14.04.2011, 16:00 Uhr | t-online.de
Der skandalöse Auftritt der Franzosen bei der WM 2010 zieht neun Monate nach dem Turnier weitere Kreise. Der als Nationaltrainer fristlos entlassene Raymond Domenech und der Nationalverband FFF haben im Streit um die vom Coach geforderten 2,9 Millionen Euro Schadenersatz keine Einigung erzielen können.
Der Fall werde nun am 13. Januar 2012 vom Arbeitsgericht geklärt, sagte Domenechs Anwalt Jean-Yves Connesson nach dem gescheiterten Versöhnungstermin vor Journalisten in Paris. An dem 45-minütigen Treffen nahm laut Medienberichten auch Domenech teil.
Die Fronten in der französischen Fußball-Seifenoper hatten sich bereits am Vortag verhärtet. Connesson hatte dem FFF vorgeworfen, sich "wie eine Bananenrepublik" zu benehmen, die den Coach zum einzigen WM-Sündenbock mache. Domenech sei unrechtmäßig entlassen worden, die Verantwortung aller anderen Beteiligten werde derweil vergessen, klagte er im Gespräch mit dem Sportblatt "L'Équipe".
Frankreich war bei der WM schon nach der Vorrunde inmitten vieler Affären sieglos ausgeschieden. Mehrere Spieler um Franck Ribéry vom FC Bayern München hatten eine Trainingseinheit boykottiert und sich gegen Domenech aufgelehnt. "Die Meuterer sind alle wieder in die Nationalelf aufgenommen worden, und auch die FFF-Funktionäre sind immer noch da, sitzen alle im Warmem", sagte der Anwalt.
Nach den skandalösen Auftritten der "Equipe tricolore" war Domenech - von Medien und Fans daheim seit Jahren als "verrückter Professor" betitelt - zunächst nach Vertragsende von Laurent Blanc als Nationalcoach abgelöst worden. Im September wurde der 59-Jährige dann auch noch seinen Posten als Trainerausbilder des Verbandes los. Der "Direction Technique Nationale" des FFF gehörte er seit 1993 an.
Domenech hatte erst im Februar zu den Ereignissen in Südafrika Stellung genommen und die Nationalspieler als "eine Bande leichtsinniger Rotzbengel" kritisiert. Domenech coacht unterdessen ein Team von Elfjährigen des Pariser Vereins Athletic Club de Boulogne-Billancourt. Er macht zudem Werbung für einen Anbieter von Sportwetten und Onlinespielen.
Quelle: t-online.de
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