22.12.2010, 16:50 Uhr | dpa
Im deutschen Skispringen deutet sich ein Generationswechsel an - die Routiniers Martin Schmitt und Michael Uhrmann führen zwar die Skispringer bei der Vierschanzentournee an, doch die großen Hoffnungsträger sind zwei Youngster. "Severin Freund macht weiter viel Freude, und Pascal Bodmer kommt jeden Tag mehr in Schwung. Beide können für eine Überraschung sorgen", sagte Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster nach dem dreitägigen Trainingslager in Oberstdorf.
Neben dem Quartett nominierte Schuster neun weitere Athleten für den Auftakt am 29. Dezember in Oberstdorf und das Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen. Bei beiden Veranstaltungen wird der zweimalige Skiflug-Weltmeister Gregor Schlierenzauer aus Österreich wegen einer Knieverletzung fehlen. "Das ist für mich eine harte Entscheidung. Die Vernunft sagt mir aber, dass dies im Sinne meiner zukünftigen Karriere richtig ist", meinte der 20-Jährige. "Ich kehre erst in den Weltcup zurück, wenn ich mich voll fit fühle. Jetzt die Dinge zu überstürzen, würde überhaupt nichts bringen. Mein Ziel wird sein, für die WM fit zu werden", so Schlierenzauer weiter.
Vor den weiteren Stationen am 3. Januar in Innsbruck und 6. Januar in Bischofshofen muss der 13-köpfige DSV-Kader reduziert werden, weil dann die nationale Startgruppe wegfällt. "Es wird nach Leistung ausgesiebt. Egal wie die Leute heißen, die besten Sieben fahren weiter. Da gibt es keine Sentimentalitäten", kündigte Schuster eine knallharte Auslese an.
Derzeit hinken vor allem die 32 Jahre alten Schmitt und Uhrmann den Erwartungen ein gehöriges Stück hinterher. "Martin springt zu wechselhaft. Er hatte in Oberstdorf Anpassungsschwierigkeiten, da muss man mal abwarten", so Schuster.
Schmitt, für den es die 15. Tournee-Teilnahme ist, hatte zuletzt eine Weltcup-Pause eingelegt und sich im Sondertraining in Lillehammer auf den ersten Höhepunkt im WM-Winter vorbereitet. "In den nächsten Tagen schalte ich erst einmal ab und genieße die Weihnachtstage zu Hause. Dabei will ich Kraft tanken, um dann hochkonzentriert und topfit in die Tournee gehen zu können", sagte der Vizeweltmeister von 2009.
Eine Ruhepause benötigt auch Uhrmann, der bereits zum 16. Mal bei der Traditionsveranstaltung dabei ist. "Er hat mit einem Löwenherz gekämpft und ist einen deutlichen Schritt vorangekommen", lobte Schuster den Familienvater. Der will nun erst einmal abschalten: "Ich werde an Weihnachten möglichst wenig an Skispringen denken."
Seine Teamkollegen sehnen die kurze Auszeit ebenfalls herbei. "Alle waren bis zum letzten Trainingssprung voll bei der Sache, aber jetzt sind auch alle urlaubsreif", bekannte Schuster. Am Montag versammelt er seine Schützlinge in Oberstdorf und hofft dann auf einen gelungenen Auftakt.
Quelle: dpa
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