08.10.2009, 12:33 Uhr
Neun Jahre nach dem 200-Meter-Rennen in Sydney wird die Olympia-Zweite Pauline Davis-Thompson (l.) wohl doch noch zur Goldmedaillengewinnerin. Rechts: Marion Jones (Foto: imago)Die Medaillen der dreifachen Olympiasiegerin Marion Jones, die des Dopings überführt wurde, werden nicht zusammen sondern einzeln vergeben. Das kündigte Thomas Bach als Vorsitzender der Juristischen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf der 121. IOC-Session in Kopenhagen an. "Wir werden jetzt von Fall zu Fall entscheiden, weil nicht absehbar ist, wann der CAS in der Frage der Staffel-Medaillen ein Urteil spricht", sagte der IOC-Vize.
Neun Jahre nach den Spielen ist endlich ein Ende der Hängepartie in Sicht. Ex-Sprinterin Jones hatte Leichtathletik-Gold über 100, 200 und 4x400 Meter sowie Bronze im Weitsprung und 4x100 Meter gewonnen. Derzeit ist beim internationalen Sportgerichtshof CAS in Lausanne eine Klage von Jones-Mitläuferinnen anhängig, die ihre Medaillen nicht hergeben wollen, wie vom IOC am 10. April 2008 verfügt.
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Besonders heikel ist die Neuvergabe des 100-Meter-Goldes. Die zweitplatzierte Griechin Ekaterini Thanou war 2004 in Athen nach ihrer Flucht vor Dopingkontrolleuren von den Spielen ausgeschlossen und später für zwei Jahre gesperrt worden. In Sydney war sie aber offiziell noch clean. Wesentlich einfacher ist die Entscheidung über 200 Meter und im Weitsprung. Neue 200-Meter-Olympiasiegerin würde Pauline Davis-Thompson (Bahamas) vor Susanthika Jayasinghe (Sri Lanka) und Beverly McDonald (Jamaika). Neue Weitsprung-Dritte die Russin Tatjana Kotowa, Susen Tiedtke würde auf Platz fünf vorrücken.
Rücken im Falle der Frauen-Staffeln die Nächstplatzierten nach, würde Jamaika Olympiasieger über 4x400 Meter vor Russland und Nigeria. Über 4x100 Meter würde Frankreich Bronze erhalten, Deutschland auf Rang fünf nach vorne kommen.
Mit Entscheidungen sei in den nächsten Wochen auch in den Fällen der bei Nachtests des CERA-Dopings überführten Peking-Teilnehmer zu rechnen: Dabei handelt es sich um 1500-Meter-Olympiasieger Rashid Ramzi (Bahrain), die Radprofis Stefan Schumacher und Davide Rebellin (Italien), 800-Meter-Läuferin Vanja Perisic (Kroatien), die Gewichtheberin Yuldelquis Contreras (Dominikanische Republik) sowie die griechische Geherin Athanasia Tsoumeleka. Sie ist allerdings schon vom nationalen Verband gesperrt worden.
Quelle: sid
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