16.01.2012, 13:19 Uhr
Mike Danton (li.) im Trikot seines neuen Klubs HC Orli Znojmo. (Quelle: imago)
Am Ende seiner Karriere will Mike Danton vielleicht ein Buch schreiben. Ein Buch mit einer Geschichte, so bizarr und unglaublich, so abstoßend und doch hoffnungsvoll, dass sie nicht erfunden werden könnte. Es ist seine eigene Geschichte. Die Geschichte eines talentierten Eishockeyspielers aus der kanadischen Provinz, der sagt, die Jahre im Gefängnis hätten ihm das Leben gerettet. Danton, der im April 2004 mit den St. Louis Blues in den Play-offs der nordamerikanischen Profiliga NHL spielt, als er verhaftet wird, weil er einen Auftragsmörder engagiert hat.
Heute, fast acht Jahre später, ist Mike Danton mit 31 Jahren beim tschechischen Klub HC Orli Znojmo gelandet und will endlich ein ganz normaler Eishockeyprofi sein. Die direkte Play-off-Teilnahme hat der Klub in der länderübergreifenden Liga mit Österreich verpasst, aber Danton spielt regelmäßig. Als die Tschechen ihn im vergangenen Dezember verpflichteten, lauteten die Schlagzeilen: "Spieler mit düsterer Vergangenheit" oder "Der Legionär, der aus dem Gefängnis kam". Er ist es gewohnt, dass ihn sein Fall in großer Aufmachung verfolgt.
Seit 2004 ist das so, seit seinem Geständnis, für 10.000 Dollar einen Killer beauftragt zu haben. Doch das Mordkomplott fliegt auf und Danton ins Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass Dantons zwielichtiger Agent David Frost das Opfer sein sollte, weil Danton dem Ziehvater Geld schuldete. Doch Danton behauptet, Ziel sei sein leiblicher Vater gewesen, zu dem er wie zur gesamten Familie längst keinen Kontakt mehr hat.
Stattdessen gibt es seit seinem zehnten Lebensjahr ein fast schon tragisches Abhängigkeitsverhältnis zu Frost, der zwei Jahre nach dem Danton-Prozess wegen sexueller Ausbeutung angeklagt und freigesprochen wird. Frost nimmt immer wieder auch im Gefängnis Einfluss auf Danton, erklärt ihm, was er in Vernehmungen zu sagen habe. Auf Tonband sind bizarre Liebesschwüre zu hören.
Seit Herbst 2009 ist Danton wieder ein freier Mann, nach 65 Monaten vorzeitig auf Bewährung entlassen. "Ich weiß, das hört sich jetzt verrückt an: Aber ich bin froh, dass ich ins Gefängnis musste, denn die Spirale hätte sich immer weiter nach unten gedreht. Es wäre zehnmal schlimmer geworden", sagt Danton der US-Zeitschrift "Sport Illustrated". Er war völlig vom Leben überfordert, zeigte paranoides Verhalten, nahm einen gefährlichen Medikamentenmix, trank, verbrachte die Nächte in Stripclubs. "Ich war ein 23 Jahre altes Kind, weit entfernt davon erwachsen zu sein, geschweige denn ein NHL-Spieler", sagt er.
Im Sommer 2011 unterschreibt Danton nach 87 NHL-Spielen erstmals wieder einen Profivertrag, bei IFK Ore in der dritten schwedische Liga. Und als wäre sein Leben nicht schon Filmstoff genug, rettet er in seinem ersten Spiel seinem Teamkameraden Marcus Bengtsson möglicherweise das Leben. Er schiebt dem Bewusstlosen die Hand in den Mund und bewahrt ihn so davor, an der eigenen Zunge zu ersticken. Mike Danton hat das beim Erste-Hilfe-Kurs im Gefängnis gelernt.
So etwas sieht man auch nicht alle Tage: Kuriose Partie in der ersten finnischen Liga. zum Video
Quelle: dapd
Bitte füllen Sie alle Felder aus.

Sie sind der Meinung, dass dieser Kommentar anstößige Inhalte enthält.

Attraktive und sportive Mode für Sie und Ihn: kompromisslose Qualität, die überzeugt. zum Special
Entdecken Sie die neuen Kollektionen zu Top-Preisen: jetzt online bestellen! zu den Angeboten
Zeigen Sie Flagge - alles für die per- fekte EM-Party in Schwarz-Rot-Gold.
von GINGAR.de
Damenmode in den schönsten Sommerfarben - online bestellen und sparen. bei KLiNGEL.de
Nur ein Eisbär, dafür ein wichtiger NHL-Crack. zum Kader
Diese Spieler haben den Sprung in die beste Liga der Welt geschafft. zur Foto-Show
Klicken Sie sich durch die schönen Wintersportlerinnen. zur Foto-Show