18.10.2008, 12:24 Uhr | dpa
Ein Epo-Produkt (Foto: imago)
Erythropoetin (EPO) verleiht neue Kräfte. Wenn nichts mehr zu gehen scheint, bekommt ein mit EPO gedopter Sportler einen
Schub. EPO ist ein körpereigenes Hormon, das die Bildung roter Blutkörperchen stimuliert. Ausdauersportler schätzen diesen Effekt, denn werden mehr rote Blutkörperchen produziert, kann der Körper mehr Sauerstoff transportieren.
Das Wundermittel ist aber gefährlich. Das Blut wird dickflüssiger. Der Hämatokrit-Wert, der anzeigt, wie hoch der Anteil der roten Blutkörperchen ist, liegt normalerweise zwischen 42 und 45 Prozent. Ab einem Wert von 50 Prozent besteht Verdacht auf Doping.
Bjarne Riis hatte bei seinem Tour-Sieg 1996 Werte von bis zu 64 Prozent. In seinem Fall bestand Lebensgefahr, denn sein Blut war extrem dickflüssig. Blutgerinnsel können sich bei solchen Werten leichter bilden. Es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Auch die Krebsgefahr steigt mit der Einnahme von EPO. EPO kann im Urin und im Blut nachgewiesen werden. Seit dem Jahr 2000 wird das Testverfahren weltweit eingesetzt.
Die Wirksamkeit von EPO ist hoch. Spitzensportler können ihre Leistung um fünf Prozent steigern. Da wundert es nicht, dass das Dialyse-Medikament zu den zehn erfolgreichsten Präparaten der Welt gehört.
Quelle: dpa
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