10.07.2011, 15:23 Uhr
Philipp Petzschner sorgt für den einzigen Lichtblick. (Foto: imago)
Viertelfinale verloren, Gesicht gewahrt: Das Davis-Cup-Aus gegen Frankreich stand bereits nach dem Doppel fest, Philipp Petzschner sicherte der deutschen Auswahl in Stuttgart dann aber immerhin noch einen Ehrenpunkt. Im bedeutungslosen Einzel gegen Michael Llodra siegte der 27-Jährige 6:3, 6:4.
Philipp Kohlschreiber verlor im abschließenden Duell gegen Wimbledon-Halbfinalist Jo-Wilfried Tsonga 6:7 (3:7), 6:7 (5:7). Damit feierte Frankreich einen 4:1-Gesamtsieg.
"Frankreich gehört seit vielen Jahren zu den Top-Tennisnationen", sagte der deutsche Team-Kapitän Patrik Kühnen. Seine Auswahl stehe in der Davis-Cup-Rangliste aber nur auf Rang acht. "Und ich denke, diese Position passt gut." Es gebe gegen solche Teams eben nur wenige Chancen, die man nutzen müsse. "Das ist uns in den entscheidenden Phasen nicht geglückt."
Wie im entscheidenden Doppel. Das verlor Petzschner an der Seite von Christopher Kas 6:7 (4:7), 4:6, 4:6 gegen Michael Llodra und Jo-Wilfried Tsonga. Der Sieg brachte die Franzosen auf der Sandplatz-Anlage uneinholbar mit 3:0 in Führung und ließ den deutschen Traum vom ersten Halbfinale seit 2007 platzen.
Für die Deutschen war es nach den Einzel-Pleiten von Wimbledon ein weiterer, wenn auch erwarteter, Rückschlag. "Es liegt nun an uns, uns weiterzuentwickeln. Wir sind keine Weltklasse-Nation, aber wir haben gute Spieler", sage der Weltranglisten-77. Petzschner. "Vielleicht können wir solchen Teams in ein, zwei oder drei Jahren Paroli bieten." Sie alle müssten sich auf den Turnieren verbessern, um auch im Davis Cup ganz nach oben zu kommen.
Titelverteidiger Serbien zog ins Halbfinale ein. Die serbische Auswahl, für die Wimbledonsieger Novak Djokovic nur im Doppel antrat, hatte keine Mühe bei ihrem 4:1-Sieg gegen Schweden in Halmstad. Den entscheidenden dritten Punkt sicherte Janko Tipsarevic mit einem 6:2, 7:5, 6:3 über Michael Ryderstedt. In der Vorschlussrunde zwischen dem 16. und 18. September hat Serbien ein Heimspiel gegen Argentinien, das Kasachstan mit 5:0 deklassierte.
Der Sieger aus Südamerika blickt der Runde der letzten Vier und dem Auswärtsspiel auf dem Balkan mit einigem Respekt entgegen. "Sie sind Titelverteidiger, sie sind als Mannschaft sehr stark, und sie haben die Nummer eins der Welt in ihrem Team", sagte Argentiniens Kapitän Tito Vazquez: "Wir werden weit über unsere Grenzen gehen müssen, um in Serbien zu gewinnen."
Deutschland-Bezwinger Frankreich trifft nun im nächsten Nachbarschaftsduell auf Spanien. Die Iberer siegten erstmals in ihrer Davis-Cup-Geschichte in den USA. Im heimischen Austin im US-Bundesstaat Texas hieß es letzten Endes 3:1 für die Gäste aus Spanien - und das ohne deren Weltranglistenzweiten Rafael Nadal.
Bob und Mike Bryan hatten mit ihrem Sieg im Doppel gegen Marcel Granollers und Fernando Verdasco für die USA noch auf 1:2 verkürzt, doch Mardy Fish kassierte tags drauf mit dem 5:7, 6:7 (3:7), 7:5, 6:7 (5:7) gegen David Ferrer die entscheidende Niederlage. Die abschließende Partie zwischen Andy Roddick und Feliciano Lopez fand nicht mehr statt.
Quelle: dpa , sid
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