einen dürfen Neulinge, die in zwei Jahren nicht mehr als zwei Rennen oder vier Testtage absolviert haben, an drei Tagen zwischen dem letzten Rennen und dem Jahresende testen. Dazu werden jedem Team acht eintägige Aerodynamik-Tests auf einer langen Geraden (zum Beispiel Flughafen-Landebahnen) oder einer Teststrecke mit konstantem Kurvenradius erlaubt.

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Quelle: sid
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