16.02.2008, 11:23 Uhr | Norman Gosch
Biathleten im Blickpunkt (Foto: ddp)Die Bombe ist geplatzt: Die Liste der angeblich in die Affäre um die Wiener Blutbank verstrickten und gedopten Athleten ist im Internet auf der Seite der österreichischen Tageszeitung "Österreich" aufgetaucht. Auf der Liste stehen gleich acht deutsche Biathleten, sechs davon sind Teil der aktuellen DSV-Mannschaft, die bei der WM in Östersund (Schweden) um Medaillen kämpfen. Herren-Bundestrainer Frank Ullrich äußerte sich im ZDF zu den Anschuldigungen: "Das ist eine Wahnsinnsdiffamierung, fast schon Rufmord. Dem einen oder anderen, der auf der Liste steht, hats fast die Füße weggezogen. Ich lege beide Hände für die Athleten ins Feuer. Wir sind jetzt angehalten, noch enger zusammenzurücken."
Schwarzbach im Interview"Anzeige gegen Unbekannt"
Anonyme AnzeigeDoping-Affäre bekommt frischen Wind
Die Namen auf der Liste lesen sich wie das Who-is-who des deutschen Biathlon-Sports. Nach Angaben von Stefan Schwarzbach, Sprecher des Deutschen Skiverbandes (DSV), stehen auch die früheren Weltklasse-Biathleten Ricco Groß, Uschi Disl, Sven Fischer und Katrin Apel auf dieser Liste. Die Mannschaft hatte noch am Vormittag verlauten lassen, die bereits vor der WM verfasste eidesstattlichen Erklärung zu erneuern. "Jetzt steht in dem Papier, dass die Unterzeichner versichern, nie gedopt zu haben", so Schwarzbach.
Zum DurchklickenDie spektakulärsten Dopingfälle
BlutdopingSo funktioniert die Methode
Sven Fischer (Foto: dpa)Olympiasieger Sven Fischer hat die Verdächtigungen strikt zurückgewiesen. "Ich habe in meiner Karriere nichts getan, ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich bin sauber", sagte der ehemalige Weltklasse-Skijäger im ZDF. Der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Alfons Hörmann, hat die anonymen Doping-Anschuldingungen in scharfer Form zurückgewiesen. "Das ist eine böswillige Rufmordkampagne, die den DSV und den Biathlonsport in Gänze nachhaltig beeinträchtigt", sagte Hörmann auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz in Willingen.
Gleichzeitig hatte der Verband angekündigt, alle ihm möglichen rechtlichen Schritte einzuleiten. "Wir werden Anzeige gegen Unbekannt wegen Verleumdung stellen und auch alle weiteren rechtlichen Schritte unternehmen, die uns möglich sind", sagte Schwarzbach. Die Wiener Staatsanwaltschaft hat nach dem Eingang einer anonymen Anzeige das österreichische Bundeskriminalamt mit Ermittlungen wegen Versicherungsbetrugs im Zusammenhang mit Blutdoping beauftragt. In der Anzeige werden mehrere Ärzte sowie etwa 30 in- und ausländische Sportler, "mehrheitlich aus der Ausdauerszene", beschuldigt.
Quelle: t-online.de , dpa
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