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Eintracht Frankfurt: Heiko Butscher im Interview

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Butscher: "Die Fortuna macht sehr schön auf Understatement"

13.02.2012, 09:24 Uhr

Neuanfang bei Eintracht Frankfurt: Heiko Butscher. (Quelle: imago)

Neuanfang bei Eintracht Frankfurt: Heiko Butscher. (Quelle: imago)

Das Interview führte Benjamin Crisolli

Heiko Butscher spielte jahrelang als Kapitän des SC Freiburg in der Bundesliga. Von den Breisgauern nach viereinhalb Jahren plötzlich aussortiert, wechselte der 31-jährige Verteidiger in der Winterpause zu Zweitligist Eintracht Frankfurt. Bei seinem gelungenen Debüt gegen Braunschweig erbrachte Butscher mit mehr als zwölf Kilometern nicht nur die größte Laufleistung aller Eintracht-Spieler, sondern bereitete als linker Außenverteidiger auch noch ein Tor vor.

Im Interview mit t-online.de äußert sich Butscher zum Spitzenspiel bei Fortuna Düsseldorf (ab 20.15 Uhr im t-online.de-Live-Ticker), zu Sascha Röslers angeblicher Fallsucht, seiner eigenen Degradierung beim SC Freiburg und zu seiner Lieblingsposition in der SGE-Defensive.

t-online.de: Herr Butscher, wie haben Sie sich in Frankfurt eingelebt? Schon eine neue Wohnung bezogen?
Heiko Butscher: Ich wohne zurzeit noch im Hotel direkt hier am Stadion, aber ich glaube meine Frau und ich sind jetzt in Frankfurt fündig geworden und hoffen, dass der Umzug so schnell wie möglich über die Bühne geht. Damit wir hier dann auch endlich eine Ort haben, an dem wir uns wohl und heimisch fühlen.

Bis zur Winterpause standen Sie ja noch beim SC Freiburg unter Vertrag, wo Sie aussortiert wurden und anschließend trotzdem zum ersten Training bei den Breisgauern erschienen sind. Wie war das denn nun genau?
Es wurde die Entscheidung getroffen, dass ich nicht mehr bei der Mannschaft bleiben, bzw. mittrainieren sollte. Mir wurde mitgeteilt, dass ich mir eine neue Aufgabe suchen sollte. Das ist mir am Anfang relativ schwer gefallen. Das gebe ich offen zu. Aber irgendwann muss einem mal klar werden, was man möchte. Ich habe immer gesagt: 'Wenn irgendwo eine Tür zugeht, geht woanders auch wieder eine auf.' Und so war das dann auch mit der Eintracht. Das ging dann recht schnell über die Bühne. Ich habe ein richtig gutes Gefühl und glaube, dass ich alles richtig gemacht habe.

Können Sie die Entscheidung des SC Freiburg nachvollziehen?
Ach wissen Sie, irgendwann muss man mit dem Thema abschließen. Es gab bestimmte Gründe, die ich nicht ganz nachvollziehen konnte. Die Entscheidung wurde nunmal getroffen. Das ist zwar schwer gewesen, aber manchmal muss man Dinge hinter sich lassen. Sonst macht man sich nur verrückt. Und ich konzentriere mich jetzt total auf die Eintracht und die bevorstehenden Ziele und hoffe, dass wir den Wiederaufstieg sofort erreichen können.

Kommen wir zu ihrem neuen Arbeitgeber. Sie haben am letzten Wochenende ihr Debüt beim 2:1-Sieg gegen Eintracht Braunschweig gegeben. Wie haben Sie Ihre Premiere erlebt?
Insgesamt haben wir, besonders in der ersten Halbzeit, ein gutes Spiel gemacht. Nach dem frühen Rückstand haben wir Reaktion gezeigt und druckvoll nach vorne gespielt. Ich selbst war natürlich ein bisschen nervös, aber das ist völlig normal, wenn man für einen neuen Klub spielt, in einem neuen Stadion und mit neuen Kollegen. Ich habe mich dann sehr schnell reingespielt und versucht einfach meinen Job zu machen. Ich denke, dass es mir gelungen ist.

Trainer Armin Veh hat Sie hinten links aufgestellt. In Freiburg waren Sie oft im Abwehrzentrum aktiv. Welche Position liegt Ihnen denn eher?
Ich habe immer gesagt, dass ich mich auf der Innenverteidiger-Position sicherer fühle. Ich habe aber auch in Freiburg lange hinten links gespielt. Ich glaube die Hälfte meiner ganzen Bundesligaspiele. Von daher bin ich hinten recht flexibel einsetzbar.

Ursprünglich waren Sie mal Rechtsfuß, heute gilt der Linke als Ihr starker Fuß. Wie kam es denn dazu?
Von Grund auf war ich in der ganzen Jugend immer Rechtsfuß. Irgendwann hatte ich zu dieser Zeit dann eine Verletzung am rechten Bein und durfte nur noch mit links passen und schießen. Parallel habe ich mit dem Skateboard fahren angefangen. Da musste man mit dem linken Fuß immer zuerst aufs Brett steigen und mit rechts anschieben. Im Jugendbereich übt sich das natürlich noch viel einfacher und mir wurde gesagt, dass man als Linksfuß im Fußball noch viel größere Chancen hat später etwas zu werden und das Linksfüße wahnsinnig gesucht sind. Somit bin ich dann zum Linksfuß geworden. Er ist schon der stärkere Fuß aber zur Not geht`s auch mit rechts.

In Freiburg waren Sie jahrelang Kapitän. Ihnen fällt es offenbar leicht Verantwortung zu übernehmen. Wie wirkt sich das denn aus?
Ich glaube, dass man einfach konstant gute Leistungen auf dem Platz zeigen muss. Dann kann man auch Verantwortung übernehmen. Das ist nicht allein meine Aufgabe. Das müssen alle Spieler. Leider ist mir das im letzten Jahr nicht immer gut gelungen.

Der Punktspielauftakt ist geglückt. Die Eintracht steht auf Rang zwei und reist im Spitzenspiel zu Tabellenführer Fortuna Düsseldorf. Was erwartet Sie dort?
Wir freuen uns schon riesig auf das Duell in Düsseldorf. Ein ausverkauftes Stadion und dazu ein Montagabendspiel! Das wird bestimmt ein richtiger Fight! Wir wollen versuchen hundertprozentige Leistung auf den Platz zu bringen, damit wir auch Punkte mitnehmen können. Das Spiel wird ein Highlight, aber auch gegen Düsseldorf werden nur drei Punkte verteilt.

Fortuna Düsseldorfs Spieler Sascha Rösler wurde wegen seiner Fallsucht kritisiert. Was halten Sie von seiner Spielweise?
Ich kenne Sascha Rösler schon länger, es ist einfach seine Art Fußball zu spielen. Da darf man sich jetzt nicht verrückt machen lassen und zu viel hinein interpretieren. Das ist ein Fußballspiel. Zu einem Fußballspiel gehören Emotionen dazu. Und das es im Vorfeld ein wenig hochgekocht wird ist ganz klar, wenn zwei Topteams spielen. Wir werden uns auf unsere Leistung konzentrieren und müssen nicht auf andere Spieler schauen. Es zählt nur, was die Eintracht auf den Platz bringt. Wenn wir eine Topleistung abrufen, bin ich mir sicher, dass wir als Sieger vom Platz gehen.

Sehen Sie die Eintracht als Favorit in Düsseldorf?
Wir können mit der Sache auf jeden Fall gut umgehen, weil wir von vornherein gesagt haben: 'Wir wollen wieder aufsteigen.' Die Fortuna macht sehr schön auf Understatement. Sie werden sich dagegen aber nicht lange wehren können. Wenn man oben steht, gerät man auch unter Druck. Es zählt aber nur, dass wir die Leistung auf den Platz bringen und dann soll der Bessere gewinnen und ich hoffe, dass wir das dann sein werden.

Wo landet die Eintracht am Ende der Saison?
Wir streben alle den Wiederaufstieg an und hoffen, dass es Platz eins oder zwei wird. Und wenn es der Dritte ist, dann hoffen wir, dass wir das Relegationsspiel für uns entscheiden. Wenn wir am Ende in der ersten Liga sind, haben wir alles richtig gemacht.


Quelle: t-online.de

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