02.07.2011, 12:00 Uhr
Die Albiceleste patzt zu Beginn der Südamerika-Meisterschaft gegen Bolivien.
Enttäuschung für Gastgeber Argentinien zum Auftakt der Copa America: Die "Seleccion" um Weltfußballer Lionel Messi kam bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht auf Touren und musste sich gegen Bolivien mit einem 1:1 (0:0) begnügen. Ausgerechnet der Schwiegersohn von Ex-Nationaltrainer Diego Maradona rettete den Rekord-Champion vor einer Blamage. Sergio Agüero traf per Volleyschuss zum 1:1-Ausgleich in der 75. Minute. Dennoch gab es nach Spielende Pfiffe gegen Maradona-Nachfolger Sergio Batista.
Der neue Chefcoach meinte anschließend lapidar: "Die Erwartung, die wir hatten, haben sich nicht erfüllt." Manchester-City-Star Carlos Tevez fand da schon klarere Worte und gab zu: "Wir haben überhaupt nicht gut gespielt." Der bei den Fans beliebte "Apache" appellierte aber an seine Landsleute, "nicht jedes Mal ein 5:0" zu erwarten.
Barcelonas Superstar Messi, der trotz einer erneut mäßigen Leistung im Nationaltrikot zum Mann des Spiels ausgezeichnet wurde, sagte: "Wir sind traurig und müssen jetzt die beiden nächsten Spiele gewinnen." Bolivien war vor den Augen von Staatspräsident Evo Morales durch ein Glückstor kurz nach Wiederanpfiff (48.) in Führung gegangen, als Argentiniens Verteidiger Ever Banega ein harmloser Schuss von Edivaldo Rojas durch die Beine rutschte. Der Ex-Bremer Marcelo Moreno hatte bei einem Sololauf in der 66. Minute gar die große Chance zur Vorentscheidung, brachte den Ball aber nicht an Keeper Sergio Romero vorbei.
Die Hausherren begannen die Jagd nach dem ersten großen Titel seit 1993 vor 52.000 Zuschauern im Stadion Ciudad de La Plata zwar mit einem spielerischen Übergewicht, kamen aber gegen die eng stehende Defensive Boliviens kaum zu Chancen. Die teils einfältig wirkenden Angriffsversuche fanden auch im zweiten Durchgang ihre Fortsetzung. Dabei wollten sich Messi und Co. für das 1:6-Debakel beim letzten Duell im April 2009 revanchieren.
Wenige Stunden vor dem Anstoß der Copa America erlebte Argentiniens Fußball-Verband AFA eine Schrecksekunde: Der Verbandssitz im Zentrum von Buenos Aires musste wegen eines Bombenalarms komplett geräumt werden. Ein anonymer Anrufer hatte den Hinweis gegeben, dass in einer Bar neben dem AFA-Gebäude Sprengstoff versteckt sei. Der Alarm stellte sich im Nachhinein als falsch heraus. Doch wegen der beginnenden Copa America und den Krawallen nach dem historischen Abstieg von Traditionsklub River Plate am vergangenen Wochenende sind die Sicherheitskräfte in höchster Alarmbereitschaft.
Quelle: sid , dpa
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