04.11.2011, 15:24 Uhr
Der Steuerskandal um DFB-Schiedsrichter weitet sich aus. (Quelle: dpa)
Im Steuerskandal bei den deutschen Schiedsrichtern sind neue brisante Details ans Licht gekommen. Während der zuletzt wegen eines vermeintlichen Alleingangs in die Kritik geratene DFB-Vizepräsident Rainer Koch den früheren Schiedsrichter-Obmann Manfred Amerell überraschend zu einem Vermittlungsgespräch mit dem Verband bewegen konnte, scheinen die Steuerfahnder den verdächtigen DFB-Referees vor allem mit Blick auf ausländische Konten zunehmend auf die Spur zu kommen.
Zwar wehrte sich Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel nach der Sitzung mit 35 der 41 Erst- und Zweitliga-Referees gegen einen "Generalverdacht", doch die neuesten Informationen dürften ihn kaum beruhigen. Denn neben dem Weltverband FIFA hat offenbar auch die Europäische Fußball-Union (UEFA) die Honorare deutscher Schiedsrichter einfach auf Auslandskonten überwiesen. Die Steuerfahnder werten die Zahlungen der FIFA und der UEFA auf Konten in der Schweiz und Liechtenstein nach Informationen von "Spiegel online" als "Beihilfe zur Steuerhinterziehung". Es soll um sechsstellige Summen gehen.
"Wir können den Schiedsrichtern nur anbieten, dass sie sich selbst von dem öffentlichen Druck entbinden können, wenn sie vorerst keine Spiele leiten möchten", sagte Fandel, der aber bislang offenbar noch nicht genau weiß, welche 21 Schiedsrichter unter Verdacht stehen. "Wir dürfen uns nicht von der Hektik treiben lassen. Wir wollen keine Gerüchte in die Welt setzen, wir müssen Fakten schaffen. Es liegt in unserem Interesse, die offenen Fragen zügig aufzuklären. Wir werden die Namen der betroffenen Schiedsrichter in aller Ruhe aufarbeiten."
Die Steuerfahnder arbeiten derweil auf Hochtouren. Nach Angaben der Fahnder sollen die internationalen Dachverbände "die Idee", den Unparteiischen Honorare auf Konten im Ausland zu zahlen, "verbreitet und aktiv gefördert haben". Nach Einschätzung der Ermittler ist diese Praxis ein "eindeutiger Verstoß gegen die eigenen Ethik- und Compliance-Richtlinien", die sich die UEFA und die FIFA selbst auferlegt haben.
Die UEFA bestätigte die Zahlung von Honoraren auf ausländische Konten, wehrte sich aber vehement gegen die Aussagen der Ermittler: "Kein Reglement der UEFA erwähnt, dass Schiedsrichter, die im Auftrag der UEFA tätig sind, ihr Honorar auf Konten in Ländern gezahlt bekommen sollten, in denen sie ihren Wohnsitz haben. Dennoch ist allen Schiedsrichtern sehr deutlich gemacht worden, dass sie ihre Einnahmen durch die UEFA gemäß der Regelungen in ihren jeweiligen Ländern versteuern müssen."
Eine überraschende Wende ergab sich in Sachen Amerell. Der ehemalige Schiedsrichter-Obmann akzeptierte nach dem Treffen mit Koch das Vermittlungsangebot des DFB und stimmt einer Vermittlung durch den ehemaligen evangelischen Bischof Wolfgang Huber zu. Dieser soll als Mediator zwischen dem DFB, Amerell und dem Schiedsrichter Michael Kempter fungieren.
Zwischen Amerell und Kempter gibt es seit geraumer Zeit gerichtliche Scharmützel. Am 7. Dezember ist vor dem Oberlandesgericht Stuttgart ein weiterer Termin anberaumt. Lange Zeit hatte sich Amerell abschätzig über die vom DFB angeregte Vermittlung geäußert. Er hatte dies gar als "PR-Gag" abgetan. Nun wurde Amerell offensichtlich durch Koch umgestimmt.
Quelle: sid
werner schrieb:
am 4. November 2011 um 20:11:30
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Schiedsrichter
warum haftet nicht der DfB für die Steuern. Schiedrichter stehen doch in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis und
sich weisungsgebunden.Man sollte also durchaus den DfB sowie Uefa+Fifa in Regress nehmen!!
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chrimue schrieb:
am 4. November 2011 um 20:02:14
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Schiedsrichterskandal
Jeder ist für seine Steuererklärung rechtlich und moralisch verantwortlich.
Das ist nicht Sache der FIFA und
UEFA.
Man muß nur 1+1 zusammenzählen, dann weiß jeder, wieviel und welche Spiele
jeder Schiedsrichter gepfiffen hat und welche Einnahmen er versteuert hat.
Jeder Arbeiter und Angestellte bekommt die Steuer automatisch abgezogen.
Die Steuergerechtigkeit muß auch für Schiedsrichter g keine elten!!!!
Da gibt es keine 2 Meinungen.
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Libero schrieb:
am 4. November 2011 um 19:26:27
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Schiedsrichterzahlungen
Bei der FIFA wundert man sich schon lange über nichts mehr. Dass die UEFA nun auch dabei zu sein scheint, macht
nicht wesentlich lustiger. Die Ausreden "wir haben auf die Versteuerung in den Ländern" hingewiesen sind so dümmlich wie nur was. Warum wurde denn dann nicht gleich auf das Heimkonto überwiesen?
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