06.05.2011, 15:36 Uhr
Für Patrick Ochs (li.) ist die Partie gegen Köln das vorletzte Spiel als Eintracht-Kapitän - er geht nach Wolfsburg. (Foto: imago)
Keine Freitagspartie unter Flutlicht, kein Topspiel am Samstagabend, keine Bundesliga am Sonntag: Ab dem 33. Spieltag der Saison messen sich alle Teams traditionell am Samstag um 15:30 Uhr. Da der Titelkampf mittlerweile zugunsten von Borussia Dortmund entschieden ist, richten sich alle Augen auf den Tabellenkeller: Sieben Vereine können theoretisch noch absteigen, für zwei von ihnen könnte am Abend des vorletzten Spieltags schon alles zu spät sein. Besondere Brisanz birgt das Duell zwischen Eintracht Frankfurt und dem 1. FC Köln (ab 15:30 Uhr im Live-Ticker von t-online.de).
Die Geißböcke könnten mit dem zweiten Auswärtssieg der Saison den Klassenerhalt perfekt machen und Frankfurt immer tiefer in den Abstiegssumpf schicken. "Ich gehe davon aus, dass jeder weiß, worum es geht. Das Spiel gegen Köln ist praktisch unsere letzte Chance", sagte Eintracht-Coach Christoph Daum. Der ehemalige Kölner wartet beim Tabellen-16. noch immer auf den ersten Sieg, sieht die Situation seiner alten Liebe Köln aber als Vorteil: "Das Gute ist, dass der FC in meinen Augen schon gerettet ist. Dadurch ist die große Brisanz aus dem Spiel herausgenommen", erklärte Daum.
Dass es für die Hessen ausgerechnet gegen seinen Heimatverein um die nackte Existenz geht, sieht Daum nicht als Ironie des Schicksals. "Das ist eher die Ironie des Spielplans", sagte der 57-Jährige, der mit seiner Familie in Köln wohnt. Um sich nicht angreifbar zu machen, hat Daum die privaten Kontakte zu Freunden und Bekannten vor dem brisanten Match ruhen lassen. "Ich habe alles ganz rigoros abgesagt", betonte er.
Bei Borussia Mönchengladbach wird man am Samstag auch immer den Spielstand in Frankfurt im Blick haben. "Das wird möglicherweise ein Geduldsspiel, bei dem wir im entscheidenden Moment zuschlagen müssen", sagte VfL-Coach Lucien Favre über das eigene Match gegen den SC Freiburg. Bei einer Heimniederlage wäre die Aufholjagd des Tabellenvorletzten (32 Punkte) mit zuletzt drei Siegen in fünf Partien jäh beendet, wenn die Eintracht (34) gegen Köln (38) punktet. "Wir sind auf fremde Hilfe angewiesen", gestand Borussias Sportdirektor Max Eberl.
Eintracht Frankfurt muss im Abstiegs-Endspiel gegen den 1. FC Köln unbedingt siegen. zum Video
Mit einem Sieg gegen Freiburg und einer gleichzeitigen der Eintracht könnten die Fohlen auf den Relegationsplatz vorrücken. Den Glauben an das Wunder haben die Borussen auch mit dem Besuch von Vizepräsident Rainer Bonhof bei Papst Benedikt XVI. wiedergewonnen. Das Kirchenoberhaupt verabschiedete den Weltmeister von 1974 mit den besten Wünschen für die anstehenden Aufgaben. Möglicherweise ist das Papst-Trikot mit den Unterschriften der Spieler am Samstag gegen 17.15 Uhr aber nur noch zweite Wahl.
Beim Tabellen-15., dem VfL Wolfsburg, steht ein Neuzugang für die kommende Saison im Fokus: Stürmer Srdjan Lakic gastiert mit dem 1. FC Kaiserslautern bei den Niedersachsen. Sollte der Kroate wie zuletzt treffen, könnte er damit den Abstieg des VfL einleiten und sich selbst in die 2. Liga schießen. Darauf will der Noch-Pfälzer aber keine Rücksicht nehmen: "Ich will immer gewinnen, auch wenn wir schon so gut wie durch sind und es nun gegen Wolfsburg geht."
VfL-Trainer Felix Magath wollte sich vor der Partie über seinen neuen Stürmer nicht äußern. "Ich konzentriere mich nur auf meine jetzigen Spieler", sagte Magath, dessen Team trotz zuletzt zweier Siege weiter in größter Abstiegsnot schwebt. "Für uns geht es weiter um Alles oder Nichts."
Ganz andere Sorgen hat Werder Bremen (38). Gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund wäre ein Erfolg in zweierlei Hinsicht wichtig: Zum einen kann die Mannschaft so den Ligaverbleib sichern, zum anderen den drohenden Negativ-Rekord verhindern. Acht Heimspiele in Serie nicht zu gewinnen - das passierte Bremen noch nie.
Gefühlt ist auch der VfB Stuttgart (39) schon durch, ein Sieg gegen den Tabellenvierten Hannover 96 soll die letzten Zweifel beseitigen. "Wir haben es in unserer Hand, sagte Schwaben-Trainer Bruno Labbadia. Die Niedersachsen spekulieren noch auf einen Patzer des FC Bayern und die Rückkehr auf Rang drei.
Für den Tabellenletzten FC St. Pauli dürfte das Heimspiel gegen Bayern München hingegen das vorerst letzte in der Bundesliga sein. Gewinnt der Rekordmeister - selbst wegen der Champions-League-Qualifikation unter Druck - ist für die Hamburger der fünfte Bundesliga-Abstieg besiegelt. Emotional wird es so oder so: Nach 18 Jahren verabschiedet sich Trainer Holger Stanislawski vom Millerntor. Der 41-Jährige wechselt zu 1899 Hoffenheim.
Quelle: sid , t-online.de , dpa
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