29.07.2008, 12:23 Uhr
Der EM-Pokal fest in spanischer Hand (Foto: imago)Die Fußball-EM in der Schweiz und Österreich hat der Europäischen Fußball-Union UEFA einen Gewinn von 700 Mio. Euro beschert. Davon schüttet der Verband 450 Millionen Euro an seine 53 Mitgliedsverbände aus, gab Organisationschef Martin Kallen in Zürich bekannt. In die Kassen der UEFA flossen 250 Millionen Euro. Damit sollen die Junioren- und Frauenwettbewerbe bis 2012, Schiedsrichter- und Trainerprogramme sowie Teile der UEFA-Organisationskosten bezahlt werden.
Der Gesamtumsatz habe mit 1,3 Milliarden Euro um rund 50 Prozent über den Erlösen der vergangenen EM im Jahr 2004 in Portugal gelegen.
Rund 800 Millionen Euro oder 60 Prozent der Einnahmen stammte aus der Vergabe von Medienrechten; die Einnahmen aus Sponsoring und der Rechtevergabe für Produkte machten 21 Prozent und die für die Hospitality-Pakete, also die Tickets mit Rundumversorgung im Stadion, zwölf Prozent aus. Das Schlusslicht bilden mit 90 Millionen Euro oder sieben Prozent die Gelder, die die Fußball-Fans für die rund eine Million Eintrittskarten bezahlt haben.
Auf die UEFA können allerdings noch Kosten zukommen, denn mehrere Fernsehanstalten verlangen Schadenersatz wegen des Leitungsausfalls beim Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei in Basel. Kallen sagte, man verhandele über die Regress-Ansprüche. Details wollte er allerdings nicht nennen. Ein starkes Gewitter hatte zu einem Stromausfall im Sendezentrum in Wien geführt und in einigen Ländern zu einer TV-Störung von bis zu 18 Minuten geführt. In Deutschland griff das ZDF schließlich auf das Bildangebot des Schweizer Fernsehens zurück. Insgesamt bezeichneten die Organisatoren die TV-Übertragungen aber als Zuschauererfolg. Jedes der 31 EM-Spiele wurde von mindestens 155 Millionen Menschen live gesehen.
Der Schweizer Turnierdirektor Christian Mutschler begrüßte das Sicherheitskonzept, zu dem neben Polizisten auch knapp 10.000 private Sicherheitskräfte gehörten. Es habe keine nennenswerten Zwischenfälle gegeben. Der Ticket-Schwarzmarkt sei allerdings ein Problem, dass man derzeit noch nicht zu hundert Prozent kontrollieren könne, wie Kallen sagte. Bei Kontrollen vor den Stadien wurden 1300 Karten eingezogen oder für ungültig erklärt. Schon bei der ersten Auslosung im Internet wurden 1,7 Millionen Anträge gelöscht, weil sie offenbar von Schwarzhändlern kamen.
Kallen lobte die Europameisterschaft in den beiden Alpenländern und sagte mit Blick auf die kommende EM 2012 in Polen und der Ukraine, die Messlatte sei so hoch gelegt worden, dass sie nur schwer oder gar nicht zu übertreffen sei. Das dürfte für die beiden Länder allerdings derzeit die geringste Sorge sein. Insbesondere der Ukraine droht wegen Verzögerungen beim Bau der Stadien und der Verbesserung der Infrastruktur ein Entzug der Ausrichtung. Ende September entscheidet das Exekutivkomitee der UEFA , ob das nächste Kontinentalturnier wie geplant in Polen und der Ukraine stattfinden wird.
Quelle: dpa
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