30.08.2010, 09:00 Uhr | dpa
A- und B-Probe eines Doping-Tests (Foto: imago)
Wegen Betrugs und Urkundenfälschung bei Doping-Proben ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen zwei Mitarbeiter der Mannheimer Firma Serco. Sie sollen bei zwei Handball-Spielen beauftragte und abgerechnete Proben mit eigenem Urin gefüllt und abgegeben haben, sagte der Mannheimer Oberstaatsanwalt Jochen Seiler und bestätigte Berichte der ARD und des WDR. Dafür hätten die beiden Verdächtigen über die Firma jeweils 434 Euro abgerechnet. "Die Firma Serco und der Deutsche Handballbund haben am 27. Januar Strafanzeige gestellt", sagte Seiler. Die Firma war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Die beiden Mitarbeiter, ein 1978 geborener Mann und eine zwei Jahre ältere Frau, sollten im Auftrag des Deutschen Handballbundes bei zwei Spielen Doping-Proben nehmen, sagte Seiler. Es geht um eine Begegnung in der 2. Bundesliga Süd am 12. Dezember 2009 zwischen TuS Metzingen und der HSG Bad Wildungen sowie um ein Frauen-Pokalspiel des FSV Mainz gegen DJK/MJC Trier am 9. Januar 2010. "Der Vorwurf lautet, dass die beiden nie zu den Spielen gefahren sind, und die Proben niemals abgenommen haben", sagte Seiler.
Stattdessen soll die Kontrolleurin selbst die Proben abgefüllt und an das Kölner Institut für Biochemie geschickt haben. Insgesamt acht Proben (vier pro Spiel) wurden vermutlich auf der heimischen Toilette gefüllt und anschließend als angebliche Doping-Proben deklariert. "DNA-Proben ergaben, dass ein und die selbe Person die Proben abgegeben hat", sagte Seiler. Zudem hätten die Spielerinnen bestätigt, dass niemand zur Kontrolle dagewesen sei. Die Frau soll außerdem die Unterschriften der Spielerinnen gefälscht haben.
Beide Verdächtigen haben sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Noch stehe eine DNA-Probe der Frau aus, die in den nächsten Wochen zu erwarten sei, sagte Seiler. "Hier geht es um reinen Betrug, mit Doping hat das aber nichts zu tun", fügte er hinzu.
Quelle: dpa
Old Surehand schrieb:
am 30. August 2010 um 10:49:25
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Kontrolleure betrügen
Als ich mich Anfang der 80er Jahre vehement für ein flächendeckendes System von Dopingkontrollen einsetzte, habe ich
einen Punkt nicht bedacht und bis jetzt auch nicht für möglich gehalten: Nicht nur Sportler betrügen, nein auch diejenigen, die diese Doper überführen sollen, sind fehlbar. Ein schwerer Schlag für dieses ohnehin noch mit vielen Mängeln behaftete System.
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Nörgler schrieb:
am 30. August 2010 um 10:32:10
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Doping
Das wäre nur ein weiterer Beweis dafür, was in diesem Doping Sumpf alles möglich ist. Ein echter Sumpf nicht nur bei den
Radrennfahrern-überall.
Mit Geld kann man heutzutage alles ins richtige Licht stellen.Es gibt keinen
ehrlichen Sport mehr. Hinter jedem Lauf, hinter jedem Spiel muß man
doch heute vermuten, dass irgendwie das nicht mit rechten Dingen zugeht.
Es ist echt traurig-vor allem für die paar Spieler oder Läufer, die noch echten
Sport betreiben.
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