18.06.2009, 09:03 Uhr
Mesut Özil ist fit für das Spiel gegen Finnland. (Foto: imago)Nach der sportlich bestandenen Reifeprüfung gegen Topfavorit Spanien kommt es im zweiten Gruppenspiel für die deutschen U21-Fußballer zum Charaktertest gegen Außenseiter Finnland. Und das nun doch mit einem fitten Leistungsträger Mesut Özil, der das Abschlusstraining wegen Rückenproblemen ausgelassen hatte. Ein Sieg gegen die Skandinavier ist fast schon Pflicht, will die DFB-Elf das Halbfinale erreichen.
Nach einem starken, aber torlosen Spiel gegen die Iberer gibt Beobachter Löw eine klare Marschroute vor. "Das Spiel gegen Finnland muss gewonnen werden", sagt Löw, der heute in Halmstad (ab 18 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) wieder auf der Tribüne sitzen wird: "Nachdem, was ich vom ersten Spiel im Fernsehen gesehen und von unseren Beobachtern gehört habe, sind wir normalerweise die stärkere Mannschaft."
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DFB-Sportdirektor Matthias Sammer und U21-Coach Horst Hrubesch appellieren an den Charakter der Spieler. "Mit der Leistung gegen Spanien hat die Mannschaft die Messlatte für ihre eigenen Leistungen sehr sehr hoch gelegt", sagte Sammer: "Das Spiel am Donnerstag wird nun ein Charaktertest." Auch Hrubesch glaubt: "Dieses Spiel geht nur über den Charakter." Torhüter Neuer, der einen Wechsel zu Bayern München ausschloss, hat dagegen seine eigene Art, an die Ehre der Mitspieler zu appellieren.
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"Man frotzelt mit den Spielern, die die Chancen vergeben haben und macht Witzchen", erklärt er schmunzelnd: "Aber das ist nur Motivation. Wer will schon immer geneckt werden?" Obwohl die Finnen um den kantigen Bundesliga-Stürmer Berat Sadik (Arminia Bielefeld) beim 1:2 gegen England zum Auftakt überraschend stark spielten, scheinen jedenfalls nur zwei Dinge dem DFB-Team den standesgemäßen Sieg kosten können: Die mangelnde Torausbeute oder Überheblichkeit.
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Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, der ebenfalls in Schweden weilt, sieht das 0:0 gegen Spanien deshalb als ideales Ergebnis. "Es wurde zwar ein Sieg verschenkt", meint Bierhoff: "Das Positive ist aber: Man ist gezwungen, die Konzentration hochzuhalten." Und endlich das leidige Sturmproblem in den Griff kriegen. "Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir besser ins Offensivspiel finden", sagt Kapitän Sami Khedira. Zwei Tore hat die deutsche U21 in 2009 erst erzielt. Der Schütze beider Treffer, der Duisburger Sandro Wagner, wird heute aber zunächst wieder auf der Bank sitzen und muss zwei Mittelfeldspielern beim Stürmen zusehen.
Neben Ashkan Dejagah (VfL Wolfsburg) wird nun doch Mesut Özil zu seinem zweiten EM-Einsatz kommen. Özils Klub Werder Bremen berichtete auf seiner Homepage, dass der 20 Jahre alte Mittelfeldakteur in der wichtigen Partie gegen Finnland auflaufen könne. Trainer Hrubesch zweifelt nicht an der Durchschlagskraft des deutschen Angriffs. "Wir haben gegen Spanien viele Chancen rausgespielt und wir werden auch gegen Finnland zu Chancen kommen. Und dann wird der Knoten zwangsläufig platzen."
Sicher ändern wird sich die Startformation nur auf der linken Verteidigerseite, wo der Dortmunder Marcel Schmelzer für den verletzten Bremer Sebastian Boenisch (Bänderdehnung im Knöchel) beginnen wird. Möglich ist, dass der Berliner Patrick Ebert den gegen die Iberer schwachen Deutsch-Spanier Gonzalo Castro (Leverkusen) ersetzen wird. Hrubesch erhielt übrigens schon vor dem zweiten Spiel ein großes Lob von Sammer. "Der Trainer hat Struktur reingebracht, Siegermentalität vermittelt, Zusammenhalt gefördert und lässt eine eigene Handschrift erkennen", meinte der Sportdirektor: "Natürlich müssen nun noch weitere Taten und Ergebnisse folgen." Am besten schon gegen Finnland.
Neuer (Schalke 04) - Beck (1899 Hoffenheim), Jerome Boateng (Hamburger SV), Höwedes (Schalke 04), Schmelzer (Borussia Dortmund)- Khedira (VfB Stuttgart), Aogo (Hamburger SV) - Castro (Bayer Leverkusen) oder Ebert (Hertha BSC Berlin), Marin (Borussia Mönchengladbach) - Dejagah (VfL Wolfsburg), Özil (Werder Bremen) oder Ben-Hatira (MSV Duisburg)
Quelle: sid
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