07.12.2011, 11:42 Uhr
Aus Dortmund berichtet Patrick Brandenburg
Er ist im wahrsten Sinne des Wortes das Gesicht der Dortmunder „Pleiten, Pech und Pannen“-Saison in der Champions League: Sebastian Kehl - bei der 2:3-Heimniederlage gegen Olympique Marseille um die Augen grün und blau angelaufen sowie fürchterlich zugeschwollen. "Ich sehe aus wie nach einem Kampf gegen beide Klitschkos", twitterte der BVB-Pechvogel keine zwei Stunden nach dem Crash mit dem Kameruner Stephane Mbia. Sein Team hatte da längst den endgültigen Niederschlag in Europa kassiert. Denn mit nur vier Punkten verabschiedet sich die Borussia als Schlusslicht der Gruppe F sang- und klanglos aus der Königsklasse und verpasste auch den Trostpreis Europa League. Einen noch schwächeren Auftritt als amtierender Deutscher Meister hat nur der VfB Stuttgart hingelegt, der nach dem Titelgewinn 2007 lediglich drei Zähler ergatterte.
Nicht einmal der versöhnende Abschluss wollte dem ambitionierten BVB gelingen in einem Wettbewerb, in dem von Anfang an alles schief lief. Dabei war Dortmund gegen Olympique ganz nahe dran, sich wenigstens noch einmal die Siegprämie über 800.000 Euro zu sichern, und sich selbst und den Fans das wichtige Gefühl, keine Prügelknaben zu sein im Fight mit Europas Schwergewichten.
Doch selbst eine 2:0-Führung brachte der Meister zum Abschluss der Gruppenphase nicht über die Zeit. Beim Versuch, das Unmögliche, also einen Kantersieg zu schaffen, ließ der in der Bundesliga so abwehrstarke BVB die Deckung zu tief fallen und kassierte den K.o. in der letzten Runde. Wie schon in der vergangenen Saison als Teilnehmer der Europa League ist Borussia Dortmund auch nun wieder zum Zuschauen verdammt, wenn es für die Konkurrenz aus München und Schalke erst richtig ernst wird mit Geldverdienen und Titeljagd.
Dortmund ist in Europa nur ein besserer Sparringspartner, das wurde trotz einer großartigen ersten Halbzeit deutlich, in der die Treffer durch Jakub Blaszczykowski und Mats Hummels per Elfmeter nur kurz Hoffnung gaben. Wie schon beim letztlich glücklichen Auftakt gegen Arsenal (1:1), den naiven Auftritten in Marseille (0:3) und Piräus (1:3) sowie dem standesgemäßen 1:2 in London wurde der BVB auch beim finalen Auftritt auf Europas Bühne für seine Fehler brutal bestraft.
In der vierten Minute der Nachspielzeit der ersten Halbzeit war das Team wohl gedanklich schon in der Kabine und mit der Planung des Wunders von Westfalen beschäftigt, als Loic Remy aus dem Nichts den Anschlusstreffer für die angezählten Franzosen erzielte. Das schraubte Dortmunds Torschuld im Kampf ums Überleben auf weitere drei Treffer herauf. In den letzten fünf Minuten des Spiels fehlten dann "einige Prozent Konzentration", wie Jürgen Klopp bemerkte. Wohl auch, weil Arsenal London sich der Hoffnung des BVB-Trainers auf parallele Schützenhilfe gegen Piräus versagte und mit einer B-Elf im Athener Hafen unterging. Und so ging in Dortmund nach den späten Treffern durch André Ayew und Matthieu Valbuena sogar noch der Sieg.
"Olympique hatte nur drei Chancen, und sie haben drei Tore gemacht", haderte Klopp nach der Partie mit den Fußballgöttern - aber zuzuschreiben hatte sich sein Team das Ergebnis nur selbst. Zum einen reichen den Gegnern regelmäßig diese wenigen Chancen, um den BVB - so sehenswert er auch vorher kombinieren mag - in die Seile zu schicken. Und zum anderen hatte sich das Team die ausweglose Situation, die Olympiques bequemen Konterfußball erst ermöglichte, zuvor selbst eingebrockt. Und das in einer Gruppe, in der höchstens Arsenal höheren Ansprüchen genügt.
Das scheint der BVB-Trainer allerdings anders zu sehen. Auf die Frage, was er denn den unzähligen Kommentaren entgegenhalte, die sich seit Wochen in Internetportalen unter Artikeln zum BVB finden - nämlich, dass der Deutsche Meister die Bundesliga nicht würdig vertreten habe -, antwortete Klopp ziemlich schmallippig: "Wir haben nicht vor, es der gesamten Menschheit recht zu machen." Immerhin gab der Meistertrainer angesichts der vierten Niederlage aus sechs Spielen in der Champions League und der fürchterlichen Bilanz von 6:12 Toren zu: "In allen unseren Partien hätten wir es verdient gehabt, zu gewinnen. Aber wir haben es nur einmal umgesetzt. Den Schuh ziehen wir uns an."
Eine positive Nachricht gab es dann doch noch für Dortmund an diesem erneut tristen Champions-League-Abend. Denn Sebastian Kehl wird sich wohl nicht im Gesicht operieren lassen müssen, so wie vor ihm bereits Neven Subotic (Mittelgesichtsbruch) und Sven Bender (Kieferbruch) nach ähnlich fürchterlichen Szenen in der jüngeren Vergangenheit. Der BVB-Kapitän, dem OM-Mittelfeldspieler Mbia rüde ins Gesicht trat, kam mit einer starken Prellung des linken Auges davon - und mit dem sprichwörtlichen blauen Augen.
Quelle: t-online.de
Sagichdoch schrieb:
am 7. Dezember 2011 um 20:57:04
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Klatsche!
FCB bekommt gegen Barca,Real eine Klatsche Hm naja und wie hießen die
Dorfvereine gegen die der BVB Prügel bezog???
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Checker schrieb:
am 7. Dezember 2011 um 20:38:11
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BVB
Nach der Pleite lassen die sich noch aus dem Pokal rauswerfen. Daran denkt im Mai ja dann keiner mehr. Und dann treten sie vllt. doch
wieder großkotzig als DM auf. Arme Truppe.
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NEUTRALE2 schrieb:
am 7. Dezember 2011 um 20:38:07
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BVB
wer 2 jahre hintereinander so kläglich der BVB in europa scheitert darf sich nicht wundern wenn HÄME aufkommt.ich gönne jeden
deutschen verein das er soweit wie möglich kommt.doch das abschneiden des BVB darf man nicht mit pech oder unerfahren entschuldigen.noch funktioniert das gebilde in der BL.doch wehe die anderen clubs legen mal die angst ab,dann schwant mir da nichts gutes.bei allem respekt die sich diese mannschaft in der BL erworben hat.das war indgesamt gesehen eine miserable vorstellu
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