10.02.2012, 14:44 Uhr
Jan Ullrich: "Der Druck war immens groß" (Quelle: imago)
Er hat lange zu den Doping-Vorwürfen geschwiegen, flüchtete sich immer wieder in die Aussage, niemanden betrogen zu haben. Doch nachdem Jan Ullrich vom internationalen Gerichtshof (CAS) für schuldig erklärt wurde, hat der ehemalige Radstar nun eine Erklärung auf seiner Homepage abgegeben. Der 38-Jährige bestätigte erstmals, Kontakt zum umstrittenen spanischen Arzt Eufemiano Fuentes gehabt zu haben - und gab damit indirekt Doping zu.
"Ich weiß, dass das ein großer Fehler war, den ich sehr bereue. Für dieses Verhalten möchte ich mich bei allen aufrichtig entschuldigen - es tut mir sehr leid", schrieb der bislang einzige deutsche Tour-Sieger (1997). Den Beweis für den Kontakt hatte die Staatsanwaltschaft Bonn allerdings schon vor fünf Jahren erbracht. (Ullrich macht jetzt Werbung für "Doping für die Haare")
Er kündigte an, den CAS-Spruch nicht anzufechten. "Nicht, weil ich mit allen Punkten in der Urteilsbegründung übereinstimme, sondern, weil ich das Thema endgültig beenden möchte", betonte er. "Persönliche Konsequenzen habe ich ja bereits 2007 mit dem Rücktritt vom Profiradsport gezogen."
Ullrich beschrieb in der Erklärung auch den Druck, unter dem er 2006 stand: "Ich wollte für die Tour 2006 nochmal alles rausholen. Nach meinem Toursieg 1997 und fünf zweiten Plätzen war der Druck der Öffentlichkeit, der Sponsoren und auch mein Eigendruck immens groß. Alle wollten einen zweiten Toursieg, besonders nach dem Rücktritt von Lance Armstrong", sagte er.
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Nach seiner Suspendierung kurz vor dem Tour-Start 2006 fühlte er sich überfordert. "Die ganze Welt wollte mich an die Mauer stellen und dann bin ich instinktiv in Deckung gegangen, habe mich erst mal zurückgezogen", meinte er. "Ich wollte schon damals, kurz nach meiner Suspendierung, den Fehler, den ich gemacht habe, öffentlich eingestehen, aber mir waren die Hände gebunden." Auf Anraten seiner Anwälte habe er zu den Vorwürfen geschwiegen. Seine spätere Burnout-Erkrankung sei auch Folge des Drucks gewesen.
Weitere Statements, die über die Erklärung hinausgehen, will Ullrich nicht mehr abgeben. "Für mich ist damit das Kapitel meiner aktiven Radsportkarriere endgültig abgeschlossen und ganz persönlich ist es für mich und meine Familie das Ende einer über Jahre hinweg schwierigen Zeit."
Fünf Jahre nach seinem Rücktritt war Ullrich vom CAS des Blutdopings überführt worden. Ihm wurden sämtliche Erfolge vom 1. Mai 2005 bis zu seinem Karriereende aberkannt. Zudem wurde ist er rückwirkend für zwei Jahre bis 21. August 2013 gesperrt. Der CAS hatte sein Strafmaß mit den erwiesenen Verstrickungen Ullrichs in die Affäre um Fuentes begründet - die schon die Staatsanwaltschaft Bonn 2007 mit einem positiven DNA-Abgleich offengelegt hatte.
Quelle: dpa , t-online.de
Radmarathon schrieb:
am 10. Februar 2012 um 16:21:37
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trotzdem.
wer jemals Rennen fuhr ,weiß, wie es ist, wenn der Erwartungsdruck zu groß ist. Hier schreiben Leute Kommentare, die vermutlich
nie auf dem Rad saßen, geschweige denn, Rennen fuhren. Ulle, du warst und bist der Größte, der König aller Doper, Lance Armstrong, wurde nie erwischt, weil man das nicht wollte.
Schade, ein unrühmliches Ende, andere Nationen sind nicht so doof wie wir, Katrin Krabbe lässt grüßen, alle dopen, aber wir geben alles zu, typisch Deutsch, ein blödes Volk sind wir...
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Padrino schrieb:
am 10. Februar 2012 um 15:28:56
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(5)
Gedopt
hätte man ihn nicht erwischt würder wohl
fröhlich weitermachen
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Wutbürger schrieb:
am 10. Februar 2012 um 14:29:54
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(4)
Jan Ullrich.......
Warum hat der nicht alles auf die Zahnpasta geschoben, das hat doch schon einmal einem geholfen, der immer noch mit hocherhobenem Haupt herumläuft!
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