06.04.2009, 12:34 Uhr
Die Wiener Blutbank rückt in dem österreichischen Dopingskandal wieder in den Blickpunkt. (Foto: dpa)Nachdem vor zwei Wochen die Anklage gegen die Blutbank Humanplasma überraschend eingestellt worden war, rückt die Wiener Plasma-Spendestation im Zuge der österreichischen Doping-Affäre zunehmend wieder in den Mittelpunkt. Zudem wurde die von Radprofi Bernhard Kohl sowie dessen inhaftierten Ex-Manager Stefan Matschiner ins Gespräch gebrachte Blutzentrifuge in einer Privatwohnung in Budapest sichergestellt.
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Kohl hatte in der vergangenen Woche weiter ausgepackt und gebeichtet, dreimal zum Blutdoping bei Humanplasma gewesen zu sein. Zudem sorgt ein Bericht des Gesundheitsministeriums für weiteren Zündstoff. Wie die ARD-Sportschau erfahren haben will, legt das Papier den Verdacht nahe, dass bei Humanplasma umfassend Blutdoping betrieben wurde.
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In dem Schriftstück vom März 2008 heißt es: "Es besteht der dringende Verdacht, dass in den Räumen der Firma Humanplasma zwischen Herbst 2003 und Frühjahr 2006 Erythrozytenkonzentrate in Blutkonserven in der Größenordnung von maximal 300 Stück hergestellt wurden." Die Leitung von Humanplasma habe keinen detaillierten Überblick über alle in den Räumlichkeiten durchgeführten Aktivitäten. Laut Bericht sei der Verbleib von 90 Prozent der für Herstellung dieser 300 Blutkonserven notwendigen Chemikalien nicht nachvollziehbar. Eine Aufzeichnung der Ergebnisse oder eine Verrechnung der Analysen erfolgte nicht.
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Humanplasma, für das die Unschuldsvermutung gilt, bestreitet eine Verwicklung des Unternehmens. Nach diversen Medienberichten sollen außerhalb der normalen Öffnungszeiten Sportler nach Wien gekommen sein. Eine "Nachtschicht" soll laut der österreichischen Tageszeitung "Kurier" 2000 Euro gekostet haben. Dutzende Athleten aus dem In- und Ausland sollen bei der Blutbank aufgetaucht sein.
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Österreichs Ermittler und Behörden wollen nun massiv gegen das Doping-Treiben vorgehen. "Wir wissen, dass die Netzwerke, die in Wien zusammenlaufen, offensichtlich gespeist sind aus Osteuropa. Es ist die Spitze des Eisberges", sagte Sportminister Norbert Darabos: "Wir haben ein Neuntel über dem Wasser und acht Neuntel unter dem Wasser und wir werden jetzt auch nicht zurückschrecken."
Auf der Suche nach einer für Blutdoping in Österreich benutzten Blutzentrifuge sind ungarische Ermittler am Wochenende in einer Privatwohnung in Budapest fündig geworden. Das Gerät soll der österreichische Sportmanager Stefan Matschiner unter anderem für das Blutdoping von Bernhard Kohl eingesetzt haben. Matschiner selbst hatte den Ort des Geräts bei seiner Vernehmung angegeben.
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Quelle: t-online.de , sid , dpa
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