19.01.2011, 19:09 Uhr | sid
Hat auch 2011 keine Ruhe: Lance Armstrong. (Foto: imago)
Auch kurz vor dem endgültigen Ende seiner aktiven Radsport-Karriere kommt Lance Armstrong in Sachen Doping-Spekulationen nicht zur Ruhe. Systematisches Doping, Medikamentenmissbrauch, Gerüchte um eine Verbindung zum Dopingarzt Michele Ferrari bis 2009, Vertuschung von Testergebnissen, und, und, und. In einem Bericht mit dem Titel "Das Verfahren gegen Lance Armstrong" hat das renommierte amerikanische Magazin "Sports Illustrated" neue Details zu Armstrongs möglicher Doping-Vergangenheit veröffentlicht.
"Ich habe nichts zu sagen", meinte Armstrong am Rande der zweiten Etappe der Tour Down Under und legte sich angesichts der bohrenden Fragen sogar mit einem Reporter an: "Kerl, bist Du so dumm? Welcher Teil meiner Aussage ist nicht klar?" Der Ärger stand Armstrong ins Gesicht geschrieben. Kein Wunder, entwickelt sich sein Ausflug nach Down Under doch zum Spießrutenlauf.
Denn der Bericht hat es in sich. Laut des Artikels soll der Texaner in den späten 90er Jahren das Blutsteigernde Medikament "HemAssist" genommen haben. Das Mittel, das sich noch in der Entwicklungsphase befand, hatte in Versuchen bei Tieren eine erhöhte Sauerstoff-Transportkapazität bewirkt. Das Blatt beruft sich dabei auf Quellen rund um die Ermittlungen im Zuge des Dopingskandals um das frühere US-Postal-Team. Möglicherweise droht Armstrong diesbezüglich noch in diesem Jahr Ungemach, laufen die Ermittlungen der US-Fahnder um Jeff Novitzky doch auf Hochtouren.
Floyd Landis hatte im Mai vergangenen Jahres mit seinem Dopinggeständnis die Ermittlungen ausgelöst. Die Anschuldigungen in der "Sports Illustrated" gehen aber weiter. In einer Razzia bei Armstrongs Teamkollege Jaroslaw Popowitsch im November 2010 in Italien sollen Dokumente und E-Mails sichergestellt worden sein, die eine Verbindung Armstrongs zum Dopingarzt Michele Ferrari im Jahr 2009 nachweisen sollen. Der frühere Rivale von Jan Ullrich hatte stets betont, dass er seit 2004 nicht mehr mit Ferrari zusammenarbeite.
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Landis selbst erneuerte seine Anschuldigungen gegen Armstrong. Im Jahr 2003 hätten Zollbeamte nach einem Flug nach St. Moritz das Gepäck der US-Postal-Fahrer durchsucht und Spritzen und Dopingmittel gefunden. Die Beschriftung der Präparate sei auf spanisch gewesen. Auf Drängen Armstrongs sei es den Betreuern aber gelungen, die Beamten davon zu überzeugen, dass es sich um Vitaminpräparate und -spritzen handele.
Doping-Anschuldigungen richtet auch Stephen Swart gegen Armstrong. Der Neuseeländer, der 1995 mit Armstrong bei Motorola gefahren war, sagte dem Magazin, dass Armstrong die treibende Kraft in Sachen Doping gewesen sei. Als die Fahrer ihre Hämatokrit-Werte ermittelt hätten, sei der Wert Armstrongs bei 56 gewesen, was ein klarer Indiz für Blutdoping ist. Die Antwort aus dem Armstrong-Lager ist dergleichen einfach: "Der Bericht ist voll von alten Nachrichten mit den gleichen alten Lügen von den gleichen alten Lügnern", sagte Armstrong-Sprecher Mark Fabiani.
Quelle: sid
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