14.12.2011, 22:34 Uhr
Die junge DEB-Auswahl zeigte der Mannschaft aus Russland erneut die Grenzen auf. (Quelle: dpa)
Die deutschen Eishockey-Talente haben sich erneut eindrucksvoll für höhere Aufgaben empfohlen. 24 Stunden nach dem 4:3 nach Penaltyschießen besiegte die junge Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) auch beim zweiten Olympia-Casting Russland mit 4:1 (1:0, 1:1, 2:0). 26 Monate vor den Winterspielen 2014 sah Bundestrainer Jakob Kölliker im neuen "Top Team Sotschi" erneut vielversprechende Leistungen seiner Olympia-Kandidaten.
"Gestern war noch nicht alles Gold, was glänzt. Wir haben einige Mängel aufgedeckt und vieles besser gemacht. Ich bin froh, dass wir eine so große Auswahl für die Zukunft haben", sagte Kölliker. Vor 2380 Zuschauern in Duisburg erzielten der Nürnberger Tim Schüle (9.), der Ingolstädter Kristopher Sparre (33.), der Mannheimer Matthias Plachta (44.) und der Hamburger Garret Festerling (45.) die Tore für die phasenweise grandios aufspielende DEB-Auswahl. Roman Ljudutschin (23.) traf für das russische Perspektivteam mit immerhin 13 ehemaligen U18- und U20-WM-Teilnehmern.
Es war erst der sechste Sieg im 97. Vergleich mit der Sbornaja, allerdings der dritte in Folge. Denn schon bei der WM im Frühjahr in Bratislava hatte die deutsche Mannschaft den Rekordweltmeister sensationell 2:0 geschlagen. Kölliker hatte schon nach dem ersten Spiel ein positives Fazit gezogen. "Die Jungen haben gezeigt, dass sie bereit sind. Das ist gut, damit ich schlaflose Nächte habe", sagte der Bundestrainer, der feststellen konnte, dass die Auswahl für ihn größer geworden ist. "Wir haben 50 bis 60 sehr gute Nationalspieler", sagte der 58-Jährige. "Der Kampf ist sehr hart. Ich bin froh, dass wir einige Junge haben, die drücken."
In Essen hatte Kölliker zehn Debütanten neben Jung-Nationalspielern die Chance zur Bewährung gegeben. Tags drauf in Duisburg feierte der Kölner Torsten Ankert als Elfter seine Premiere im DEB-Trikot. Zudem durfte der Hamburger Niklas Treutle, im ersten Spiel noch auf der Bank, erstmals ins deutsche Tor. Der 20-Jährige, der in dieser DEL-Saison erst vier Spiele absolviert hat, strahlte viel Ruhe und Souveränität aus. Seine Vorderleute hielten gegen die spielstarken KHL-Profis nicht nur kämpferisch, sondern auch läuferisch mit und erspielten sich mehrere hochkarätige Torchancen.
Der Nürnberger Alexander Oblinger verpasste zunächst das 3:1 (34.). Doch im Schlussdrittel sorgte ein Doppelschlag innerhalb von 44 Sekunden für die Entscheidung. Der Berliner Verteidiger Constantin Braun, der schon WM-Erfahrung hat und sein 30. und 31. Länderspiel bestritt, überzeugte Kölliker besonders. "Er ist sicher ein großer Kandidat", sagte der Schweizer mit Blick auf die nächste Weltmeisterschaft in Finnland und Schweden (4. bis 20. Mai 2012), aber auch auf die Winterspiele in gut zwei Jahren in Sotschi. Auch der Hamburger Stürmer Jerome Flaake sei "auf einem guten Weg. Das zeigt er jedes Wochenende bei seinem Klub."
Sotschi 2014 sei zwar "ein großes Ziel, aber es ist ein sehr, sehr weiter Weg. Da sind ja noch zwei Weltmeisterschaften dazwischen", sagte der Nürnberger Torhüter Patrick Ehelechner, im ersten Duell der große Rückhalt. Dennoch will Kölliker mit dem neuen Projekt "Top Team Sotschi" den jüngeren Spielern eine Perspektive aufzeigen. "Man muss ihnen etwas mitgeben, damit sie ein Ziel sehen am Horizont", sagte der Bundestrainer, der sich weitere Spiele für die Perspektivmannschaft wünscht: "Dieses Team am Leben zu erhalten, wäre nicht nur wünschenswert, sondern auch notwendig."
So etwas sieht man auch nicht alle Tage: Kuriose Partie in der ersten finnischen Liga. zum Video
Quelle: sid
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