19.07.2008, 09:12 Uhr
DFL-Geschäftsführer Christian Seifert (Foto: imago)DFL-Geschäftsführer Christian Seifert schlägt Alarm: Die Bundesliga - und damit ihre 36 Mitglieder - droht, im internationalen Vergleich abgehängt zu werden. Weil vielleicht bald eine ganze Menge Geld fehlt. Geld, um Engländern, Spaniern und Italienern Paroli zu bieten. Irrerweise trüge letzten Endes der Fan die Schuld, der auf seine "Sportschau" nicht verzichten will - und vom Kartellamt unterstützt wird.
KartellamtNein zur Zentralvermarktung
Seifert in der "Bild"-Zeitung: "Wir brauchen den Wettbewerb, die Konkurrenz zwischen öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern, steigende TV-Einnahmen." Eine "gesunde und funktionierende Bundesliga" sei die Folge, aber eben "kein Naturzustand". Davor, daran zu glauben, setzte Seifert nach, "kann ich nur warnen."
Das Zauberwort heißt "Zentralvermarktung". "'Premiere' hatte vor drei Jahren für mehr Exklusivität mehr Geld geboten. Darauf hat die Liga verzichtet, weil ihr der Fortbestand der 'Sportschau' wichtig war und ist. Nach meiner Auffassung kann aber das Bundeskartellamt der Liga und ihren Partnern weder Sendezeiten noch Preisgestaltung diktieren", hatte sich DFL-Vizechef Peter Peters dazu im Fachmagazin "kicker" geäußert.
Seifert sieht die drei Milliarden Euro, die der neuerliche Deal mit Medien-Tycoon und 'Premiere'-Gründer Leo Kirch ab 2009 einbrächte, gefährdet: "Die Garantie ging von einer Umsetzung der Zentralvermarktung wie 2005 aus. Wenn diese nicht mehr möglich ist, müssen wir zwangsläufig neue Wege gehen."
Dabei steht der Weg der Zentralvermarktung der TV-Bilder nur in Deutschland regelmäßig zur Diskussion, nicht so in England, Spanien oder Italien, wo Jahr für Jahr die Europapokale landen. Peters dazu: "Von der Zentralvermarktung profitieren Klubs, Fans und Sponsoren gleichermaßen. Aber während dies in anderen Ländern schon lange nicht mehr infrage gestellt wird, müssen wir die Vorteile gegenüber der Einzelvermarktung immer wieder aufs Neue begründen."
Ein Ärgernis, das im Zweifel viel Geld kostet. "Wir werden versuchen, das Kartellamt zu überzeugen, dass es sinnvoll ist, zwei Free-TV-Szenarien auszuschreiben", kündigte Seifert an. "Eines, das am Samstag um 20 Uhr endet. Und eines, das zwar am Samstag später beginnt, dafür am Sonntag mit Live-Spielen und einer frühen Zusammenfassung insgesamt 27 Prozent mehr Free-TV bedeutet."
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Der gemeine, also nicht "abonnierende" Fan soll nicht erneut weitgehend von der Bundesliga-Berichterstattung ausgeschlossen werden, wie dies vor dem Comeback der "Sportschau" der Fall war. "Wir schätzen die 'Sportschau' am Samstag", unterstrich Seifert. Der Fan muss aber - das betonen Seifert und Peters - wissen, dass die Vereine Planungssicherheit benötigen. "Es kann kein Fan wollen", so Seifert, "dass die Superstars nur noch im Ausland spielen" - um dann dort Champions League und UEFA Cup zu gewinnen.
Quelle: t-online.de
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