05.07.2010, 18:09 Uhr | dpa
Aus und vorbei: Die Frankfurt Lions mit Ian Gordon haben keine Zukunft in der DEL. (Foto: dpa)Ende, Aus, vorbei: Der ehemalige deutsche Eishockey-Meister Frankfurt Lions hat den Existenzkampf in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) aufgegeben. Seit 12.48 Uhr am Montag stehen für den Klub die Uhren still. Fünf Tage nach dem Lizenzentzug mit sofortiger Wirkung durch die DEL erklärte Lions-Boss Siggi Schneider auf einer Pressekonferenz, dass es keine Zukunft mehr für den mit rund 4,4 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Klub gebe. Am Mittwoch wird das Insolvenzverfahren von Verwalter Fabio Algeri eröffnet.
"Wir lehnen den Gang vor das Schiedsgericht ab. Das brächte uns vielleicht die Lizenz, die 600.000 Euro Altschulden könnten wir noch wegkriegen. Aber in die neue Saison müsste auch noch mal investiert werden, und das leider nur wieder aus privaten Quellen. Dazu bin ich und meine drei Mitstreiter in der Gesellschaft nicht mehr bereit", erklärte Schneider das Aus des 1991 gegründeten Klubs am Main.
Am 28. Mai hatten die Lions beim Frankfurter Amtsgericht drohende Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Weder die Stadt Frankfurt noch private Geldgeber seien bereit, entsprechende finanzielle Unterstützung für den diesjährigen Vizemeister der Vorrunde zu leisten, hatte Schneider beklagt. "Wir haben schon rund 4,4 Millionen in den Verein gepumpt, jetzt kämen noch einmal rund 800.000 Euro für Neuinvestitionen dazu", ergänzte Schneider.
"Ich bin tief enttäuscht von der Stadt als Wirtschaftsfaktor. Es gab keine einzige Firma, die uns auch nur einen sechsstelligen Betrag nach dem Bekanntwerden unserer Probleme zur Verfügung gestellt hat. Und das in einer Sportstadt. Wenn ich von den Altschulden und dem geringen Interesse der Frankfurter Wirtschaft am Eishockey von Beginn an gewusst hätte, wäre ich niemals angetreten", erklärte der Unternehmer.
Schneider nannte als Hauptgrund für das finanzielle Absinken der Lions die marode und veraltete Eishalle. "Katastrophale Zustände um das Stadion. Keine VIP-Lounge, viel zu wenige Sponsoren und das totale Desinteresse der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Das war ein Teufelskreis, aus dem es kein Entrinnen gab."
Wie es in Frankfurt weitergeht, blieb völlig offen. Auch die gerade intensivierte Nachwuchsarbeit unter Erich Kühnhackl droht wie das viertklassige Nachwuchsteam der Young Lions den "Bach hinunter" zu gehen. "Ich werde versuchen, ihnen irgendwie zu helfen. Aber die hingen ja auch an unserem finanziellen Tropf", sagte Schneider.
Die Kassel Huskies können unterdessen dank juristischer Hilfe wieder auf die Spielberechtigung in der DEL hoffen. Das Landgericht Köln hat in einer Einstweiligen Verfügung entschieden, dass die DEL die Nordhessen zum Spielbetrieb zulassen muss. Das teilte der unter Insolvenz stehende Klub mit. Nach dem Lizenzentzug in der vergangenen Woche hatten die Nordhessen die Verfügung beantragt.
"Mit dieser Entscheidung finden wir unsere Rechtsauffassung in der Auseinandersetzung mit der DEL erneut bestätigt", sagte Huskies-Geschäftsführer Fritz Westhelle. Die Entscheidung des Landgerichts gilt nur so lange, bis eine "anderslautende Entscheidung in einem Hauptverfahren gefällt worden" ist, hieß es weiter.
Für den Juristen und Insolvenzverwalter Westhelle steht nach der Einstweiligen Verfügung fest, dass "unsere Teilnahme am Spielbetrieb in der kommenden Saison praktisch gesichert" ist. "Die DEL muss jetzt die Spielpläne mit den Kassel Huskies erstellen, wenn sie einen geordneten Spielbetrieb in der Spielzeit 2010/2011 nicht gefährden will", betonte Westhelle.
Quelle: dpa
panzer-paul schrieb:
am 25. Juli 2010 um 22:17:51
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glückwunsch
nun sehen die Frankfurtet und die gesamte DEL das es immer ums Geld geht,
lasst die jugend und die deutschen spielen denn die
sind günstiger und bringen die selben qualitäten mit.
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Kannix schrieb:
am 7. Juli 2010 um 18:35:31
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Tradition
Mit Verlaub: Qas Kalter Puffer von sich gibt ist Blödsinn. Tradition richtet sich nicht nach der Größe der Städte. Denn
Düsseldorf, und mit etwas Verspätung auch Köln, sind absolute Dinos und Traditionsvereine in Deutschland.
Dennoch vermisse auch ich die Vereine aus Landshut und Riessersee (uva), aber dort ist einfach schlecht gemanagt worden.
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chris schrieb:
am 6. Juli 2010 um 14:42:16
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Eishockey
Die Eishockeyteams der Grossstädte haben mit ihren Oldies aus USA, Kanada und sonst. Ländern keine Zukunftschancen, weil einfaqch
die deutsche Basis fehlt. Mit Absahnern-Legionären kann man nur eine Zeitlang Zirkus-Eishockey spielen, da helfen auch keine grosse Stadien, wie es die Lions fordern. Hannover und Augsburg haben die kleinsten und waren vorne, früher gab es EV Füssen, Riessersee, Bad Nauheim, Bad Tölz - mit Eigengewächsen. Und Frankfurt ist schon lange keine Sportstadt mehr.
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