10.01.2012, 08:33 Uhr
Barack Obama empfängt Nowitzki im Weißen Haus Der Basketball-Star und sein Team, die Dallas Mavericks, wurden von dem US-Präsidenten für ihren Sieg über die Miami Heats im vergangenen Juni gelobt.
Dirk Nowitzki und die Dallas Mavericks sind in Washington von US-Präsident Barack Obama empfangen worden. Sieben Monate nach dem erstmaligen Titelgewinn in der nordamerikanischen Basketball-Liga NBA begrüßte Obama im "East Room" des Weißen Hauses Spieler, Betreuer, den Trainerstab und den Besitzer des NBA-Champions, Mark Cuban. Als Nowitzki vor 13 Jahren in die nordamerikanische Profiliga kam, sei er das "skinny kid aus Germany" gewesen - der dünne Junge aus Deutschland. Obama grinst breit, die Zuschauer im Festsaal lachten laut auf.
"Aber er ist ein harter Kerl", setzte Obama nach. Bekanntlich habe Nowitzki es geschafft, bei einer wichtigen Partie trotz 38,3 Grad Fieber für seine Mavericks zu spielen. Solche Härte gefällt in den USA. Der US-Präsident lobte während einer Zeremonie Trainer Rick Carlisle und die Mavericks-Stars für ihren Sieg über die Miami Heat in sechs Play-off-Finalspielen im vergangenen Juni.
Nowitzki revanchierte sich artig. Und mit Humor. Er überreichte dem Präsidenten ein blaues Basketballtrikot mit der Nummer 23 - in Anspielung auf Michael Jordan. Der frühere Superstar hatte mit dieser Zahl auf dem Rücken einst für die Chicago Bulls gespielt. Obama wohnte früher in Chicago und ist ein eingefleischter Fan der Bulls. "Im nächsten Jahr begrüße ich hier die Bulls", witzelte Obama. "Obwohl sie mir sagen, ich soll da nicht allzu sicher sein."
Nowitzki fühlt sich jedenfalls wohl in den USA. Nach dem Empfang dachte er sogar laut über eine US-Staatsbürgerschaft nach. "Nach Deutschland zurückkehren und spielen", das stehe wohl kaum mehr auf seinem Lebensplan. "Wenn mein Vertrag ausläuft, bin ich 36", sagte der Franke.
Danach in den USA bleiben und die Staatsbürgerschaft annehmen, das würde schon "Sinn machen". Das sei jedoch alles noch offen, setzte der 33-Jährige nach. Auch dass er an Deutschland hänge, machte Nowitzki klar. "Am liebsten würde ich beides machen" - in Deutschland und in Amerika leben.
Nowitzki spielt seit 13 Jahren für Dallas, stellte sich aber immer wieder für die Nationalmannschaft zur Verfügung. 2008 trug der Würzburger bei Olympia in Peking sogar die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier. Beide Staatsbürgerschaften besitzt seit knapp zwei Jahren Tennisprofi Tommy Haas. Der gebürtige Hamburger ging wegen seines Sports schon als Elfjähriger nach Florida und siedelte zwei Jahre später endgültig in seine Wahl-Heimat über. Der 33-jährige Haas trat dennoch immer wieder für das deutsche Davis-Cup-Team an.
Dallas-Neuzugang Lamar Odom hatte einen Empfang beim mächtigsten Mann der Welt zuvor bereits mit seinem früheren Klub Los Angeles Lakers miterlebt: "So etwas ist ein Sahnehäubchen, das die Mannschaft nie vergessen wird." Mavericks-Spielmacher Delonte West durfte hingegen nicht am Treffen mit dem Präsidenten teilnehmen. Er wurde vor zwei Jahren bei einer Verkehrskontrolle festgenommen, weil er unter Medikamenteneinfluss gefahren war und fiel beim routinemäßigen Hintergrundcheck durch das Sicherheitspersonal des Weißen Hauses durch.
Quelle: dapd , dpa
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