07.04.2011, 14:09 Uhr
Halil Altintop (li.) im Duell mit Werders Wesley. (Foto: imago)
Ausverkauftes Haus und Flutlicht: Es ist alles angerichtet für das Heimdebüt von Christoph Daum bei Eintracht Frankfurt. Die Frankfurter WM-Arena wird beim ersten Auftritt Daums aus allen Nähten platzen. 51.500 Zuschauer wollen dabei sein, wenn der "Um-ein-Haar-Bundestrainer" mit seinem Team auf Werder Bremen trifft (ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker).
Der Lautsprecher Daum geht die Sache vorsichtig an. Er will zwar den ersten Sieg einfahren, aber nicht ins offene Messer laufen. "Das wäre Selbstmord! Wir werden jetzt sicher keinen Fackelzug starten. Es wird erneut ein Tanz auf der Rasierklinge, ein Geduldsspiel," sagte der 57-Jährige.
Die Hessen wollen mit einem Sieg gegen Werder das Abstiegsgespenst vorerst vertreiben. Allerdings zeigten sich auch die Norddeutschen zuletzt wieder in besserer Form. "'Wir treffen wieder auf einen Gegner, der personell gut bestückt ist", sagte Daum.
Zumindest konnten die Werder-Scouts in dieser Woche keine taktischen Kniffe der Hessen erspähen. Denn Daum hatte einmal mehr einen Sichtschutz eingerichtet und alle Zuschauer von den Einheiten ausgeschlossen. "Wir haben so eine ganz andere Trainings-Atmosphäre. Diese Möglichkeit nutzen schon fast alle europäischen Mannschaften. Manchmal muss man auch bereit sein, Kritik einzustecken, wenn man von etwas überzeugt ist", sagte Daum.
Bei den abstiegsbedrohten Frankfurtern lichtet sich vor dem Spiel gegen die Bremer zudem das Lazarett. Die Mittelfeldspieler Pirmin Schwegler, Benjamin Köhler und Caio stehen vor ihrer Rückkehr in den Kader. Die Eintracht muss allerdings auf den gelbgesperrten Kapitän Patrick Ochs verzichten. Großen Respekt haben die Hessen vor allem vor dem Bremer Torjäger Claudio Pizarro, der momentan allerdings noch an einer Sprunggelenkverletzung leidet und höchst wahrscheinlich ausfällt.
Der Peruaner wurde zunächst nicht in das Aufgebot für die Partie in Frankfurt berufen und blieb vorerst in Bremen, um weiter behandelt zu werden. Die Bremer ließen sich aber noch ein Hintertürchen offen. "Claudio soll am Freitag noch einmal getestet werden. Wir wollen sehen, ob es geht. Eventuell kann er nachreisen. Es gibt genug Flieger", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf.
Auch Per Mertesacker und Tim Borowski werden voraussichtlich wieder auflaufen können. Zudem gehört Philipp Bargfrede nach überstandener Fersen-OP wohl wieder zum Kader. Definitiv ausfallen wird Aaron Hunt wegen eines grippalen Infekts. "Es muss uns klar sein, dass in Frankfurt ein heißer Tanz auf uns wartet", sagte Schaaf, der vor allem den Daum-Effekt fürchtet: "Daum hat eine besondere Note. Er wird mit seiner Art versuchen, in Frankfurt viel zu bewegen."
Quelle: sid
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