06.09.2011, 22:36 Uhr
Die DFB-Elf bleibt durch einen Treffer in allerletzter Sekunde gegen EM-Gastgeber Polen weiter ungeschlagen.
Aus Danzig berichtet Patrick Brandenburg
16 Mal hatte die deutsche Nationalmannschaft bislang gegen Polen gespielt - und kein einziges Spiel verloren. Diese Serie wäre in Danzig fast zu Ende gegangen. Doch nach einer äußerst turbulenten Schlussphase holte das DFB-Team mit einer bestenfalls durchschnittlichen Leistung immerhin ein 2:2 (0:0). Toni Kroos per Elfmeter (68.) und Cacau (90.+4) trafen für Deutschland, Robert Lewandowski (55.) und Jakub Blaszczykowski ebenfalls mit einem Elfmeter (90.+1) für Polen. "Ich glaube, dass wir heute sehr zufrieden sein können mit dem Unentschieden", sagte Kroos. (Lesen Sie auch: Das deutsche Team in der Einzelkritik)
Bundestrainer Joachim Löw hatte sein Team im Vergleich zum 6:2 gegen Österreich, das die vorzeitige Qualifikation für die EM 2012 bedeutete, kräftig durchgemischt. Aus der Startelf von Freitag waren nur Philipp Lahm, Kroos, Lukas Podolski und Miroslav Klose übrig geblieben. Tim Wiese, Christian Träsch, Per Mertesacker, Jerome Boateng, Simon Rolfes, Mario Götze und André Schürrle waren neu im Team.
Neues Personal, altes Bild: Wie gegen Österreich übernahm das deutsche Team die Initiative und drängte den Gegner in die eigene Hälfte. Mit Erfolg. Arkadiusz Glowacki verlor den Ball gegen Götze, der Klose bediente. Doch dessen Schuss aus zwölf Metern parierte Torwart Wojciech Szczesny (5.). Der Keeper stand hinter einer reichlich unsortierten Abwehr auch danach im Blickpunkt, als er gegen Lahm (9.) hielt. Auf der Gegenseite hätte Polen die Partie in der turbulenten Anfangsphase fast auf den Kopf gestellt, doch Slawomir Peszko scheiterte an Wiese (11.).
Nach dem temporeichen Start wurde es ruhiger, die umformierte deutsche Mannschaft bekam große Probleme im Spielaufbau. An Chancen mangelte es trotzdem nicht. So gut die Gelegenheiten auch waren, die DFB-Elf vergab sie allesamt. Schürrle ließ den Ball allein vor dem Tor stehend durchrutschen (31.). Eine Minute später stoppte Glowacki den Ball vor dem eigenen Tor für Klose. Doch der Stürmer war zu überrascht, um die Großchance zu nutzen. In der 42. Minute vergaben Podolski und Klose gleich drei Einschussmöglichkeiten binnen weniger Sekunden (42.). "Wenn wir die Chancen reinmachen, geht das hier anders aus", sagte Podolski.
Die Polen hatten weniger, aber ebenfalls äußerst vielversprechende Gelegenheiten. Nicht zuletzt, weil die deutsche Abwehr bei Kontern Schwächen offenbarte. Vor allem Peszko profitierte davon, eiferte Klose jedoch beim Auslassen von Hochkarätern nach. Er traf das Außennetz (28.) und blieb an Wiese hängen (44.). Dass zur Pause zwei Nullen auf der Anzeigetafel standen, lag einzig und allein an den allzu verschwenderisch mit Chancen umgehenden Stürmern auf beiden Seiten.
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Während Deutschland nach der Pause so weitermachte - der für Klose eingewechselte Cacau verzog aus halblinker Position (51.) - schlugen die Gastgeber zu. Das deutsche Team schaute Blaszczykowski beim Lauf durchs Mittelfeld zu. Der Dortmunder legte auf Dariusz Duda, der im Duell mit Wiese zu Fall kam. Elfmeter? Nein, das Spiel lief weiter und Lewandowski, ein weiterer Dortmunder, schob die Kugel ein.
Die Polen wirkten insgesamt bissiger. Ihnen war anzumerken, dass sie diesen Sieg unbedingt wollten. Allerdings brachte Abwehrspieler Glowacki, der später mit Gelb-Rot vom Platz flog, Deutschland wieder ins Spiel, da er den für Podolski eingewechselten Thomas Müller im Strafraum weggrätschte. Kroos erzielte per Elfmeter sein erstes Länderspiel-Tor. Danach lenkte Szczesny einen Schürrle-Schuss fulminant an die Latte (76.).
In der Nachspielzeit wurde es dann noch richtig unterhaltsam. Wiese stürmte aus dem Kasten und brachte Pawel Brozek zu Fall. Polen schien nach Blaszczykowskis verwandeltem Elfmeter schon gewonnen zu haben, dann schlug Cacau doch noch einmal zurück. Und rettete die deutsche Serie gegen Polen.
Quelle: t-online.de
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