07.09.2010, 21:50 Uhr | Es berichten Patrick Brandenburg und Marc Merten
Die DFB-Elf gibt sich gegen Aserbaidschan keine Blöße. (Foto: dpa)
Zweites Spiel, zweiter Sieg. Der deutschen Nationalmannschaft ist der perfekte Start in die Qualifikation für die EM 2012 gelungen. Nach dem 1:0-Sieg zum Auftakt in Belgien gewann die DFB-Elf das Heimspiel gegen Außenseiter Aserbaidschan in Köln standesgemäß mit 6:1 (3:0) und übernahm damit die Führung in der Gruppe A.
Heiko Westermann (27.), Lukas Podolski (45.), Miroslav Klose (45.+1, 90.), Aserbaidschans Rashad Sadygov per Eigentor sowie Holger Badstuber (85.) trafen für das Team von Bundestrainer Joachim Löw, das in allen Belangen überlegen war. Den Anschlusstreffer der Gäste aus dem Kaukasus erzielte Rail Malikov (57.) nach einem Fehler von Torwart Manuel Neuer.
"Die Mannschaft hat teilweise toll kombiniert. Es macht Spaß, diese Kombinationen wieder zu sehen. Es ist gut, dass wir nach dem 3:0 nicht aufgehört haben, sondern weitergespielt haben", lobte Löw seine Schützlinge. "Wir haben sechs Tore geschossen, ich glaube, da kann man zufrieden sein. Die Mannschaft hat Spaß, Fußball zu spielen und Tore zu schießen. Das hat man heute gesehen", betonte Kapitän Philipp Lahm. "Deutschland spielt in einer anderen Liga. Das Ergebnis ist absolut in Ordnung. Wir haben viel zu passiv gespielt", analysierte dagegen Gäste-Trainer Berti Vogts die 90 einseitigen Minuten.
Schon zur Pause lag die deutsche Mannschaft klar auf Kurs. Zwar brauchte das DFB-Team zwanzig Minuten, um gegen das Abwehrbollwerk ins Rollen zu kommen. Aber nach einer kurzen Phase der Eingewöhnung gegen den engagiert kämpfenden Underdog hatten Schweinsteiger und Co. die Partie im Griff. Lokalmatador Lukas Podolski setzte mit zwei satten Weitschüssen (22., 24.) erste Ausrufezeichen. Heiko Westermann scheiterte mit einem Kopfball an Torhüter Kamran Aghayew knapp (25.).
Zuletzt hatte es Differenzen zwischen ihm und dem Verband wegen der Absetzung von John Terry als Kapitän der Nationalmannschaft gegeben. zum Video
Nur zwei Minuten später durfte die deutsche Elf dann zum ersten Mal jubeln. Westermann schaltete nach Miroslav Kloses Fehlversuch am schnellsten und hämmerte den Ball im zweiten Versuch aus drei Metern ins Tor der Gäste (27.). Pikant: Der Torschütze, eigentlich für die Startelf auf der linken Abwehrseite vorgesehen, saß zunächst auf der Bank und war erst nach acht Minuten für Per Mertesacker ins Team gerückt. Der Bundestrainer hatte auf der rechten Abwehrseite überraschend dem Wolfsburger Sascha Riether das Vertrauen geschenkt und dafür Kapitän Philipp Lahm auf die für Westermann vorgesehene linke Seite gezogen.
Mit einem Doppelschlag unmittelbar vor dem Pausenpfiff sorgte der WM-Dritte früh für klare Verhältnisse. Erst holte sich der eifrige Podolski mit dem 2:0 (45.) sein persönliches Erfolgserlebnis ab und gab mit seinem 41. Länderspieltreffer im 81. Spiel die richtige Antwort auf die teils herben Kritiken nach dem Belgien-Spiel. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte setzte Miroslav Klose sogar noch einen drauf und schloss den schönsten Spielzug zum 3:0 ab. Holger Badstuber hatte mit einem Traumpass Podolski eingesetzt, der uneigennützig seinen früheren Sturmkollegen in der Mitte bediente.
Die DFB-Kicker ließen ihrer Spielfreude gegen Aserbaidschan freien Lauf. Nur Per Mertesacker bläst Trübsal. zum Video
Aserbaidschan mühte sich nach Kräften, hatte im ersten Durchgang aber nur eine ernst zu nehmende Chance. Als Mertesacker nach einem Ellbogencheck durch Aserbaidschans einzige Sturmspitze Vagif Javadov gerade an der Seitenlinie behandelt werden musste, hätte der 105. der Weltrangliste die Unordnung in der DFB-Hintermannschaft beinahe genutzt. Bastian Schweinsteiger entschärfte den gefährlichen Konter in höchster Not. Der Bremer Mertesacker musste mit einer Platzwunde am linken Auge ausgewechselt werden.
Auch nach der Pause ließ die deutsche Elf nicht in ihrem Bemühen nach, den 43.751 Fans im Kölner Stadion ein Offensivspektakel zu bieten. So zwang Sami Khedira mit einer scharfen Hereingabe Aserbaidschans Innenverteidiger Rashad Sadygv zu einem Eigentor zum 1:4 (53.). Podolski hätte sein eindrucksvolles Torekonto weiter erhöhen können, scheiterte jedoch mehrfach knapp. Die Einwechslungen von Marin (für Thomas Müller) und Cacau (für Schweinsteiger) hielten das Tempo hoch. Fünf Minuten vor dem Ende gelang Abwehrspieler Holger Badstuber mit einem Kopfball sein erster Länderspieltreffer. Und mit dem Schlusspfiff sorgte Klose mit seinem zweiten Treffer (an diesem Abend) für den Endstand. Schon in der 57. Minute hatten die Gäste nach einem Patzer von Manuel Neuer den Ehrentreffer erzielt Rail Malikov nutzte die missglückte Faustabwehr der deutschen Nummer eins zum zwischenzeitlichen 1:4.
In ziemlich genau einem Monat geht es mit dem zweiten Doppelspieltag weiter in der EM-Qualifikation. Zum Auftakt spielt die deutsche Nationalmannschaft am 8. Oktober in Berlin gegen die Türkei, vier Tage später in Astana gegen den Underdog Kasachstan. Die Reise nach Zentralasien gerät für die DFB-Elf vermutlich zu einem großen Abenteuer. So wird wegen der Zeitverschiebung das Spiel um 23 Uhr Ortszeit angepfiffen – in Deutschland ist es dann erst 19 Uhr.
Quelle: t-online.de
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Zuletzt gab es Differenzen zwischen ihm und dem Verband. zum Video