16.09.2010, 12:06 Uhr | sid
Thomas Köhler schreibt in seinem Buch über das Staatsdoping in der DDR. (Foto: dpa)
In seinem Buch "Zwei Seiten der Medaille" hat der geständige Ex-DDR-Spitzenfunktionär Thomas Köhler Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble angegriffen. In der Abhandlung über frühere Doping-Praktiken in der DDR behauptet der Köhler, dass auch in der Bundesrepublik flächendeckend gedopt worden sei. Hochrangige Funktionäre und Sportpolitiker, darunter Schäuble, hätten zudem davon Kenntnis gehabt.
Der 70-Jährige zitiert Schäuble aus einem 154-seitigen Protokoll einer Sitzung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages vom 28. September 1977 mit den Worten: "Wir wollen diese Mittel nur sehr eingeschränkt und nur unter der absolut verantwortlichen Kontrolle der Sportmediziner [...] einsetzen." Das Bundesministerium für Finanzen, das heute von Schäuble geführt wird, wollte keine Stellungnahme dazu abgeben. "Wir kommentieren keine Äußerungen unseres Ministers von vor über 30 Jahren", erklärte die Pressestelle.
Schäuble selbst hatte bereits im März 2009, damals als Bundesinnenminister, im Gespräch mit der "FAZ" die fraglichen Äußerungen wie folgt kommentiert: "Gut, dass alles aufgeschrieben wird. Ich würde das nie mehr so sagen. Aber man darf nach 30 Jahren auch ein bisschen klüger sein. Man sollte niemanden an Sprüchen messen, die er vor 30 Jahren getan hat; das fällt auf den zurück, der es tut." In dem gleichen Gespräch hatte Schäuble eingeräumt, dass zur fraglichen Zeit auch in der Bundesrepublik mit unerlaubten Mitteln gearbeitet wurde: "Außerdem wissen wir, dass es im Westen auch großen Mist gab. Als jemand, der in Freiburg studiert hat, muss ich sagen: Dass ausgerechnet die Sportmedizin der Uni Freiburg sich in einem solchen Maße hat verstricken lassen, ist schmerzlich."
Köhler hatte sich in seinem Buch in Zusammenhang mit Schäuble auch einen formalen Fehler erlaubt. Wörtlich heißt es in der Passage: "Der damalige Innen- und heutige Finanzminister Wolfgang Schäuble." Dieser war allerdings 1977 zu Zeiten der SPD-Regierung in Bonn kein Bundesinnenminister, sondern Vorsitzender des Bundesfachausschusses Sport der CDU.
Quelle: sid
beckenbrauer schrieb:
am 16. September 2010 um 22:02:48
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schäuble
Hat etwa jemand ernsthaft geglaubt, unser ehrenwerter Herr Finanzminister (gemeint ist der aktuelle, Herr Schäuble) hätte keinen
Dreck am Stecken? Nach der nächsten Bundestagswahl kräht kein Hahn mehr nach dem, aber vielleicht meldet sich doch noch der Staatsanwalt.
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Auch Ossi schrieb:
am 16. September 2010 um 21:14:30
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Doping
Diese undankbaren Ossis ! Regen sich doch tatsächlich auf , nur weil im Westen auch gedopt wurde ! Bekommen neue Strassen , dürfen
für 70% des Westlohns (nach 20 Jahren Einheit - welche Einheit ???) arbeiten und können sich alles kaufen (wenn sie es sich leisten können) - und nun das ??? Ich fand die DDR ziemlich schlecht !!! Kann ich sie trotzdem wieder haben ??? Bin vom Regen in die Traufe gekommen !!!
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OssiWessiNordiSüdi schrieb:
am 16. September 2010 um 21:06:47
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Hier wie da
Ideotie ist doch keine Frage der Himmelsrichtung. Ost und West waren und sind davon genauso betroffen wie Nord und Süd.
Ich sehe
da keine Unterschiede. Auch nicht beim Doping von damals und heute.
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