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Deutsche Leichtathleten bestätigen positiven Trend

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Deutsche Leichtathleten bestätigen positiven Trend

14.03.2010, 20:05 Uhr

Kugelstoßerin Nadine Kleinert geht in Doha leer aus. (Quelle: dpa)

Mit dem Schwung der Berliner Heim-WM haben die deutschen Leichtathleten ihre Durststrecke auch unterm Dach beendet. Das nur 17-köpfige Team überzeugte am Wochenende bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Doha, blieb aber ohne Titel. Kugelstoßerin Nadine Kleinert konnte am Sonntag die Bilanz von drei Medaillen für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) jedoch nicht aufpolieren.

Innerhalb einer Viertelstunde hatten ihre Kollegen am Samstag im "Aspire Dome" gleich dreimal Edelmetall erobert: Stabhochsprung-Hoffnung Malte Mohr sicherte sich Silber, dazu kamen Bronze für seinen Disziplinkollegen Alexander Straub und Kugelstoßer Ralf Bartels. Einen bösen Absturz erlebte erneut die einstige Stabhochsprung-König Jelena Issinbajewa.


Issinbajewa fällt tief

Die Olympiasiegerin und dreimalige Hallen-Weltmeisterin scheiterte dreimal an 4,75 Meter und musste sich mit 4,60 Meter und Platz vier begnügen. Bei der Freiluft-WM im August in Berlin hatte de Russin bereits einen «Salto null» hingelegt. Das wollte sie in Doha vergessen lassen und hatte sogar angekündigt, ihren eigenen Weltrekord (5,00) anzugreifen. Doch am Ende musste Issinbajewa zusehen, wie Fabiana Murer mit 4,80 als erste Brasilianerin Hallen- Weltmeisterin wurde.

"Das macht uns Mut für Olympia 2012"

Die deutschen Stabartisten um Mohr sprangen hingegen hoch hinaus. «Das lief ja optimal. Schon am ersten Entscheidungstag haben wir unsere Bilanz von Valencia um 300 Prozent übertroffen», sagte DLV- Präsident Clemens Prokop in Anspielung auf die Nullnummer vor zwei Jahren in Valencia. Der bisher letzte deutsche Hallen-Weltmeister in einer olympischen Disziplin bleibt aber Mohrs Trainingspartner Tim Lobinger, der 2003 Gold holte. «Die jungen Athleten haben überzeugt», sagte jedoch Prokop. "Das macht uns Mut für Olympia 2012."

Bartels: "Das wird immer verrückter"

Auch Routinier Bartels erwies sich wieder einmal als zuverlässiger Medaillenlieferant. Der 32 Jahre alte Europameister stieß in einem hochklassigen Finale mit 21,44 Meter Bestweite. "Das wird immer verrückter. Jetzt holst du mit 21 Metern gar nichts mehr. Ich bin erstaunt, dass ich auf diesem hohen Niveau mithalten kann. Vielleicht ist es bei mir wie mit Wein: Je älter, desto besser", sagte der Neubrandenburger. Gold sicherte sich wie schon 2004 und 2008 der Amerikaner Christian Cantwell mit 21,83 Metern.

Bubkas Rekord bleibt unberührt

Vor 4000 Zuschauern schwangen sich die deutschen Stabartisten wenig später zu einer erfolgreichen Double-Mission auf: Mit starken 5,70 Metern gewann der 23-jährige Mohr aus München Silber; Teamkollege Straub von der LG Filstal wurde Dritter mit 5,65. Gold ging an Freiluft-Weltmeister Steven Hooker aus Australien, der als Einziger 6,01 Meter überquerte. Danach versuchte sich Hooker dreimal vergeblich an 6,16 Meter - Sergej Bubkas 17 Jahre alter Hallen- Weltrekord (6,15) überlebte noch einmal.

Doping-Sünder Chambers holt Gold

Ein Jahr nach seinem EM-Titel von Turin holte sich der ehemalige Dopingsünder Dwain Chambers auch sein erstes WM-Gold in der Halle: Der 31 Jahre alte Brite siegte über 60 Meter in der Weltjahresbestzeit von 6,48 Sekunden.

Für Kleinert schließt sich der Kreis

Kleinerts Konkurrentinnen ließen im Kugelstoß-Ring die Muskeln spielen: Die Freiluft-Vizeweltmeisterin aus Magdeburg kam nur auf 19,34 Meter und Rang fünf. Gold ging an die Weißrussin Nadeschda Ostaptschuk mit 20,85 Meter. "Der Kreis hat sich geschlossen. Es ist meine fünfte Hallen-WM, ich habe mit einem fünften Platz begonnen und heute ist es wieder der fünfte Platz", sagte Kleinert. "Ich habe vorher in Deutschland nur zwei Wettkämpfe gemacht, deshalb war ich technisch unsicher."


Weltrekord im Dreisprung

Der Franzose Teddy Tamgho setzte am Sonntag einen Glanzpunkt mit einem Hallen-Weltrekord im Dreisprung. Er kam auf 17,90 Meter. Die bisherige Bestmarke von 17,83 hielten gemeinsam der Kubaner Alicier Urrutia (1997) und der Schwede Christian Olssen (2004). Beifall für den ersten Weltrekord zum Ausklang der Hallensaison gab es aber nicht im Scheichtum Katar, sondern im US-Bundesstaat Arkansas: US- Mehrkämpfer Ashton Eaton gewann in Fayetteville den Siebenkampf mit 6499 Punkten. Dank fünf persönlicher Bestleistungen übertrumpfte der 22 Jahre alte Student den bisherigen Weltrekord seines Landsmanns Dan O'Brien vom 14. März 1993 um 23 Zähler.


Quelle: dpa

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