31.08.2009, 14:14 Uhr
Der THW Kiel will natürlich wieder den Titel holen und im Pokal triumphieren. (Foto: imago)Rekord-Etat, neue Stars und Hoffnung auf großen Sport: In der ersten Spielzeit nach der Krisensaison mit Insolvenzen und Manipulationsaffären will die "stärkste Liga der Welt" das Handball-Image wieder aufpolieren. "Ich hoffe, dass wir vor allem sportliche Schlagzeilen haben werden. Durch einige spektakuläre Transfers ist die Bundesliga noch attraktiver geworden", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL.
Einen Vorgeschmack soll der Supercup an diesem Dienstagin Nürnberg liefern: Im Duell um den ersten Titel der Saison 2009/2010 treffen die beiden Top-Favoriten THW Kiel und HSV Hamburg mit ihren neuen Stars um den Franzosen Daniel Narcisse sowie den Kroaten Domagoj Duvnjak in einem ersten Schlagabtausch aufeinander.
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Mit jeweils 7,5 Millionen Euro führen die beiden Nord-Rivalen die Etatliste der Bundesliga an und sind damit Eckpfeiler für das Rekord-Budget der Liga von 68,55 Millionen Euro. In einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa hatten 17 der 18 Trainer Titelverteidiger Kiel als erneute Nummer 1 genannt. Hamburg folgte mit zehn Nennungen abgeschlagen auf dem zweiten Platz vor den Rhein-Neckar Löwen (6), die mit geschätzten sieben Millionen Euro auch mit dem drittgrößten Etat wirtschaften.
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"Ich erwarte einen Zweikampf zwischen dem THW Kiel und dem HSV Hamburg, wobei wir abwarten müssen, inwieweit die Rhein-Neckar Löwen, der TBV Lemgo oder die SG Flensburg-Handewitt eingreifen können", prognostizierte Bundestrainer Heiner Brand und ergänzte: "Die Frage wird sein, ob aus der Drei-Klassen- eine Zwei-Klassen-Gesellschaft wird." Legt man die Etats der Klubs zugrunde, bleibt es bei der Dreiteilung: Fünf Klubs planen mit mehr als 4,5 Millionen Euro, sieben Vereine haben Budgets zwischen 2,5 und 4,5 Millionen Euro und sechs Klubs können weniger als 2,5 Millionen Euro ausgeben.
Die Spitzenvereine haben kräftig in neues Personal investiert. Den Abgang seiner Asse Nikola Karabatic, Vid Kavticnik (beide Montpellier) und Stefan Lövgren (Karriereende) hat Rekordmeister Kiel mit Narcisse (Chambery), dem Serben Momir Ilic (Gummersbach) und Nationalspieler Christian Sprenger (Magdeburg) kompensiert. Der HSV holte neben Duvnjak Weltklasse-Kreisläufer Igor Vori vom kroatischen Serienmeister HC Croatia Zagreb. Und die Rhein-Neckar Löwen stockten ihren ohnehin starken Kader um Linkshänder Olafur Stefansson (Ciudad Real), Carlos Prieto (Valladolid) und Nationalspieler Michael Müller (Großwallstadt) auf.
Noch immer aber schwebt über dem deutschen Handball auch der lange Schatten der Manipulationaffären. "Ich denke, das Thema ist aufgearbeitet bis auf den THW. Aber das ist auch erklärbar, weil Antworten auf Anfragen im Ausland fehlen", sagte Brand. Sieben von acht Fälle hat Europas Dachverband EHF mit teils drastischen Strafen abgeschlossen. Doch ausgerechnet der aus deutscher Sicht pikanteste Fall ist offen: Noch immer ermittelt die Kieler Staatsanwaltschaft im Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale 2007 zwischen Kiel und Flensburg. Erst nach Abschluss der Ermittlungen will auch die EHF ein Urteil fällen.
Quelle: dpa
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